Die Platte auf dem Tisch

“Dieses modell möbel ist sehr hilfreich requisiten für modell gebäude innen desgin. Da die größe oben ist gemessen durch hand, die größe der tatsächlichen artikel sie erhalten könnte etwas anders sein die größe oben.” Sie verstehen Bahnhof? Dafür, dass ein Mensch mit einem Übersetzungsprogramm eine Beschreibung in einer ihm fremden Sprache für einen Gegenstand, dessen Intention ihm mutmaßlich ebenso fremd ist, generiert hat, ist das nicht schlecht erklärt! Die chinesische Handelsplattform “Aliexpress” bietet auch für den Modernisten reizvolle Accessoires. So den Plattenbau für den Wohnzimmertisch. Den Kunststoffbausatz gibt es in etlichen Maßstäben, von der Modellbahngröße H0 (1:87) bis zu 1:150. Wer mehrere Modelle ordert, kann Gebäude in beliebiger Höhe basteln. Denn nicht vergessen: “Müssen montieren es”.

Auf Aliexpress sind kleinere Firmen vertreten, sie bieten ein wahres Wunderland (ncht nur) für Modellhausliebhaber: Auch Papierbausätze berühmter Hochhäuser sind lieferbar. Das “SkysMistEr Set” beinhaltet das World Trade Center, das Empire State Building und das Trump International Hotel … Die Bestellung ist mit leichtem Nervenkitzel verbunden: Kommt sie an? Klingelt morgen der Zoll bei mir? Grundsätzlich funktioniert das Ordern in Fernost allerdings ordentlich, nur etwas Geduld ist nötig. Dafür gibt es dann ein “Klassische modell kunststoff stuhl indoor design architektur modell gebäude”. (db, 23.1.21)

Hochhaus 1:87 (Bild: Aliexpress)

Jetzt höchst amtlich: Die Berliner Platte bleibt!

Schon im Sommer hatte das Oberverwaltungsgericht bestätigt: Die Häuser in der Berliner Wilhelmstraße dürfen nicht abgerissen werden. Doch die Eigentümer gingen direkt weiter zum Bundesverfassungsgericht Berlin-Brandenburg, um eine Revision gegen das Urteil und damit letztlich den Abriss der Häuserzeile zu erzwingen. Die Bauten beruhen auf einer Weiterentwicklung der WBS 70-Platte. Für dieses Ensemble wurde 2018 nach langen Vorüberlegungen das “Erhaltungsgebiet Wilhelmstraße” ausgewiesen. Damit sind bauliche Veränderungen oder gar ein Abbruch genehmigungspflichtig. Fertiggestellt 1992, atmen die Plattenbauwohnblöcke nahe der ehemaligen Mauer noch den Geist der späten DDR. Zwischen der Behren- und Voßstraße, entlang der Wilhelmstraße, nahe dem DDR-Ministerium des Inneren entstanden seit den späten 80er Jahren beliebte Domizile für die Elite dieser Zeit. Hier wohnten keine Geringeren als z. B. Gregor Gysi, Angela Merkel oder Kati Witt.

Die standardisierte Konstruktion wurde – typisch für die späten Plattenbauten – mit Materialwechseln, Vor- und Rücksprüngen so abwechslungsreich als möglich gestaltet. Während die Häuser in der Wilhelmstraße 56-59 bereits einem Investorenneubau weichen mussten, wird dieses Schicksal den Nachbarhäuser endgültig erspart bleiben. Denn nun hat auch das Bundesverwaltungsgericht eine Revision ausgeschlossen. Wie die Berliner Morgenpost meldet, hatte diese letzte Instanz damit bereits im Oktober den Erhalt des Ensembles bekräftigt. (kb, 2.12.20)

Berlin, Wilhelmstraße (Bild: Gunnar Klack, CC BY SA 2.0, via flickr.com, 2017)

Berlin: Die Platte bleibt

Vor dem Oberverwaltungsgericht hat die späte Berliner Platte einen Sieg errungen: Wie der Tagesspiegel berichtet, wurde die Klage der Besitzer gegen den Schutzstatus der Häuser in der Wilhelmstraße abgewiesen. Die Bauten beruhen auf der modifizierten WBS 70-Platte. Für dieses Ensemble wurde 2018 nach langen Vorüberlegungen das “Erhaltungsgebiet Wilhelmstraße” ausgewiesen. Damit sind bauliche Veränderungen oder gar ein Abbruch genehmigungspflichtig. Fertiggestellt 1992, atmen die Plattenbauwohnblöcke nahe der ehemaligen Mauer noch den Geist der späten DDR. Zwischen der Behren- und Voßstraße, entlang der Wilhelmstraße, nahe dem DDR-Ministerium des Inneren entstanden seit den späten 80er Jahren beliebte Domizile für die Elite dieser Zeit. Hier wohnten keine Geringeren als z. B. Gregor Gysi, Angela Merkel oder Kati Witt.

Die standardisierte Konstruktion wurde – typisch für die späten Plattenbauten – mit Materialwechseln, Vor- und Rücksprüngen so abwechslungsreich als möglich gestaltet. Während die Häuser in der Wilhelmstraße 56-59 bereits einem Investorenneubau weichen mussten, dürfte dieses Schicksal den Nachbarhäuser nun wohl erspart bleiben. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte nicht nur den städtebaulichen und geschichtlichen Wert des Ensembles. Es betonte zusätzlich den Faktor Nachhaltigkeit: Funktionierender, entwicklungsfähiger und vermarktbarer Baubestand sei schon allein aus Klimaschutzgründen erhaltenswert. (kb, 12.8.20)

Berlin, Wilhelmstraße (Bild: Gunnar Klack, CC BY SA 2.0, via flickr.com, 2017)