BERLIN: Thomas Spier

eine Kirche und eine Stasi-Zentrale (Foto-Spezial 15)

Waschbeton kennt keine Politik, zumindest war er im Westen und Osten Berlins gleichermaßen beliebt. Für mR wählte der Berliner Architekt und Fotograf Thomas Spier zwei Objekte aus, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten: im Charlottenburg-Nord die römisch-katholische Gedenkkirche Maria Regina Martyrum (H. Schädel, 1963), in Lichtenberg den ehemaligen Hauptsitz des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit. Und dazwischen hat er ein wenig anonyme Berliner Ost-Platte eingestreut – raten Sie mal …

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Foto-Spezial 15: Waschbeton

 

Vorher-Nachher-Platte

von Martin Maleschka (17/2)

Vielleicht verstehen wir sie nur falsch. Vielleicht ist es eigentlich eine liebevolle Geste, wenn Investoren und Wohnungsbaugesellschaften die Ostplatte gut einpacken. Auf dass ihr nichts Böses widerfahre, dass weder Wind noch Wetter, weder Denkmalschutz noch Ostmodernisten ihr etwas anhaben können. Der Architekt und Fotograf Martin Maleschka, regelmäßig in Ausstellungen vertreten, hat sich für moderneREGIONAL durch Bukarest und den Osten unserer Republik gearbeitet: Platte vorher-nachher. Vergleichen Sie selbst!

alle Aufnahmen: Martin Maleschka, Titelmotiv: Cottbus

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Frühjahr 17: Verdämmt!

Gera-Lusan: “Die Birkenstraße blieb”

“Als in Gera-Lusan 1972 die ersten Straßen entstanden, wurden sie provisorisch als ‘Baustraßen’ bezeichnet. Für die offiziellen Straßennamen orientierte man sich später oft an der geplanten Bepflanzung. Meine Großeltern waren 1975 Erstbezieher in der Birkenstraße. Hier wuchsen meine Mutter und meine Tante auf. Auch ich sollte hier die Kombinierte Kindereinrichtung besuchen. Ich ging in die nahegelegene Schule, die meine Mutter und Tante zuvor besuchten und in die meine jüngere Schwester heute geht. Dies alles klingt recht dörflich, würde es sich nicht um den ersten Abschnitt des Neubauviertels handeln. Sechs weitere Abschnitte folgten, am 30. Juni 1985 sollte Lusan 44.086 Einwohner zählen, bevor Mitte der 90er Jahre der Rückbau begann. Viele Straßen wurden umbenannt. Die Birkenstraße blieb. Sie veränderte sich trotzdem. Der Plattenbau meiner Eltern und die Kindereinrichtung verschwanden. Die Wohnung meiner Großeltern wurde saniert. Für mein Buch ‘Stadtbilderklärer Gera-Lusan’ begab ich mich auf Spurensuche: bei Zeitzeugen, in Archiven und mit der eigenen Kamera. Ich wohne heute nicht mehr in Gera. Die Birkenstraße passiere ich aber bei jedem Besuch immer wieder gerne.” (Christoph Liepach, * 1990, heute Grafiker, Kunstpädagoge und interessiert an der Ästhetik der Platte)

Sein aktuell im mdv (Mitteldeutscher Verlag) erschienenes Buch “Stadtbilderklärer Gera-Lusan” versteht Christoph Liepach als Erinnerungsbuch und zugleich beispielhafte Dokumentation einer Neubausiedlung der DDR. Layout, Bild und Grafik gestaltete er als Reminiszenz an das Design der 1970er Jahre.

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Fotospezial 16: “Generation Beton”