Jeder Quadratmeter du

Es soll ja Menschen geben, die gerne in der Platte wohnen. Für sie stellt die Unternehmenskommunikation der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte das Online-Portal “Jeder Quadratmeter du” zusammen. Über Berlin hinaus wirft sie einen Blick auf die schönen und nostalgischen Seiten des Plattenbaus. Die Botschaft ist ebenso klar wie gut präsentiert: Wohnen in der (Berliner) Platte ist hip. Entsprechend werden junge Kreative in der Kategorie “Zu Besuch bei” interviewt – die Fotografin, der Architekt und die Stylistin berichten strahlend, wie wohl sie sich hier fühlen.

Damit auch der Normal-Mieter im Beton gehobenes Cocooning betreiben kann, stellt die Redaktion unter “Platte kreativ” trendige Wohnaccessoires vor – u. a. zum Selbermachen (unsere Redaktion empfiehlt daraus die “Wandgarderobe Gabi”). Und nicht zuletzt sammelt die Kategorie “News und Tipps” aktuelle Veranstaltungen und weiterführende Bücher zum Thema. Für Architekturbegeisterte ist der lohnendste Klick sicher die “Platten-Doku”: Daten, Fakten und Filme zum Plattenbau – darunter Interviews mit Größen wie dem Möbeldesigner Rudolf Horn. Wenn Lobbyarbeit für die Platte so daher kommt: mehr davon! (kb, 4.9.14)

Chemnitz, als es noch Karl-Marx-Stadt hieß: Plattenbau im Jahr 1975 (Foto: Eugen Nosko, Bild: Fotothek df n-07_0000047, CC BY SA 3.0)

Welchedenkmale?

“Erfassen, Bewerten und Kommunizieren des baulichen Erbes der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts” – die neue Internet-Plattform www.welchedenkmale.info hat sich die drängenden Fragen der Nachkriegsmoderne vorgenommen. Dafür haben sich die Bauhaus-Universität Weimar und die Technischen Universität Dortmund zusammengetan. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Vorhaben im Rahmen seiner Förderinitiative “Die Sprache der Objekte – Materielle Kultur im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen”.

Einbezogen werden Wissenschaftler der Architektur, Denkmalpflege, Kunstgeschichte und der sozialwissenschaftlichen Stadtforschung. Allen geht es um die Frage: Wie, warum und von wem wird die Architektur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wahrgenommen, wertgeschätzt und weiterverwendet? Hierzu hält die Plattform drei Angebote bereit. Im Bereich Material werden ausgewählte Objekte vorgestellt. Der Blog informiert über Publikationen des Forschungsverbunds und neue Entwicklungen zum Thema. Und in der dritten Rubrik Meine Moderne kann sich jeder an der Diskussion beteiligen: “Was ist für Sie die Moderne, wer oder was ist davon denkmalwert?” (kb, 7.8.14)

Welche Denkmale welcher Moderne? (Bild: www.welchedenkmale.info)