Gemeinschaftsformen der Moderne

Gemeinschaftsformen der Moderne

Wartesaal, Bild: Bundesarchiv, CC-BY-SA 3.0)
Die Wartegemeinschaft war ein Phänomen, das besonders im Realsozialismus anzutreffen war (Bild: Leipzig, Roger und Renate Rössing, Deutsche Fotothek, CC BY SA 3.0)

Die Idee der Gemeinschaft hatte in der Moderne Konjunktur. Egal, ob es um Nationalstaaten, Hilfsorganisationen, religiöse Sekten oder politische Parteien ging: Immer wieder beschworen die historischen Akteure des 20. Jahrhunderts die Gemeinschaft als Verbund von Individuen, die Interessen, Sprache, politische Ideale oder andere Gemeinsamkeiten teilten. Die Harmonieversprechen der Gemeinschaft standen häufig im Gegensatz zur als chaotisch und unsozial empfundenen Gesellschaft. Ein Workshop der Universität Tübingen will verschiedene Vergemeinschaftungsprozesse untersuchen und spezifische Mechanismen herausarbeiten.

Beitragsvorschläge (max. 500 Wörter und kurzer Lebenslauf) können bis zum 21. März an gemeinschaftsideologie@gmail.de gesandt werden. Die Veranstaltung ist interdisziplinär ausgerichtet, Vorschläge aus dem historischen, politischen, anthropologischen und soziologischen Bereich sind besonders willkommen. Mögliche Untersuchungsfelder sind z. B. die Entstehung von Nationalstaaten, Werte- oder Religionsgemeinschaften, Gendergemeinschaften oder auch die Familiengemeinschaft. Arbeitssprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch. Die Vorträge sollten nicht länger als 20 Minuten dauern. Reise- und Übernachtungskosten sowie die Verpflegung vor Ort werden für die Teilnehmer übernommen. (jr, 18.2.16)

Architecture, Politics, & Identity

Architecture, Politics, & Identity

Architecture, Politics, and Identity (Bild: Pittsburgh Press)
Architecture, Politics, & Identity (Bild: Pittsburgh Press)

Als am 13. August 1961 – buchstäblich bei Nacht und Nebel – eine Mauer durch Berlin gezogen wurde, verändert das nicht nur die Weltpolitik. Durch die Frontstellung der beiden Blöcke wurde auch das ganz alltägliche Leben geprägt – und damit das Bauen im geteilten Berlin. Mit ihrem Buch „Architecture, Politics, and Identity in Divided Berlin“ wirft die Kunsthistorikerin und Filmwissenschaftlerin Emily Pugh einen Blick auf eben diese (städte-)baulichen Zusammenhänge.

Pugh skizziert nicht allein die architektonische Entwicklung vor dem Mauerbau und nach dem Mauerfall. Im Kern konzentriert sie sich auf ausgewählte Werke der Stadtplanung in beiden Teilen Berlins während der Zeit des Kalten Krieges. Als Schlüsselwerke vergleicht sie die Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße (Hans Scharoun/Edgar Wisniewski, 1967-78) mit dem Palast der Republik (Heinz Graffunder/Kollektiv der Bauakademie der DDR, 1973-76) im Osten Berlins. Auf dieser Grundlage arbeitet sie heraus: Die staatlichen Strukturen beeinflussten in diesen Jahren entscheidend die Ausbildung politischer, kultureller und sozialer Identitäten. (kb, 27.9.14)

Emily Pugh, Architecture, Politics, & Identity in Divided Berlin, University of Pittsburgh Press, 2014, 456 Seiten, ISBN 9780822963028.

Postwar

Postwar

Karl-Marx-Plastik in Chemnitz (Bild: Aka)
Karl-Marx-Plastik in Chemnitz (Bild: Aka)

Nach 1945 gab es mehr als die Gegensatzpaare Ost und West, Karl Marx und Kapitalismus, Realismus und Abstraktion. Durch den und jenseits des Eisernen Vorhangs wurde Kunst auf vielfältige Weise geschaffen, erforscht und gedeutet. Diesen wechselvollen Bezügen folgt das Projekt „Postwar – Nachkriegskunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965″ mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Den Anfang macht das Vorhaben mit der gleichnamigen internationalen Konferenz vom 21. bis zum 24. Mai 2014 im Münchener Haus der Kunst. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und das Goethe-Institut, Anmeldungen sind online möglich.