In 500 Postkarten durch die Neue Welt

Rund 10.000 Motive hatte der Verlag Curt Teich & Co zu seinen Glanzzeiten im Programm: Die handkolorierten Leinenpostkarten prägten den US-amerikanischen Markt zwischen 1931 und den späten 1950er Jahren. Curt Teich Sen. hatte sich ab 1905 einmal quer durch die USA (genauer gesagt durch den Amerikanischen Westen) fotografiert. Seine Aufnahmen bildeten den Grundstock der beliebten Bildpostkarten, stetig erweitert um populäre Motive – darunter immer wieder auch moderne Architektur.

Heute sind diese Postkarten mit ihrer besonderen Ästhetik bei Sammlern wieder begehrt. Die aktuell im Hirmer-Verlag erschienene Publikation „New West“ versammelt die 500 schönsten Beispiele aus der Teich-Ära: Der Bick von den Twin Peaks auf San Francisco, der Große Salzsee in Utah, die moderne Architektur des Arizona Biltmore Hotels, der Wartesaal der Union Station in Los Angeles, … – solche farbenfroh in Szene gesetzten Motive erzählen vom US-amerikanischen Fortschrittsglauben jener Jahre. (kb, 16.7.19)

Wagener, Wolfgan/Erganian, Leslie, New West. Innovation at the Intersection, Hirmer Verlag, 320 Seiten, 500 Farbabbildungen, 29,2 x 22,9 cm, gebunden, ISBN 978-3-7774-3189-5.

Titelmotiv: Town and Desert apartments, Palm Springs, California, 1948 (Bild: © Courtesy Wagener-Erganian Collection)

Liebesgrüße aus Wismar

„Send us a postcard from your brutiful holidays!“ bat das Deutsche Architekturmuseum kürzlich in Vorbereitung auf die Ausstellung „SOS BRUTALISMUS – Rettet die Betonmonster!“. Das Müther-Archiv in Wismar hat prompt eine passende Vorlage geliefert: Zum 10. Todestag des Architekten und Bauingenieurs Ulrich Müther gibt das an der Hochschule Wismar angesiedelte Institut eine Postkartenedition mit Fotografien der Magdeburger Hyparschale heraus.

Die Postkarten sind auch als SOS-Ruf zu verstehen. Die Hyparschale, ein denkmalgeschützter Bau Müthers aus dem Jahr 1969, ist seit 1997 baupolizeilich gesperrt und droht zu verfallen. Mit ihrem Betonschalendach in Form von vier hyperbolischen Paraboloiden steht sie exemplarisch für die Architektur Müthers und ist ein wertvolles Zeugnis der Ostmoderne. Bislang sind alle Rettungs- und Umnutzungsversuche gescheitert, kürzlich kündigte die Stadt jedoch an, in die Sanierung der Halle investieren zu wollen. Die Postkartenedition ist zum Preis von 5 Euro direkt beim Müther-Archiv an der Hochschule Wismar zu haben. Mütherfans sollten mit dem Kauf nicht zu lange zögern: die Auflage ist auf 100 Exemplare limitiert. (jr, 29.8.17)

Bildquelle: Hochschule Wismar/Georg Hundt