Cathedrals of Consumption

Cathedrals of Consumption

Berlstedt, Ländliches Einkaufszentrum (Bild: Bundesarchiv , Foto: H. Link, 1976)
Berlstedt, Einkaufszentrum, 1976 (Bild: Bundesarchiv Nr. 183-U0202-400, Foto: H. Link)

In der Moderne waren sie die eigentlichen Wallfahrtsorte: Einkaufszentren, Kaufhäuser und Geschäfte wurden als „Cathedrals of Consumption“ inszeniert. Innovative Baustoffe wie Stahl und Glas, neuste Beleuchtungstechniken und neue Gemeinschaftsräume wie Kunstgalerien oder Ankleidezimmer wurden in die Waagschale des wirtschaftlichen Wettbewerbs geworfen. Eine Formensprache, die mit den Jahrzehnten nur allzu gerne auch für andere Bauaufgaben übernommen wurde.

Bei Ashgate Press soll nun ein Band mit dem Arbeitstitel „Display Architecture: Department Stores and Modern Retail“ erscheinen – und hierfür werden noch gute innovative Beiträge gesucht. Damit setzt Anca I. Lasc eine Diskussion des vergangenen Jahrestreffens der Society of Architectural Historians in Austin fort: Handel kann nicht von seiner architektonischen bzw. architekturhistorischen Seite getrennt werden – von der äußeren Gestaltung bis hin zum Design der Ausstattung. (kgb, 24.6.14)

Inkl. Fußnoten/Bibliografie darf jedes Essay max. 6.500 Worte und vier Bilder umfassen. Bis zum 15. Juli 2014 können Abstracts (Thema, Methodik, CV) von max. einer Seite eingereicht werden, die abschließenden Essays würden bis zum 15. Dezember 2014 erbeten. Kontakt: Anca I. Lasc, Assistant Professor – History of Art and Design Department, Pratt Institute, Brooklyn, NY, alasc@pratt.edu.

Die Mitte der Berliner Gropiusstadt

Die Mitte der Berliner Gropiusstadt

J. H. Brinkkötter, Eine (halb-)runde Sache (Bild: J. H. Brinkkötter)
Jan Brinkkötter untersucht die Planungsgeschichte der Berliner Gropiusstadt (Bild: J. Brinkkötter)

Spätestens seit dem Skandal-Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ wird die Berliner Gropiusstadt ihr Schmuddel-Image nicht mehr los. Doch sehen Architekturbegeisterte längst mehr als einen „sozialen Brennpunkt“, entwarf doch kein Geringerer als Walter Gropius (1883-1969) die modellhafte Neubausiedlung. Mit seinem Büro „The Architects Collaborative“ entwickelte der Bauhaus-Künstler das innovative Konzept, das bis 1975 in stark veränderter Form im Berliner Stadtteil Neukölln umgesetzt wurde.

In seinem Buch „Eine (halb-)runde Sache? Zum Denkmalwert der städtebaulichen Mitte von Gropius und The Architects Collaborative in der Berliner Gropiusstadt“ untersucht der Architekturhistoriker Jan Hendrik Brinkkötter die Planungsgeschichte der Gropiusstadt. Er konzentriert sich auf zwei prägende Bauten: das halbrunde Gropiushaus und das Hochhaus der Baugenossenschaft Ideal. Über vielfältiges Plan- und Abbildungsmaterial hinaus bietet das Taschenbuch eine Chronik und Informationen zu den beteiligten Personen. (kgb, 19.6.14)

Jan Hendrik Brinkkötter, Eine (halb-)runde Sache? Zum Denkmalwert der städtebaulichen Mitte von Gropius und The Architects Collaborative in der Berliner Gropiusstadt, 2014, Taschenbuch, 150 Seiten, ISBN 978-3000439704.

Herbert Rimpl. NS und Wiederaufbau

Herbert Rimpl. NS und Wiederaufbau

Herbert Rimpl (Bild: Reimer-Mann-Verlag)
Eine neue Publikation stellt das widersprüchliche Leben des Architekten Herbert Rimpl in der NS- und Nachkriegszeit dar (Bild: Reimer-Mann-Verlag)

Herbert Rimpl (1902-78) leitete den größten Architekturkonzern Westeuropas im Dritten Reich – und prägte nur wenige Jahre später den bundesdeutschen Wiederaufbau. Ein widersprüchliches Architektenleben, dem Jo Sollich im Reimer-Mann-Verlag nun eine reich bebilderte Publikation gewidmet hat. Nach seinem Studium in München wurde Rimpl bekannt für moderne Industriebauten, u. a. das Oranienburger Heinkel-Werk. In der NS-Zeit erhielt er auch repräsentative städtebauliche Aufträge von Herrmann Göring oder Albert Speer.

Nach dem Krieg wirkte Rimpl als freier Architekt mit eigenem Büro in Mainz und Wiesbaden. In der hessischen Landeshauptstadt setzte er, über Projekte im Wiederaufbau hinaus, z. B. das Bundeskriminalamt (1954) oder in Biebrich die Heiliggeistkirche (1960) um. Der Architekturhistoriker Sollich geht Rimpls Schaffen nicht allein aus ästhetisch-soziologischer Sicht nach. Ein umfangreiches Werk- und Mitarbeiterverzeichnis runden seine Publikation ab. (kgb, 13.6.14)

Jo Sollich, Herbert Rimpl (1902–1978), Architekturkonzern unter Hermann Göring und Albert Speer – Architekt des deutschen Wiederaufbaus, Reimer-Mann-Verlag, 2013, 431 Seiten, 617 Abbildungen, 21 × 26 cm, gebunden, ISBN 978-3-496-01481-2.