Baukunst der Nachkriegsmoderne

Kaum eine deutsche Großstadt veränderte ihr Gesicht nach 1945 so stark, wie das lange geteilte Berlin. Umso größer sind die Entdeckungen, die heute auf Architekturbegeisterte in der alten/neuen Hauptstadt warten. Ende 2013 stellten die illustren Herausgeber – Adrian von Buttlar, Kerstin Wittmann-Englert und Gabi Dolff-Bonekämper – daher im Berliner Reimer-Mann-Verlag einen umfassenden Architekturführer zusammen. Unter dem Titel „Baukunst der Nachkriegsmoderne“ werden ausgewählte Berliner Bauten der Jahre 1949 bis 1979 vorgestellt.

Ein ehrgeiziges Vorhaben, für das über 30 Autoren mehr als 200 Objekte beschrieben. Der engagierte Kreis fand sich in Seminaren der Herausgeber zusammen, wuchs über diese hinaus und machte u. a. mit der Ausstellung „denkmal!moderne – Vom Umgang mit unserem jüngsten Architekturerbe“ (TU Berlin und BCC Berlin) von sich reden. Unterstützt werden die Texte des neuen Architekturführers durch sprechende Fotografien von Alfred Englert, Mila Hacke und Markus Hilbich. Schon im Durchblättern erschließt sich dem Leser dadurch die hohe Bedeutung – vom architektonisch-ästhetischen Reiz bis zum historisch-politischen Zeugniswert – vieler moderner Baukunstwerke, für die sich Berlin gerade um den Welterbestatus bemüht. (7.5.14)

Buttlar, Adrian von/Wittmann-Englert, Kerstin/Dolff-Bonekämper, Gabi, Baukunstwerke der Nachkriegsmoderne. Architekturführer Berlin 1949-79, Reimer-Mann-Verlag, Berlin 2013, 502 Seiten, broschiert, über 640 Farbabbildungen und Grundrisse, 16,5 × 23,5 cm, ISBN 978-3-496-01486-7.

Baukunst der Nachkriegsmoderne (Bild: Reimer-Mann-Verlag)

Parkhäuser im Blick

Als die Moderne mit dem Auto mobil wurde, entstanden zugleich neue Bautypen. Darunter das Parkhaus, dem Joachim Kleinmanns seine „Architekturgeschichte einer ungeliebten Notwendigkeit“ widmet. Nachdem man in den 1920er Jahren verschiedene Lösungen erprobt hatte, machte die Massenmotorisierung das Parkhaus nach 1945 stadtbildprägend. Das im Jonas-Verlag erschienene Buch umreißt nicht allein die (bau-)technischen Entwicklungen, sondern bietet durch historische Fotografien auch einen anschaulichen Einstieg ins Thema. (5.4.14)

Joachim Kleinmanns, Parkhäuser. Architekturgeschichte einer ungeliebten Notwendigkeit, Jonas-Verlag, 2011, 208 Seiten, 112 Abbildungen, ISBN 978-3-89445-447-0.

Parkhäuser im Blick (Bild: Jonas-Verlag)

Stadtspaziergänge durch Stuttgart

Bevor die Diskussion um „Stuttgart 21“ die Medien beherrschte, waren der Hauptbahnhof und weitere Bauten der Stadt berühmt für ihre klare moderne Gestaltung. Wer sich Stuttgart als heimliche Hauptstadt der Architektur-Moderne zurückerobern will, hat in einer neuen Publikation des G. Braun-Verlags einen kundigen Begleiter. Die beiden Kunsthistorikerinnen Valérie Hammerbacher und Anja Krämer stellten einen Architekturführer zusammen, der bewusst den Bogen von der klassischen Moderne bis zu zeitgenössischen Bauten schlägt. Insgesamt 22 Stadtspaziergänge – je zu einem Themenschwerpunkt – zeigen bekannte ebenso wie fast verborgene Punkte der modernen Architektur. Erfreulich sind die hilfreichen Überblickskarten, die kurzen informativen Beschreibungen und die ansprechenden Abbildungen. Schade nur, dass der Lesefluss immer wieder durch Werbeanzeigen unterbrochen wird. (28..3.14)

Valérie Hammerbacher/Anja Krämer, Stuttgart. Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts. 22 Stadtspaziergänge, G. Braun-Verlag, 2013, 316 Seiten, 252 Abbildungen, ISBN 9783765086120.

Neuer Architekturführer (Bild: G. Braun-Verlag)