Schlagwort: Rathaus

Siegburg, Rathaus (Bild: Die Linke)

Rathaus Siegburg bleibt

Die Siegburger haben die Abrisskugel erfolgreich von ihrem Rathaus abgewehrt. Das Abstimmungsergebnis spricht eine klare Sprache: Ein Rathausneubau fand mit 29,8 Prozent der Stimmen bemerkenswert wenig Befürworter. Einfach gemacht wurde die Entscheidung den Bürgern nicht: Im Abstimmungsheft fanden sich eher verwirrende und umstrittene Zahlen aus Machbarkeitsstudien zu den Kosten. Ausgerechnet die größte Fraktion im Rat, die CDU, fand nicht zu einer klaren Empfehlung in der Sache, während sich etwa die FDP klar für den Neubau aussprach. Ohne Erfolg: 70,2 Prozent stimmten für den Erhalt des alten Rathauses, dessen Instandhaltung in den vergangenen Jahren auffällig vernachlässigt wurde.

Von 33.152 Wahlberechtigten haben allerdings nur 9792 Personen abgestimmt, das ist eine Wahlbeteiligung von 29,5 Prozent. Schon einmal, nämlich 2010, wurde über den Rathaus-Abriss abgestimmt und auch damals sprach sich eine Mehrheit dagegen aus. Nun sind weitere Anläufe wohl endgültig vom Tisch. Das 1968 eingeweihte Gebäude soll saniert und um ein Geschoss aufgestockt werden. Architekt des Siegburger Rathauses ist Peter Busmann, der später im gemeinsamen Büro mit Godfrid Haberer unter anderem in Köln das Museum Ludwig und die Simultanhalle entwarf. Beim Rathausumbau wartet Busmann nun auf die Kontaktaufnahme seitens der Stadt – denn es gilt das Urheberrecht. (db, 6.12.18)

Siegburg, Rathaus (Bild: Die Linke)

Offenbach an der Queich, Rathaus (Bild: © Friedrich Haag, wikimedia commons, CC BY SA 4.0, 2016)

Offenbach an der Queich: Rathaus „abrissbereit“

Als hätte Henri Matisse heftig brutalistisch geträumt: In Offenbach an der Queich (Südliche Weinstraße) enstand 1979 nach Plänen des Architekten Eduard Arnold ein Rathaus der feinsten Sorte. Der Stahlbetonskelettbau mit dem zeichenhaft aufgeständerten Ratssaal erhielt abstrahierende Betonreliefs von Karl-Heinz Deutsch. In den Folgejahren kamen kleinere Anbauten und ein Trauzimmer hinzu. Darüber hinaus hat sich das Offenbacher Rathaus weitestgehend unverändert erhalten. Bis jetzt.

2015 entschied sich die Kommune für einen Neubau auf der grünen Wiese. Das bisherige Rathaus sei von Bauschäden geplagt, eine Sanierung wirtschaftlich nicht vertretbar. Im Folgejahr wurde das Ensemble, auf Initiative des Architekten Arnold und des Bildhauers Deutsch, unter Denkmalschutz gestellt – mitsamt des ebenfalls von Deutsch gestalteten Brunnens vor dem Rathaus. Nur wenige Tage darauf genehmigte die Kommune den Abriss unter der Auflage, die Betonreliefs zu erhalten. Seither wartet die Betonschönheit „abrissbereit“ auf die Fertigstellung des neuen Rathauses. (kb, 31.8.18)

Offenbach an der Queich, Rathaus (Bild: © Friedrich Haag, wikimedia commons, CC BY SA 4.0, 2016)

Rathaus Arnsberg (Bild: Machahn, CC BY SA 3.0)

Arnsberg: Denkmalschutz contra Sanierung?

Landein, landaus kommen die Rathäuser der Nachkriegsmoderne in die Jahre. Während man dies mancherorts zum Anlass für Umbau-  und Abrissdebatten nimmt, diskutiert man anderswo die denkmalgerechte Sanierung. Im sauerländischen Arnsberg fällt derzeit beides zusammen. Die Stadt schrieb im vergangenen Jahr einen weitreichenden Architektenwettbewerb zur Sanierung des Rathauses aus den 1960er Jahren aus. Neben den Aspekten Energieverbrauch und Barrierefreiheit zielte er auch auf ein neues Grünflächenkonzept ab. Im September 2017 wurde ein Siegerentwurf gekürt, anschließend ein Auftrag vergeben. Bis die Sanierung beginnt, könnte jedoch noch einiges Wasser die Ruhr herunterfließen.

Kürzlich stellte nämlich der Landschaftsverband Westfalen Lippe einen Antrag auf Denkmalschutz. Das Rathaus wird nicht nur als mustergültiger Vertreter der Nachkriegsmoderne eingestuft, sondern besitzt auch wegen seiner historischen Bedeutung Denkmalwert. Der Bau wurde 1968 für die kurzlebige Stadt Neheim-Hüsten (1941-74) errichtet, die mittlerweile in Arnsberg aufgegangen ist. Die Anforderungen des Denkmalschutzes könnten die Sanierung natürlich erheblich verteuern. Die Initiative stieß auf Seiten der Stadt, die den Antrag nun prüfen muss, nach Informationen der Westfalenpost auf wenig Gegenliebe. Man darf gespannt sein – und erleichtert, dass Abriss in Arnsberg offenbar keine Alternative ist. (jr, 16.5.18)

Rathaus Arnsberg (Bild: Machahn, CC BY SA 3.0)

Kaiserslautern, Rathaus (Bild: E. K., CC BY SA 3.0)

Roland Ostertag verstorben

Am 11. Mai verstarb ein Architekt, den Worte wie „engagiert“ oder „rührig“ nur unzureichend beschreiben würden: Roland Ostertag, geboren am 19. Februar 1931 in Ludwigsburg, war eng mit Stuttgart verbunden. Hier hatte er bis 1956 an der TH studiert und bis 1957 bei Curt Siegel und Jürgen Joedicke gearbeitet, hier hatte er sich anschließend als Architekt selbständig gemacht. 1970 wechselte Ostertag an die TU Braunschweig, wo er bis 1998 als Ordinarius für Gebäudelehre und Entwerfen wirkte.

Neben Wohnbauten, machte er sich vor allem mit öffentlichen Projekten einen Namen. Zu seinen Hauptwerken zählen die Rathäuser in Kaiserslautern, Laupheim und Bad Friedrichshall. Von 1993 bis 1996 stand Ostertag als Präsident der Bundesarchitektenkammer vor, des Weiteren lehrte er als Gastprofessor an der TU Wien und wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse geehrt. Bis zuletzt hatte er sich (nicht nur) in Stuttgart in die städtebauliche Diskussion eingebracht, u. a. deutlich gegen Stuttgart 21 votiert. Roland Ostertag starb im Alter von 87 in Stuttgart. (kb, 15.5.18)

Kaiserslautern, Rathaus (Bild: E. K., CC BY SA 3.0)

Laupheim, Rathaus (Bild: Peter Liptau)

Rathaus Laupheim auf der Kippe

Seit spätestens 2015 ist klar: In Laupheim muss etwas passieren am und im Rathaus. Sanierung oder Abriss? Beide Optionen hält sich die Stadt seither offen. 2015 in einer Wettbewerbsausschreibung heißt es erstmals „Das sanierungsbedürftige Rathaus steht ebenso wie einige Gebäude zwischen Marktplatz und Schlosspark zur Disposition“. Aus einer Pressemeldung des Jahres 2016 geht hervor, dass der Siegerentwurf des Büros Mack aus Fellbach aus drei Teilen bestünde, die auch getrennt und separat voneinander durchführbar sind. Einer davon ist das Rathaus.

Seither ist nicht viel passiert, so dass der städtische Baudezernent im Juli 2017 den Abriss forderte, auch weil mit einer Sanierung des Bestandsgebäudes niemals der Neubaustandard erreicht werden könne. Außerdem biete sich bei einem Neubau die Möglichkeit einer großräumigen Tiefgarage. Zusätzlich bedürften alle Veränderungen des Gebäudes einer Zustimmung des Architekten Roland Ostertag, dessen Entwurf 1969 als Wettbewerbssieger ausgewählt und 1974/75 erbaut wurde. Ostertag gilt heute als einer der wichtigen Hochschullehrer und Architekt für Behördenbauten der Nachkriegszeit. Als sein Schlüsselwerk gilt vor allem das Rathaus in Kaiserslautern. Seine Erkenntnisse beim Bauen für Behörden fasste er in seinem Buch „Rathäuser und Kommunale Zentren“ zusammen, das in dem Bereich lange Zeit als Standardwerk galt. (pl, 27.3.18)

Laupheim, Rathaus (Bild: Peter Liptau)

Iserlohn, Rathaus (Bild: Sauerlandtom, via mapio.de)

Rathaus Iserlohn soll „kernsaniert“ werden

Bis 1974 war die Welt in Iserlohn noch in Ordnung: Da gab es ein malerisches Rathaus, das der Architekt Wilhelm Raffloer 1875 im verspielten Stil der Neorenaissance gestaltet hatte. Doch seit Mitte der 1970er Jahre dient dieser Bau als Stadtbücherei, denn Iserlohn hatte nach rund 100 Jahren ein neues Rathaus erhalten. Ein Architektenteam unter der künstlerischen Oberleitung von Ernst Dossmann brachte die zuvor über die Stadt verteilten Verwaltungsfunktionen von 1972 bis 1974 in einem klaren kantigen Betonbau am Schillerplatz zusammen.

Und diese Betonschönheit steht seit der Jahreswende unter Denkmalschutz. Noch 2014, zum 40-jährigen Jubiläum der Einweihung, hatte man – im Zuge der avisierten Neugestaltung des Schillerplatzes – laut über einen Neubau nachgedacht. Nun ist von einer „Kernsanierung“ Anfang der 2020er Jahre die Rede. Der neue Schutzstatus wird dabei auch die Denkmalpflege mit an den Verhandlungstisch bringen. Zusätzlich wirft die Stadt mit ihrem neuen Kulturdenkmal ein Auge auf Fördertöpfe wie für die „Regionale 2025“. Während der Betonbau heute vor Ort nicht nur geliebt wird, war man 1974 voller Stolz. In einer Broschüre zur Einweihung hieß es: „Das Auffälligste am neuen Rathaus ist seine Schönheit.“ Dem haben wir nichts hinzuzufügen. (kb, 25.3.18)

Iserlohn, Rathaus (Bild: Sauerlandtom, via mapio.de)

Schrobenhausen, Rathaus, 2011 (Bild: Aisano, GFDL oder CC BY SA 4.0)

Neues Denkmal für Schrobenhausen

Bei Vokabeln wie „Betonklotz“ reibt sich der ruhrpottgewöhnte Architekturbeschauer verdutzt die Augen. Doch für das oberbayerische Schrobenhausen ist der Rathausbau am Lenbachplatz etwas deutlich Modernes: Der – farbig angepasste, teils kupferverkleidete und mit einem versöhnlichen Satteldach versehene – Stahlbetonbau entstand 1968/69 nach Plänen des Architekten Peter Buddeberg. Dass dafür damals das historische Rathaus niedergelegt wurde, mag die Phantomschmerzen für manche Schrobenhausener noch verstärken. So wurde es nicht nur mit Freude begrüßt, als die Denkmalpflege das „neue“ Rathaus unter Schutz stellte.

Hintergrund der Kritik ist die anstehende Sanierung des nachkriegsmodernen Rathauses. Von einer Verlegung, von einem Abriss gar war zwischendurch die Rede. Im Frühjahr beschloss der Stadtrat jedoch, nicht gegen die Unterschutzstellung vorzugehen. Das Landesamt sieht den Bau als „einen herausragenden Bezugspunkt im Ensemble Altstadt“. Landeskonservator Mathias Pfeil stellte sich diesen Herbst der „Schrobenhausener Zeitung“. Die Unterschutzstellung des Rathauses stehe noch in einem größeren Zusammenhang, arbeite das Landesamt doch gerade Bauten der 1960er/70er Jahre mit ihren besonderen Qualitäten auf. „Gebäude, die relativ jung sind, brauchen Zeit, bis sie anerkannt sind.“ Buddeberg habe sich in Schrobenhaus städtebaulich sensibel am historischen Standort und an Vorbildern wie der „Schrannenhalle“ orientiert. (kb, 1.11.17)

Schrobenhausen, Rathaus, 2011 (Bild: Aisano, GFDL oder CC BY SA 4.0)

Siegburg, Rathaus (Bild: Die Linke)

Rathaus Siegburg – Quo Vadis?

Das Rathaus Siegburg feiert im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag. Wie es weitergeht mit dem wuchtigen, doch radikal schlichten Waschbetonbau von 1968, ist unklarer denn je. Der Sanierungsstau ist erheblich, mittlerweile schützen Netze vor herabfallenden Fassadenbröseln. Eigentlich sollte eine Entscheidung über Sanierung oder Abriss Ende 2016 fallen – nachdem bereits jahrelang diskutiert wurde. Zumindest bescheinigt ein Gutachten der Statik des Altbaus einen einwandfreien Zustand und beziffert die Sanierungskosten auf 18,5 Millionen. Alternativ stehen Abriss und Neubau an gleicher Stelle oder ein Neubau an anderer Stelle zur Debatte. Hierfür liegen die voraussichtlichen Kosten zwischen 20 und 22 Millionen Euro. Langsam drängt die Zeit: Die (noch) genehmigte Interimslösung für den Brandschutz im Gebäude läuft Ende 2017 ab.

Peter Busmann, von 1965 bis 1968 ausführender Architekt des Siegburger Rathauses, ist vom Umgang mit seinem Entwurf seit jeher unzufrieden. Der vorgesehene Platz vor dem Gebäude wurde nie umgesetzt. Das hierfür freigehaltene Gelände hatte die Stadt verkauft, heute stehen hier weitere Häuser. „Ich konnte die Siegburger Politik nicht dazu bewegen, das nicht zu machen, aber ich habe mir damals geschworen, für diese Stadt nie wieder etwas zu bauen“, sagte Busmann 2014 im Interview mit dem Bonner General-Anzeiger. Bei einem eventuellen Umbau erwarte er mit Hinweis auf sein Urheberrecht eine Kontaktaufnahme. (db, 24.6.17)

Rathaus Siegburg (Bild: Die Linke)

Köln-Rodenkirchen, Bezirksrathaus (Bild: Willy Horsch, CC BY 2.5)

Aus fürs Rathaus Rodenkirchen

Eigentlich war der Abbruch des Bezirksrathauses Köln-Rodenkirchen schon seit Langem geplant, doch mit jedem Jahr, das der nach wie vor genutzte Bau unberührt überstand, stieg vermeintlich die Hoffnung auf Erhalt: Die Architektur des Brutalismus erfreut sich längst wieder wachsender Beliebtheit, und das achtgeschossige Gebäude ist ein nahezu unberührter Vertreter jener Ära. Der damalige Stadtkonservator Krings hatte zwar bereits 2005 den Denkmalschutz abgelehnt, doch ist seither einiges Wasser den Rhein herabgeflossen. Was damals galt, könnte man ja heute noch einmal prüfen … Nun aber ist es wohl endgültig aus, denn das Rathaus Rodenkirchen ist nach Aussage der Städtischen Gebäudewirtschaft Köln mit PCB und Asbest belastet. Bis 2020 soll es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Das Rathaus im bis 1975 noch eigenständigen Rodenkirchen wurde 1966/67 nach Plänen des Architekten Walther Ruoff (1914-1991) errichtet und kurz nach Fertigstellung mit dem Architekturpreis der Stadt Köln ausgezeichnet worden. Insbesondere die Bürgervereinigung Rodenkirchen setzt sich seit Jahren für den Erhalt ein – nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus bauhistorischen Gründen. Der Antrag auf Denkmalschutz kam seinerzeit ebenfalls von der Bürgervereinigung. (db, 17.5.17)

Köln, Rathaus Rodenkirchen, 2007 (Bild: Willy Horsch, CC BY SA 2.5)

Olpe: Rathaus abgewählt

Olpe: Rathaus (Bild: Donald Townsend, CC-BY-SA 2.5)
Hat die Mehrheit gegen sich: das Olper Rathaus (Bild: Donald Townsend, CC BY SA 2.5)

Im sauerländischen Olpe entschieden die Bürger dieser Tage über ihr Rathaus; und das ist nicht metaphorisch gemeint. Das sanierungsbedürftige Hochhaus aus den 1970ern war Gegenstand eines Bürgerentscheids. Sanierung oder Neubau, diese Frage stand bereits seit 2011 im Raum. Eine klare Mehrheit sprach sich nun gegen die Sanierung aus, das Schicksal des Verwaltungsturms scheint damit besiegelt. Während an anderer Stelle ein Neubau entsteht, soll das alte Rathaus abgerissen werden.

„Wir dürfen damit rechnen, daß auch künftige Generationen mit uns der Ansicht sind, ein für unsere kommunale Selbstverwaltung in Größe, Gestaltung und Funktionsfähigkeit geziemendes Haus errichtet zu haben.“ war sich der damalige Bürgermeister Alfred Enders zur Eröffnung im Jahr 1978 noch sicher. Das Votum dieser Generationen fiel nun großteils anders aus, 63 Prozent stimmten gegen das monumentale Bauwerk mit der markanten, aufgestelzten Sockelzone. Es war nach Entwürfen des Büros Allerkamp in den Jahren 1975-77 errichtet worden und wirkte auch als städtebauliche Dominante. Die Leitlinien für die künftige Stadtentwicklung liegen noch nicht fest. (jr, 9.4.17)

Reutlingen sucht Architekt/in

Reutlingen, Rathaus (Bild: Greencherry, CC-BY-SA 4.0)
Gerade erst 50 geworden: das Reutlingener Rathaus (Bild: Greencherry, CC-BY-SA 4.0)

In der heimeligen Altstadt von Reutlingen wird das wuchtige Rathaus noch immer gerne als Fremdkörper bezeichnet. Vor wenigen Jahren schlug die dortige CDU-Fraktion vor, den Verwaltungstrakt zu verkaufen und abzureißen, damit ein Investor ein Shopping-Center bauen könne. Gestoppt wurden die Pläne zunächst durch die Landesdenkmalpflege, als das Rathaus 2013 unter Schutz kam. Im April 1966 wurde das Rathaus eingeweiht, Architekten waren der Bonatz-Schüler Wilhelm Tiedje und sein Partner Rudolf Volz. Es ersetzte das neogotische Ratsgebäude, das im März 1945 zerstört wurde.

Jüngst konnte das Reutlinger Rathaus sein 50-jähriges Jubiläum feiern – ohne dass ein Bagger daran geknabbert hat. Nun sucht die Stadt für die denkmalgerechte Sanierung seines Rathausgebäudes für die neu gegründete Abteilung Sonderprojekte zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen Architektin/Architekten. „‚Kernbereich‘ des Aufgabengebietes ist die Wahrnehmung von Bauherrenaufgaben.“ Erwartet werden: ein abgeschlossenes Architekturstudium (Dipl. Ing. oder Bachelor) oder eine vergleichbare Qualifikation, Erfahrung im Bereich Projektmanagement, sehr gute Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit sowie Teamfähigkeit sowie eine selbständige, sorgfältige und zuverlässige Arbeitsweise. Bewerbungen werden bis 13. August 2016 online entgegengenommen. Wünschen wir dem Geburtstagskind Rathaus möglichst viele gute Bewerber! (db/kb, 3.8.16)

50 Jahre Rathaus Kaiserslautern

Ostertags Rathaus ist heute eines der Wahrzeichen von Kaiserslautern (Bild: E.K.)
Ostertags Rathaus ist heute eines der Wahrzeichen von Kaiserslautern (Bild: E.K.)

„Profanbau mit städtebaulicher Dominanz“ und Symbol für den „gelungenen Wiederaufbau und die aufstrebende Entwicklung“ Kaiserslauterns sollte das neue Rathaus laut dem damaligen Oberbürgermeister Walter Sommer sein. Der Architekt Roland Ostertag (*1931) wurde diesem Anspruch gerecht, indem er der Stadt das höchste Rathaus der Bundesrepublik baute. 1964 wurde der Grundstein gelegt. Tatsächlich boomte Kaiserslautern damals, 1970 wurde die magische 100.000-Einwohner-Marke übersprungen und das Zentrum der Westpfalz offiziell zur Großstadt erklärt. Die Metropolen-Ambitionen, die der Bau verkörpern sollte, konnten in den Folgejahren jedoch nicht aufrecht erhalten werden: Wirtschaftliche Rezession sowie der Abzug der französischen Truppen trafen die Stadt hart und verhinderten ein weiteres Wachstum.

Das 84 Meter hohe Bauwerk wurde mit seiner streng gerasterten Fassade dennoch fester Bestandteil der städtischen Identität Kaiserslauterns. Ursprünglich sollte es in leicht abgewandelter Form im knapp 60 Kilometer entfernten Mannheim stehen. Ostertag gewann 1960 den dortigen Wettbewerb für ein neues Rathaus, wegen Finanzierungsschwierigkeiten wurde der Bau jedoch abgebrochen. (jr, 16.8.14)