Betondatenbank

Was Sie immer schon über Beton wissen wollten und sich nicht zu fragen trauten: Hier finden Sie Antworten! Mit der interaktiven englischsprachigen Online-Datenbank „InnovaConcrete“ stellen sich weltweit Experten der Betonsanierung und -restaurierung vor. Denn, so die Betreiber der Seite, was wäre die Kultur des 20. Jahrhunderts ohne den grauen Kunststein. Von der Skulptur bis zur Architektur fand der günstige und formbare Baustoff reiche Anwendung. Immer wieder wurden neue Zusammensetzungen und Techniken erprobt, die sich bei der Restaurierung allzu oft als Wundertüte entpuppen.

Umso wichtiger ist es für die Praxis, von der Denkmalpflege bis zum Architekturbüro, auf ein gutes Netzwerk zurückgreifen zu können. Um Erfahrungen, Methoden und Adressen austauschen zu können. Hier will „InnovaConcrete“ mit einem einfachen Tool bei der Entscheidungsfindung helfen. Als Grundlage werden u. a. die Leitlinien von ICOMOS zugänglich gemacht. Weiterführend soll der Nutzer den (kulturellen) Wert eines Betonbaus einschätzen, die Bau- und Konstruktionsgeschichte besser verstehen sowie einen angemessenen Weg zur Erhaltung entwickeln können. Entsprechend hält die von der Europäischen Union geförderte Datenbank u. a. eine Literaturliste, Fallstudien und eine Experten-Adressliste bereit. (kb, 22.4.20)

Sylt, Tetrapode am Strand (Bild: AndreasS, GFDL, 2004)

Rückkehr der Arbeiterklasse

Im Rathaus Neubrandenburg kehrt die sozialistische Kunst zurück: Die Restauratorin Helma-Konstanze Groll hat mit der Freilegung des zweiteiligen Bildes „Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“ von Wolfram Schubert begonnen, das 1991 überklebt worden war. Der heute 93-jährige hatte das Werk 1969 zum 20. Jahrestag der DDR für die SED-Bezirksleitung und den Rat des Bezirks geschaffen. Als das Bezirksratsgebäude nach der Wiedervereinigung zum Rathaus wurde, kamen die Maler… Anlässlich der jetzigen Sanierung des Ostmoderne-Baus von 1967 wurde beschlossen, das Wandbild wieder sichtbar zu machen. „Wir können heute viel offensiver mit solcher Kunst umgehen, als gleich nach der Wende“, so Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos).

Wolfram Schubert, der dem Arbeitsbeginn beiwohnte, sagte denn auch, dass er „das heute nicht mehr so malen würde“ – schon mit Blick auf die Ereignisse des Prager Frühlings 1968. Der nahe Jüterbog geborene Schubert war von 1965-88 Vorsitzender des Bezirksverbands Bildender Künstler in Neubrandenburg und 1973-77 Leiter des Fachgebiets Malerei an der Kunsthochschule Weißensee. Er galt als einer der einflussreichsten Künstler der DDR. Die Kosten, das 30 Quadratmeter große Werk zu restaurieren, auf dem unter anderem Marx und Lenin abgebildet sind, werden auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Wolfram Schubert hat angeboten, bei Bedarf auch selbst das Gerüst zu erklimmen. (db, 9.2.20)

Neubrandenburg, Rathaus, Ausschnitt „Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“ (Bild: Stadtarchiv Neubrandenburg)

Noch weiter über das Neue Bauen hinaus

Spätestens nach diesem Jubiläumsjahr wissen wir eigentlich schon alles über das Bauhaus, oder allgemeiner, über das Neue Bauen. Zumindest lässt uns das die Vorstellung der großen, perfekt restaurierten Ikonen dieser Zeit glauben. Doch wie steht es um die Geschichte ihrer Erhaltung? Der Umgang mit diesem Kulturerbe hat unser Bild der Moderne geprägt, so die These der Münchener Vorlesungsreihe „über das neue bauen hinaus“. Sie bildet die Fortsetzung der gleichnamigen Veranstaltungsreihe des letzten Semesters unter der Leitung der Professur NB, Prof. Andreas Putz, und des Lehrstuhls RKK, Prof. Thomas Danzl, im Rahmen des Netzwerks reused.TUM.

Die Gastvorträge finden jeweils ab 18.45 Uhr statt an der Technischen Universität München (Ecke Gabelsbergerstraße/Luisenstraße, Thierschbau, Raum 2350, Alte Architekturbibliothek). Auf dem Programm stehen: Am 29. Oktober 2019 spricht Andreas Putz über „A Tale of Two Towers“. Am 26. November 2019 referiert Julia Feldtkeller über das Nationaltheater in Mannheim. Am 10. Dezember 2019 führt Felix Wellnitz durch die Restaurierungsgeschichte von Haus Schminke in Löbau. Am 17. Dezember 2019 berichtet Wolfgang Frey über die Neue Nationalgalerie in Berlin. Am 14. Januar 2020 präsentiert Claudia Mohn die Werkbundsiedlung Weißenhof in Stuttgart. Und nicht zuletzt spricht Claudia Devaux am 28. Januar 2020 über die Villa E-1027 in Roquebrunne-Cap-Martin. Die Veranstaltungsreihe wird von moderneREGIONAL als Medienpartner begleitet. (kb, 28.10.19)

Löbau, Haus Schminke (Bild: Frank Vincentz, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2012)