Robotron-Kantine wieder vogelfrei

„Ich schlage vor, die Robotron-Kantine abreißen zu lassen und die vorgesehenen über zwölf Millionen Euro zum Beispiel für Mietwohnungsbau, Brückensanierung oder Radwegebau zu verwenden“ lautet der Text einer eingereichten Petition, die nun vom zuständigen Ausschuss geprüft wird. Moment mal! War die Zukunft der Dresdener Robotron-Kantine nicht gesichert? Eigentlich schon: Ende Januar 2019 beschloss die Mehrheit des Stadtbezirksrats den Erhalt ders Flachbaus als Zeugnis der Baukunst der Ostmoderne – auch, wenn Sanierungskosten von 12 Millionen Euro im Raum standen. Die Verwaltung plante, die Kantine in die Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2025 zu integrieren. Das Projekt ist leider schiefgegangen: Dresden flog Ende 2019 bereits im Vorentscheid raus. Auch die Kaufmöglichkeit der Robotron-Kantine war kurz darauf weg!

Hinter den Kulissen hat die Düsseldorfer Gerch Group nur wenige Tage nach dem Aus der Kulturhauptstadt-Bewerbung das Robotron-Areal vom bisherigen Eigner Immovation erworben. Und bei Gerch fühlt man sich nicht an irgendwelche Zusagen gebunden. Man „wolle in Ruhe überlegen, ob man die Kantine erhalte“, so ein Sprecher. Das ewige Tauziehen mit finanzstarken Investoren scheint also weiterzugehen, während der seit 4 Jahren leergeräumte Bau verfällt. Ob ein wie nun geforderter Abriss allerdings den Status des 100.000-Quadratmeter-Geländes als potentielles Spekulationsobjekt in Filetlage ändert, darf angezweifelt werden. mR unterschreibt jedenfalls nix! (db, 14.2.20)

Das Robotron-Puzzle

Das Robotron-Puzzle

Dresden, Robotron (Bild: Martin Maleschka)
Noch vor der Demontage: Glasgestaltung am Dresdener Robotron-Gelände (Bild: Martin Maleschka)

Das Netzwerk ostmodern rief vor wenigen Wochen den Investor des Dresdener Robotron-Areals dazu auf, künstlerisch wertvolle Bleiglasfenster vor der Zerstörung zu bewahren. Sie befanden sich damals noch im Komplex „Atrium I“ – jenem Gebäude, das gerade zugunsten einer Wohnanlage abgerissen wird. Bei diesem Bau der einstigen DDR-Microchipschmiede wurde großer Wert auf die Gestaltung gelegt – erkennbar etwa an den Fassadenteilen aus Meissner Keramik oder den Giebelwänden aus Formsteinen der Dresdner Künstler Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht. Das größte Stück Baukunst ist das Bleiglas-Mosaik im Treppenhaus. Den Entwurf lieferte der leitende Architekt des Gesamtkomplexes, Axel Magdeburg, ausgeführt wurde es durch die Künstler Günter Gera und Gerhard Papstein.

Nun hat die die Tochtergesellschaft der Immovation-Unternehmensgruppe, so meldet dresden.de, zwei Elemente der künstlerischen Glasgestaltung an die Stadt Dresden übergeben. Der Immobilienentwickler war mit dem Denkmalamt übereingekommen, Teile dieser Kunst am (nicht denkmalgeschützten) Bau exemplarisch zu sichern. Leider mussten die aktuell demontieren Elemente in ihre Einzelteile zerlegt werden, da ein vollständiger Ausbau technisch unmöglich gewesen sei. Zusätzlich übergab der Investor zwei bereits zuvor vollständig geborgene Elemente einer Glasgestaltung der Künstlerin Roswitha Oehme-Heintze vom Robotron-Gelände. (kb, 29.4.16)

Rettet die Robotron-Fenster

Rettet die Robotron-Fenster

Dresden, Robotron (Bild: Martin Maleschka)
Eventuell bleibt die gewaltige Bleiverglasung des Dresdener Robotron-Gebäudes (1969-72) erhalten (Bild: Martin Maleschka)

Das Netzwerk ostmodern ruft den Investor des Dresdener Robotron-Areals dazu auf, künstlerisch wertvolle Bleiglasfenster vor der Zerstörung zu bewahren. Sie befinden sich im Komplex „Atrium I“ – jenem Gebäude, das gerade zugunsten einer Wohnanlage abgerissen wird. Bei diesem Bau der einstigen DDR-Microchipschmiede wurde großer Wert auf die Gestaltung gelegt – erkennbar etwa an den Fassadenteilen aus Meissner Keramik oder den Giebelwänden aus Formsteinen der Dresdner Künstler Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht. Das größte Stück Baukunst ist das Bleiglas-Mosaik im Treppenhaus. Den Entwurf lieferte der leitende Architekt des Gesamtkomplexes, Axel Magdeburg, ausgeführt wurde es durch die Künstler Günter Gera und Gerhard Papstein.

Ostmodern richtet sich nun an die Tochtergesellschaft der Immovation-Unternehmensgruppe, sich um den Erhalt dieser Zeugnisse des DDR-Bauens verdient zu machen. Zitat: „Wir appellieren, diese Werke nicht shreddern zu lassen, sondern sorgfältig zu demontieren und in der zukünftigen Bebauung in würdiger Form wieder sichtbar zu machen. Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass so etwas technologisch möglich ist. […] könnte das Unternehmen der Dresdner Bevölkerung damit auch ein herausragendes Gastgeschenk stiften!“ Das sieht moderneREGIONAL genau so, und deshalb hoffen wir das Beste – die Bauherren lassen Bereitschaft erkennen! (db, 4.3.16)