Schlagwort: Rom

Rom, 1983 (Bild: Archiv H. W. Peuser)

Hilfe aus Rom?

Seit der Jahrtausendwende wurden bundesweit, diese Zahl nennt katholisch.de, rund 500 katholische Kirchen aus ihrer liturgischen Nutzung genommen – davon im Bistum Essen 100, von denen rund 30 abgerissen wurden. Aktuell steht im Bistum mit dem „Pfarreientwicklungsprozesses“ der nächste Schritt an: Die Pfarreien mussten Ende 2017 u. a. ihre Pläne für den Gebäudebestand bis 2030 benennen. „Nach Bistumsangaben“, so katholisch.de, „muss nun in den kommenden Jahren für etwa 100 der derzeit noch 260 Kirchen der Diözese eine neue Nutzungsmöglichkeit gefunden werden.“

Daher hat das Bistum eine eigene „Arbeitsstelle für Immobilienentwicklung“ ins Leben gerufen. Man möchte die Gemeinden bei ihren anstehenden Veränderungen effizient begleiten. Dabei orientiere man sich an den Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz: am besten eine Abgabe an eine christliche Gemeinschaft, stattdessen ggf. eine liturgische Teilnutzung, sonst vielleicht eine kirchennahe (z. B. soziale) Nachnutzung, Kultur geht i. d. R. auch, im Fall der Fälle lieber abreißen als „unwürdig“ umnutzen. Noch in diesem Jahr wird das Problem übergreifend an zentraler katholischer Stelle behandelt: Für den 29. und 30. November 2018 organisiert der Päpstliche Kulturrat mit der Italienischen Bischofskonferenz und der Päpstlichen Gregoriana-Universität die internationale Tagung „Wohnt Gott hier nicht mehr? Profanierte Orte der Anbetung und integriertes Management des kirchlich-kulturellen Erbes“. (kb, 6.8.18)

Rom, 1983 (Bild: Archiv H. W. Peuser)

Rom, Petersdom (Bild: Petar Milosevic, CC BY SA 4.0)

Der Vatikan bei der Architektur-Biennale

Es wird das erste Mal sein: Der Vatikan beteiligt sich in diesem Jahr mit dem Projekt einer Waldkapelle an der Architektur-Biennale in Venedig. Rom teilte mit, zehn internationale Architekten hätten Kapellen aus unterschiedlichen Materialien entworfen. Diese werden in Venedig gezeigt im Vatikan-Pavillon, der nicht in den Giardini, sondern in einem Wäldchen auf der Insel San Giorgio Maggiore gegenüber dem Markusplatz liegt.

Der Beitrag des Vatikans wurde inspiriert von einer Waldkapelle, die der schwedische Architekt Gunnar Asplund 1920 für den Stockholmer Friedhof Skogskyrkogården gestaltete. Die gesamte Anlage und mit ihr die programmatisch schlicht und naturverbunden gehaltene Kapelle wurde inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben. Die Biennale-Kapellen sollen nach der Ausstellung weiterverwendet werden. In Venedig dauert die 16. Architektur-Biennale vom 26. Mai bis zum 25. November 2018. Sie findet alle zwei Jahre im Wechsel mit der Kunst-Biennale statt, an der sich der Vatikan bereits 2013 und 2015 beteiligt hat. (db, 5.2.18)

Rom, Petersdom (Bild: Petar Milosevic, CC BY SA 4.0)

Die südeuropäische Stadt

Madrid, Gran Vía (Bild: Edescas2)
Madrid, Gran Vía – die moderne Seite der südeuropäischen Stadt (Bild: Edescas2)

Chaotisch, liebenswert, aber sicher nicht richtig modern – in der Forschung führte „die“ südeuropäischen Stadt lange ein Schattendasein. Der Workshop „The South European city. Urban space and urban society in the 20th century“ des Deutschen Historischen Instituts und der Universität München will mit diesem Vorurteil aufräumen. Vom 23. bis zum 25. Oktober 2014 sollen Interessierte aus den unterschiedlichsten Fachbereichen erleben: Der südeuropäische Städtebau sich im 20. Jahrhundert entfaltete sich zu einem eigenständigen gesellschaftlichen, geistigen und kulturellen Raum.

In der Diskussion sollen Themen der Urbanisierung und Stadtplanung, städtischen Gesellschaft und Identität verknüpft werden. Die Fachvorträge und Diskussionen drehen sich um Rom und Lissabon und Rom, das Wachsen und Schrumpfen, organisiertes und „wildes“ Leben, das Zentrum und die Randbereiche, den öffentlichen und privaten Raum. Über den geschichtlichen Blick hinaus sollen auch Perspektiven für die Zukunft dieses modernen Erbes entfaltet werden. Die Konferenzsprache ist Englisch. (kb, 27.9.14)

Rome Revisited. 1948-64

Rom im Jahr 1963 (Bild: Philipp Capper)
Die italienische Hauptstadt Rom im Jahr 1963 (Bild: P. Capper)

Nach dem Krieg traf sich in Rom nicht nur der glamouröse Jetset, sondern auch die internationale Kunstszene: Robert Rauschenberg und Cy Twombly begegneten der Scuola di piazza del Popolo und der Arte Povera, John Cage arbeitete mit dem Komponisten Luciano Berio, Nam June Paik und Charlotte Moorman inszenierten ihr Happening. Als erste Adresse hatte sich die Rome-New York Art Foundation etabliert, die allein zwischen 1957 und 1961 neun Ausstellungen möglich machte. Ihre Arbeit mündete 1964 in den Siegeszug der Amerikanischen Pop Art auf der Biennale von Venedig.

Die innovative Wirkung der Rome-New York Art Foundation soll 2015 mit einer Ausstellung gewürdigt werden. Vorlaufend planen die American Academy in Rome und die Terra Foundation for American Art am 15./16. Januar und am 11./12. März 2015 je ein Seminar. Eingeladen sind Forscher, die zu Kino, Malerei, Skulptur, Musik und Literatur in der italienischen Hauptstadt zwischen 1948 und 1964 arbeiten. Abstracts für eine 20-minütige Präsentation, der gewünschte Termin sowie ein CV können bis zum 15. Juli 2014 gesendet werden an: Peter Benson Miller, American Academy in Rome, p.miller@aarome.org. (kgb, 17.6.14)