Schlagwort: Rostock

Kunsthalle Rostock (Bild Kunsthalle Rostock, CC by SA 3.0)

Kunsthalle Rostock: 50 Jahre Baugeschichte

Dass man in der DDR für viele Dinge einen langen Atem brauchte, ist bekannt. Auf einen Trabant etwa konnte man schon einmal 12 Jahre lang warten. Alle Rekorde hat jedoch die Kunsthalle Rostock gesprengt, die auch lange nach dem Ende des Arbeiter- und Bauernstaates noch an diesem Grundsatz festhielt. Kürzlich erhielt der Bau mit dem neuen Schaudepot endlich seinen Erweiterungsbau – geplant war dieser bereits seit der Eröffnung im Jahr 1969.

Die Galerie war das einzige neugebaute Kunstmuseum der DDR und entstand nach Plänen von Hans Fleischhauer und Martin Halwas. Die Realisierung des Erweiterungsbaus wurde jedoch erst fast 50 Jahre später durch die Fördergelder des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ möglich. Den Entwurf lieferten die Büros buttler architekten und matrix Architektur, die auch für die anstehende Sanierung der Kunsthalle verantwortlich zeichnen. Der Neubau aus Glas und Stahl orientiert sich mit seiner kubischen Form am Bestand und ergänzt den ostmodernen Museumsbau um einen zeitgenössischen Akzent. (jr, 23.11.18)

Rostock, Kunsthalle (Bild: Kunsthalle Rostock, CC BY SA 3.0)

Rostock, Messehalle (Bild: Müther-Archiv)

Tipps zum TofD: Rostock für Spontane

Sie sitzen an der Ostsee und langweilen sich? Das muss nicht sein! Morgen zeigt sich die Hansestadt Rostock zum Tag des offenen Denkmals mit mehreren Stadttteilrundgängen/-fahrten von ihrer ostmodernen Seite: Um 14.30 Uhr (Treffpunkt: Parkplatz Güstrower Str. 9) gibt es beim Rundgang in Lichtenhagen zu sehen (in dieser Reihenfolge): die Hausgiebelgestaltung „Sonnenblumen“ von Reinhard Dietrich am Hochaus in der Mecklenburger Allee 19, in Lichtenhäger Brink  den „geschützten Hauptgrünraum“ (allein für diesen schönen Begriff sollten Sie hinfahren!) im Wohngebiet Lichtenhagen, die Plastik „Handschuhanziehende“ (Fritz Cremer, 1961), die Bronzeplastik „Der Friede bewahrt das Leben“ (Bernd Goebel, 1980) und die Bronzeplastik „Liegender Knabe“ (Wilfried Fitzenreiter, 1979).

Um 16 Uhr (Treffpunkt: Treffpunkt Rundgang: Rückseite „Am Scharren“ (B.-Brecht-Str. 23)) können Sie teilnehmen am Stadtteilrundgang Evershagen mit Peter Baumbach. Erklärt werden u. a. drei Klinkergiebel (die anderen drei sind auf der Rundfahrt zu sehen) sowie (Treffpunkt) das Wandbild „Von der Verantwortung des Menschen“ (Ronald Paris, 1976). Um 16.30 Uhr (Treffpunkt: Haltestelle Thomas-Morus-Straße, Ecke B.-Brecht-Str. 21) startet die Stadtteilrundfahrt mit historischen Bussen (deren Bauart damals in der Region im Linienverkehr unterwegs war) zur früheren Ostseemesse (Hyperschalenbau von Ulrich Müther) sowie eventuell auch nach Lütten Klein, begleitet von einer Mitarbeitern des Müther-Archiv der Hochschule Wismar. Informationen finden Sie online hier. (kb, 8.9.18)

Rostock, Messehalle (Bild: Müther Archiv)

TofD: 3 x Ostmoderne

Berlin, Tierpark, Betonformsteine von Friedrich Kracht (Bild: Genossenschaft Kunst am Bau, Macmaus2, gemeinfrei)
Berlin, Tierpark, Betonformsteine von Friedrich Kracht (Bild: Genossenschaft Kunst am Bau, Macmaus2, gemeinfrei)

Ostmoderne muss man am Tag des offenen Denkmals suchen, aber drei lohnende Programmpunkte haben wir aufgestöbert: Zunächst nach Dresden, wo das Atelierhaus Edmund Moeller (Gostritzer Straße 10) 1929 entstand und 1958 zum Sitz der Produktionsgenossenschaft der bildenden Künste, Kunst am Bau, wurde. Zu sehen gibt es neben Originalplastiken Moellers auch Zeugen der DDR-Kunst. Am 11. September ist das Haus von 13 bis 18 Uhr geöffnet, um 14 Uhr findet eine Führung statt, am 15. Oktober ein Vortrag mit Workshop zu „Betonformsteinen“ (Kontakt: Janina Kracht, Freie Akademie Dresden, 0351/3400488, post@freie-akademie-dresden.de).

Das „Traditionsschiff MS Dresden“, Bestandteil des Rostocker Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums, wurde 1956 als fünftes Schiff der DDR-10.000-t-Frachtschiffserie in der Warnowwerft auf Kiel gelegt und fuhr bis 1970 nach Fernost und Mittelamerika. Die Öffnungszeiten am 11. September sind 10 bis 18 Uhr, Führungen sind auf Anfrage möglich (Kontakt: Ronald Piechulek, ronald.piechulek@iga2003.de). In Eisenhüttenstadt steht am 11. September das Friedrich-Wolf-Theater (Lindenallee 23) von 11 bis 16 Uhr offen. Der Mauerwerksbau wurde 1953 bis 1955 nach Entwürfen von H. Enders und H. Klein errichtet. Führungen erfolgen 11, 12, 13 und 14 Uhr, zudem gibt es eine Filmvorführung Planstadt Eisenhüttenstadt sowie Musik- und Tanzauftritte (Kontakt: Regina Richter-Piehl, Friedrich-Wolf-Theater, 03364/771613, regina.richter-piehl@eisenhuettenstadt.de; Frank-Uwe Gerlach, 03364/566276, frank-uwe.gerlach@eisenhuettenstadt.de).(db, 28.8.16)

Mehr? Dann auf nach Greifswald zur Führung durch die Altstadtplatte!

Alles Platte oder was?

"Alles Platte oder was?" (Bild: Landesenkmalamt Mecklenburg-Vorpommern)
„Alles Platte oder was?“ Die Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern sucht in einer Tagung nach Antworten (Bild: Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern)

Die Bauten der Ostmoderne sind in die Jahre gekommen, und die Frage steht an, ob sie erhaltenswert sind. Damit stellen sie die Denkmalpflege vor Entscheidungen: Was ist charakteristisch für die Zeit der DDR? Gibt es Bauten, die unabhängig von den vorherrschenden zentralistischen Strukturen typisch für den Norden oder aussagekräftig für das Bauen an der Küste sind?

Die Tagung „Alles Platte oder was? Architektur im Norden der DDR als kulturelles Erbe“, die vom 20. bis 22. Oktober 2016 in Rostock stattfindet, stellt sich all diesen Fragen. In Vorträgen und Diskussionen wird ausgelotet, wie heute mit den Wohnbauten und Siedlungen, den Bauten für Bildung, Kultur und Freizeit, den Industriegebäuden und Grenzbefestigungen umzugehen ist, die zu Zeiten der DDR entstanden sind. Exkursionen zu Fuß oder mit der Straßenbahn, eine Ausstellung und eine Abendveranstaltung der Architektenkammer runden die Veranstaltung ab. Um Anmeldungen wird bis zum 1. Oktober 2016 gebeten, alle weiteren Details sowie das ausführliche Programm gibt es hier. (kb, 28.6.16)

Deutsch-deutsches Denkmal

Vom Knast zur Gedenkstätte: Das ehemalige Stasi-Gefängnis in Rostock. Bild: R. Henkel
Vom Knast zur Gedenkstätte: Das ehemalige Stasi-Gefängnis in Rostock (Bild: R. Henkel)

In der Rostocker Innenstadt steht das 1958-60 gebaute ehemalige Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Heute befindet sich in dem mehrfach erweiterten Gebäudekomplex eine Dokumentations- und Gedenkstätte zum Thema DDR-Staatssicherheitsdienst. Doch auch nach dem Ende der DDR wurde der Stasi-Knast noch einige Zeit als Untersuchungshaftanstalt genutzt. Seit 1998 gehört er zum Dokumentationszentrum für die Opfer deutscher Diktaturen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Rund zehn Jahre nach dem Mauerfall, im Oktober 1999 öffnete man die U-Haft-Anstalt für den regelmäßigen Besucherverkehr.

Zum Tag des offenen Denkmals ist die Rostocker Dokumentationsstätte am 14. September von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Um 11 Uhr wird eine Ausstellung mit Bildern vom Fall der Mauer und aus den Wendejahren eröffnet. Um 14 Uhr gibt es einen Vortrag über die Stasi und das DDR-Grenzregime im Norden, zudem findet die gesamte Zeit eine Beratung zur Einsicht in Stasiakten statt. (db, 10.9.14)

Endlich eine Neubauwohnung

Endlich eine Neubauwohnung (Bild: Kulturhistorisches Museum Rostock)
Endlich eine Neubauwohnung (Bild: KM Rostock)

Guter Wohnraum war knapp im kriegszerstörten Rostock. Nach 1945 explodierten die Bevölkerungszahlen der Hansestadt. Die Architekten versuchten sich zunächst an einem „sozialistischen“ Stil nach sowjetischem Vorbild. Später herrschten kostensparende, reduziert-moderne Bausysteme vor. Dem Rostocker Städtebau von 1945 bis 1990 widmet das Kulturhistorische Museum Rostock bis zum 25. Mai 2014 die Ausstellung „Endlich eine Neubauwohnung – Ideal wohnen in Rostock“. Gezeigt werden die allgemeinen stadträumlich-gesellschaftlichen Entwicklungen ebenso wie die Entstehung der neuen Stadtviertel von Reutershagen über die Südstadt, Lütten-Klein, Evershagen, Schmarl und Groß Klein bis hin zu Lichtenhagen, Dierkow und Toitenwinkel.