Industriekultur am Main

Frankfurt am Main und die Nachbarstadt Offenbach sind seit je her wichtige Industriestandorte. Und natürlich bieten die Mainmetropolen auch etliche bedeutende Bauwerke vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre. Der Bildband Industriekultur in Frankfurt und Offenbach zeigt nun in acht Abschnitten die Entstehungsbedingungen etlicher Industrie- und Ingenieursbauten. Unter ihnen sind berühmte wie die ehemalige Hauptverwaltung der Farbwerke Hoechst von Peter Behrens (1920-24) und die Festhalle von Friedrich von Thiersch (1907-1909). Aber auch – bislang – wenig beachtete Denkmäler wie der Offenbacher EVO-Hafenkran (1902/1947) und die 1968 eingeweihte Frankfurter U-Bahn-Station Grüneburgweg von Artur C. Walter werden in Szene gesetzt. Die erläuternden Texte sind, eher ungewöhnlich, in Interviewform verfasst.

Die drei Autoren des Werks wissen freilich sehr gut, worüber sie sich unterhalten: Der Frankfurter Architekt DW Dreysse wirkte lange an der Straßburger Architekturschule und arbeitete an der Route der Industriekultur Rhein-Main mit. Der Stadt- und Regionalplaner Peter Lieser leitete das Projekt Grüngürtel in Frankfurt und arbeitete mit an der IBA Emscher Park. Matthias Matzak, Designer und Fotograf, dokumentierte unter anderem die Siedlungen des Neuen Frankfurt. Am 30. Oktober 2019 präsentiert DW Dreysse das Buch im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt, es folgt ein Gespräch mit Matthias Alexander von der FAZ und Ex-FR-Redakteur Jürgen Schultheis (db, 21.10.19).

Offenbach, EVO-Hafenkran (Bild: Offenbacherjung, CC BY-SA 4.0)