Rudolf Schwarz und Colorado

Rudolf Schwarz, St. Bonifatius in Aachen-Borst, 1959 (Foto: Robert Adams, Bild: Galerie Thomas Zander)
Die Formensprache und Lichtführung von Rudolf Schwarz – hier seine Aachener Kirche St. Bonifatius, 1959 – beeinflusste den amerikanischen Fotografen Robert Adams nachhaltig (Foto: R. Adams, Bild: Galerie T. Zander)

Die Kölner Galerie Thomas Zander widmet dem amerikanischen Fotografen Robert Adams (* 1937) aktuell gleich zwei Ausstellungen. Die Schau “Robert Adams. Buildings in Colorado 1964-1980” gewährt Einblicke in das Frühwerk des Fotografen, zeigt vor allem seine Aufnahmen amerikanischer Architektur und Landschaft. So liegt der Schwerpunkt bei Fotografien von Alltagsarchitektur in Colorado zwischen 1964 und 1980. Bereits seit über vierzig Jahren beschäftigt sich Adams mit dem Wandel der Landschaft im Westen und Nordwesten seiner Heimat. Mit seiner vielbeachteten Bildserie “The New West” aus den 1980er Jahren greift er den Mythos des amerikanischen Westens auf.

Darüber hinaus veranschaulicht die Präsentation “Rudolf Schwarz. Three Churches. 1929-1964” durch Archivmaterialien, Fotografien und Zeichnungen aus dem Nachlass von Schwarz dessen kirchliches Werk. Als Robert Adams 1968 Europa besuchte, fotografierte er gezielt moderne Architektur und vor allem die Kirchen des wegweisenden Kölner Architekten Rudolf Schwarz (1897-1961). Wie Schwarz jede Form gezielt und sparsam setzte, wie er durch das Licht eine Struktur schuf, beeinflusste Adams bei seinen Fotografien nachhaltig. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung stehen die Schwarz-Kirchen St. Fronleichnam (1930) in Aachen-Rothe Erde, St. Bonifatius (1959-1964) in Aachen sowie St. Christophorus (1954-1959) in Köln. Begleitend erscheint eine zweibändige Publikation im Verlag der Kölner Buchhandlung Walther König. Beide Präsentationen sind noch bis zum 14. Februar 2015 zu sehen. (kb, 25.1.15)

Der Trierer Dom und die Moderne

Vor 40 Jahren, am 1. Mai 1974, konnte der Dom zu Trier nach langen Renovierungsarbeiten wieder eingeweiht werden. Das mittelalterliche Bauwerk war schon um 1900, unter Leitung des damaligen Dombaumeisters Wilhelm Schmitz, grundlegend erneuert worden. Die nächste Station bildete die Neugestaltung des Ostchors, für die Entwürfe namhafter Achitekten von Willy Weyres bis zu Rudolf Schwarz vorlagen. Und als im Jahr 1959 im Dom Putzbrocken herabstürzten, wurde eine weitere Sanierung in Angriff genommen.

Nicht genug, dass der Dom bis 1974 grundlegend statisch gesichert wurde. Man nutzte zudem die Chance, das Bauwerk archäologisch zu untersuchen und die liturgischen Hauptorte neu zu ordnen. Die Ausstellung “Der Trierer Dom im Wandel. Die Renovierungen des 20. Jahrhunderts” präsentiert diese Umbrüche und Neugestaltungen anhand von Originialzeichnungen und einer 3D-Computer-Rekonstruktion. Noch bis zum 26. April 2015 ist die umfassende Schau im “Museum am Dom Trier” zu sehen. Begleitend ist ein Katalog erschienen, werden Führungen und eine Vortragsreihe angeboten. (kb, 30.11.14)