S-Bahn-Kacheln? Geht doch!

S-Bahn-Kacheln? Geht doch!

Frankfurt am Main, S-Bahn-Station "Galluswarte" (Bild: K. Berkemann)
Frankfurt am Main, S-Bahn-Station „Galluswarte“ (Bild: K. Berkemann)

Es ist eigentlich keine große Sache: Was noch gut ist, bleibt und was nicht mehr geht, wird repariert und wenn gar nichts mehr geht, macht man es neu. Doch schaut man bundesweit in die U-Bahnhöfe und die dafür einst so beliebten Kacheln, ist etwas anderes die Regel. Da werden intakte Keramikflächen entfernt und durch Neues ersetzt. Die Frankfurter S-Bahn-Station „Galluswarte“, die Haltestelle bei der DB-Zentrale, hatte fast noch Glück. Ihre leuchtend roten Fliesen waren nur unter einem grauen Schutzanstrich (die Frage sei gestattet, wer hier vor wem geschützt werden musste) verborgen.

Als Anfang Juli Arbeiter mit großem Gerät anrückten, konnte man Schlimmes befürchten. Doch langsam kamen die Originalkacheln im besten Zustand wieder zum Vorschein. Und sie wurden weder entfernt noch überdeckt, sie wurden sichtbar belassen – und verschönert. Ein neues Graffiti durchzieht nun den Treppenzugang zum Gleis. Genug Kunst, um andere Sprayer abzuhalten und gleichzeitig den Blick auf die Originaloberflächen freizuhalten. Die Maßnahme ist kein Einzelfall. In Frankfurt wurde bereits begonnen, stufenweise einzelne S-Bahnstationen anzugehen, so z. B. an der „Taunusanlage“ mit neuem Lichtkonzept. In diesem Sommer eröffente die Sperrung eines S-Bahtunnels für Reparaturarbeiten die Chance, weitere Stationen neu zu denken. (kb, 5.10.16)

Altona: neuer Bahnhof, neue Mitte

Nein, es geht in den folgenden Zeilen nicht darum, Denkmalschutz für den „neuen“ Bahnhof Altona zu fordern. Doch es lohnt ein kurzer Blick, wie Altonas Mitte gerade zum dritten Mal in gut 100 Jahren umgekrempelt wird. Das noch selbständige und äußerst geschäftstüchtige Altona erhielt 1844 einen klassizistischen Bahnhof am westlichen Stadtrand. Als der Bahnverkehr zunahm, wurde am heutigen Standort 1898 der historistische Neubau eingeweiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg – Altona war inzwischen zu Hamburg geschlagen worden – richtete man den Bahnhof zunächst wieder her.

Doch in den 1970er Jahren wurde modernisiert, abgerissen und 1979 der dritte, „neue“ Bahnhof Altona eingeweiht: ein weitläufige Anlage aus Betonfertigteilen mit angegliedertem Kaufhof. Nach jahrelanger Diskussion ist es nun beschlossen: Der „neue“ Bahnhof Altona sei den neuen technischen Anforderungen nicht mehr gewachsen und wird bis 2023 an die S-Bahnhaltestelle Diebsteich verlegt. Auf der freiwerdenden Fläche im Zentrum von Altona soll Großes, vor allem Neues entstehen: 3.600 Wohnungen, einen Schule, ein Park, … Denkmalgeschützte Bauten wie die Kleiderkasse, ein Wasserturm und Güterhallen sollen erhalten und eingebunden werden. (kb, 17.7.14)

Hamburg-Altona, S-Bahnsteig (Bild: IngolfBLN)

Sitting in Motion

Sitzen heißt Stillstand? Weit gefehlt! Busse, Bahnen, Flugzeuge und andere Vehikel brausen durch die Welt, während sie ihren Passagieren einen mehr oder weniger bequemen Platz anbieten. mR lädt zur Weltreise durch ein Jahrhundert des bewegten Sitzens:

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