Wenig Fortschritt in Planitz

Ein Baugerüst am leerstehenden Capitol-Kino in Zwickau-Planitz ließ Hoffnung aufkommen, dass es tatsächlich eine Rettung für den 1938 eröffneten Kulturbau gibt. Das war aber – zumindest vorerst – trügerisch: Es handelt sich lediglich um eine Notsicherung, um Gefahr für Passanten abzuwenden. Wie es mit dem 1994 geschlossenen Capitol weitergeht, ist weiterhin unklar. Immerhin: der jetzige Besitzer, der es 2019 aus einer Insolvenzmasse erworben hat, kümmert sich als erster der diversen Eigner nach 1994 in irgendeiner Weise ums (denkmalgeschützte) Gebäude. Die Stadt Zwickau zeigte vergangenes Jahr kein Interesse am Kauf.

Gebaut wurde das Capitol 1937/38 nach Plänen des Architekten Wilhelm Wendler, die Statuen „Arbeit“ und „Kunst“ an der Fassade stammen vom Zwickauer Bildhauer Alfred Mühle. Den Krieg überstand der unter anderem mit einem Luftschutzkeller ausgestattete Bau unbeschadet, 1959 wurde die Kino-Technik grundlegend renoviert. Bereits 2008 gab es im Statdtrat übrigens einen Antrag auf Abriss, der keine Mehrheit fand. Vorm Einsturz ist das Gebäude jetzt immerhin geschützt, was die Zukunft bringt, bleibt aber weiter unklar. Ein Bauantrag liege nicht vor, erfuhr der SPD-Stadtrat Jens Heinzig, der sich nach der Errichtung des Gerüsts informierte. (db, 6.7.20)

Planitz, Capitol-Kino 2019 (Bild: Youtube-Still)

Bahnhof Limbach darf (fast) abgerissen werden

Die Mehrheit im Stadtrat hat zugestimmt: Im sächsischen Limbach darf der Bahnhof abgerissen werden. Im Jahr 2000 wurde die Strecke stillgelegt und damit das 1871 eingeweihte Gebäude geschlossen. Bereits 1050/51 und 1989/90 waren Teile des Bahnverkehrs hier beendet worden. Das 1871 eingeweihte Ensemble wurde in mehreren Schüben in den 1890er Jahren und um 1912 umgebaut und erweitert. Aktuell ist der Bau dem Verfall preisgegeben.

Um 2000 hatte man das Empfangsgebäude unter Denkmalschutz gestellt. 2015 wurden bereits die Empfangs- und Gepäckhalle samt Zwischenbau abgerissen. Für den verbliebenen Rest-Bahnhof gibt es im aktuellen Stadtratsbeschluss einen kleinen Vorbehalt: Sollte sich bis 2020 noch ein privater Investor finden, würde die Abrissgenehmigung außer Kraft gesetzt. Sollte der Bahnhof doch fallen, ist an seiner Stelle eine „Blühwiese“ geplant. (kb, 14.12.19)

Ttelmotiv: Limbach/Sachsen, Bahnhof (Bild: Kunstverlag Brück & Sohn, Meißen, CC0 1.0, 1914); Limbach/Sachsen, Bahnhof – noch mit den zwischenzeitlich abgerissenen Bauteilen (Empfangs- und Gepäckhalle sowie Zwischenbau) (Bild: Jwaller, CC BY SA 4.0, 2015)

Tharandt: Wird Wohnheim verkauft?

Liebhaber der klassischen Moderne schauen sicher zweimal auf das Baujahr: 1955 wurde das Wohnheim Weißiger Höhe in Tharandt bei Dresden eröffnet. Die Formensprache des Ensembles mit Sprossenfenstern und Satteldach scheint eher noch etwas weiter zurück in die Mitte des 20. Jahrhunderts zu verweisen. Bis hin zu Wandausmalungen und Teilen der Ausstattung hat sich das denkmalgeschützte Ensemble fast stilrein erhalten. Es gehört in Tharandt mit zwei weiteren Wohnheimen zu den Gebäuden der Fachrichtung Forstwirtschaften an der TU Dresden.

Seit Herbst 2017 führt das Land Sachsen Verkaufsverhandlungen um das Wohnheim. Studierende, von denen aktuell rund 40 die Anlage am Weißiger Berg bewohnen, schätzen vor allem die Nähe untereinander und zum Hörsaal der Forstwissenschaften. Das Land hingegen verweist auf die ausreichende Zahl alternativer Unterkünfte für Studierende. Nun scheint der Verkauf des Wohnheims, wie das Zentrale Flächenmanagement (ZFM) gegenüber den Dresdner Neuen Nachrichten erklärte, „zeitnah“ bevorzustehen. Das weitere Schicksal des 1950er-Jahre-Ensembles ist noch offen, wahrscheinlich sei wieder eine Wohnnutzung. (kb, 5.8.18)

Tharandt, Wohnheim Weißiger Höhe (Bild: studentenwerk-dresden.de)