Zukunft für den Expo-Pavillon

Eines der Wahrzeichen der einzigen Weltausstellung auf deutschem Boden war der Pavillon der Niederlande – damals, auf der Expo 2000 in Hannover. Wahrzeichen ist er geblieben – für den Niedergang: Das schwer umnutzbare Gebäude, entworfen vom Rotterdamer Architekturbüro MVRDV, hat mittlerweile 20 Jahre Leerstand und Verfall hinter sich. Ähnlich sehen noch immer einige ungenutzte Pavillons der Schau aus, die damals 18 Millionen Besucher zählte – derweil man auf 40 Millionen hoffte. Immerhin wird der Ostteil des Expo-Geländes heute als „Expo Park Hannover“ zu großen Teilen weiter, bzw. wieder genutzt. Hier befindet sich auch das niederländische Bauwerk, das 2017 an einen Investor verkauft wurde.

Und nun zieht tatsächlich wieder Leben in die spektakuläre Ruine ein: MVRDV selbst darf seinen Expo-Bau zum Bürohaus umgestalten und um zwei Wohn- und Bürohäuser ergänzen. MVRDV-Gründungspartner Jacob van Rijs: „Das Schöne an dem Objekt ist, dass die Kernstruktur mit den hohen Decken und den offenen Räumen in hohem Maße wiederverwendbar ist. So sind wir auch nach zwanzig Jahren noch in der Lage, das Gebäude in eine funktionale Büroumgebung umzuwandeln, die jedoch die einzigartigen experimentellen Merkmale des Expo-Pavillons beibehält.“ Das möchte mR gerne in Natura sehen und ist sozusagen in froher Erwartung! (db, 14.7.20)

Hannover, Expo2000, Pavillon der Niederlande 2019 (Bild: Simon Reinhardt, CC BY 4.0)

Mannheimer Kunstverein in neuem Licht

Der Mannheimer Kunstverein wird derzeit saniert. Dabei geht es zunächst um die Elektrik und die Lichttechnik des 1966 eröffneten Gebäudes. Der zweigeschossige Ausstellungsraum besitzt eine kassettierte Lichtdecke, deren Metallkonstruktion und Verkabelung aus Sicherheitsgründen ertüchtigt werden. Die bisher verwendeten Leuchtstoffröhren weichen einer LED-Beleuchtung. Von den energiesparenden LED-Leuchten verspricht man sich neben einer besseren Belichtung auch einen geringeren Wartungsaufwand. Die bauzeitlichen Glasplatten der Lichtdecke werden aber nach einer gründlichen Reinigung wieder eingebaut, heißt es. Äußerlich sind bisher keine Veränderungen vorgesehen. Auf seiner Internetseite und in sozialen Medien wie Instagram informiert der Mannheimer Kunstverein über den Fortschritt der Sanierung.

1966 wurde das nach Plänen des Architekten Theo Pabst errichtete Gebäude eröffnet. Der aufgrund seiner Vergangenheit im NS-Regime nicht unumstrittene Pabst hatte Mitte der 1950er Jahre bereits in Darmstadt mit einem Ausstellungshaus für den dortigen Kunstverein auf sich aufmerksam machen können. In der Folge wurde er auch in Mannheim mit der Planung betraut. Der am Carl-Reiß-Platz gelegene Pavillon bildete gemeinsam mit den benachbarten Hochhäusern von Baukonzernen und Versicherungen den städtebaulichen Auftakt zu einem mondänen Mannheim, das mehr sein wollte als eine Industriemetropole. (mk, 10.6.20)

Mannheim, Kunstverein (Bild: Immanuel Giel, CC BY SA 4.0, 2018)

München: Sammeln fürs Café Jasmin

In der Münchener Maxvorstadt wurde Mitte der 1950er Jahre das Café Jasmin eröffnet. Damit zog ein bereits etablierter Szenetreffpunkt aus dem Künstlerhaus am Lenbachplatz an den heutigen Standort Ecke Steinheilstraße/Augustenstraße. Rasch machte sich auch der neue Raum einen Namen mit einer gelungenen Mischung als gutem Kulturprogramm und gediegener Caféhausatmosphäre. Neben der Zielgruppe liegt die Besonderheit des Cafés in der Innenausstattung, die Eugen Heiden damals eigens für den Raum entworfen hat. So steht das Ensemble aus grünen Samtsesselchen und hellen Resopaltischen, einer lederbespannten Kuchentheke und spiegelverkleideten Durchgängen heute unter Denkmalschutz.

Aktuell sammelt das coronabedingt geschlossene Café via Crowdfunding Gelder, um die laufenden Betriebskosten zu tragen und die anstehende Restaurierung des Innenraums durchführen zu können. Geplant ist, „die Polster und den Teppich zu erneuern, die goldene Metalltapete zu sanieren, die Bespannung der Theke und der Durchgänge zu reparieren“. Unterstützer können sich mit freien Beträgen am Crowdfunding beteiligen. (kb, 19.5.20)

München, Café Jasmin (Bild: Café Jasmin)