Die Königstraße in Altona

Ob Hamburg zu Altona gehört oder umgekehrt (oder vielleicht keins von beidem), hängt davon ab, wen man fragt. Aber eines ist unbestritten: In Sachen Geschichte hat die ehemals selbständige Stadt bis heute viel zu bieten. Diese Tradition verknüpft sich entlang der Altonaer Königstraße auch mit klangvollen Architektennamen des 20. Jahrhunderts: von Werner Kallmorgen bis Ernst May.

Vor diesem Hintergrund wurde der Königstraße nun endlich auch ein eigenes „Hamburger Bauheft“ gewidmet, erschienen in der bereits bewährten Reihe des Schaff-Verlags. Der studierte Germanist und freie Autor Dirk Hempel porträtiert hierin Bau- und Kulturgeschichte dieser Straße – ergänzt um einen Beitrag zum Jüdischen Friedhofs von Irina von Jagow, Geschäftsführerin der Stiftung Denkmalpflege Hamburg. Neben historischen Abbildungen lassen aktuelle Fotografien von Markus Dorfmüller und Johanna Klier diese besondere Seite der Altonaer Geschichte lebendig werden. (kb, 30.5.20)

Hempel, Dirk, Die Königstraße in Altona, mit einem Beitrag von Irina von Jagow (Hamburger Bauhefte 32), Schaff-Verlag, Hamburg 2020, ISBN 978-3-944405-51-3.

Titelmotiv: Hamburg-Altona, Königstraße (Bild: Titelmotiv von Hamburger Bauhefte 32, Schaff-Verlag)

Hamburg-Volksdorf: Ein Bauheft für St. Gabriel

1968 konnte die junge Architektin Brigitte Eckert-von-Holst in Hamburg-Volksdorf eine evangelisch-lutherische Kirche im damaligen Geist des Aufbruchs fertigstellen: St. Gabriel. Ein Zeltdach über quadratischem Grundriss, das liturgische Zentrum gemeinschaftsbezogen in einer der Spitzen des Vierecks, die Glasfenster von Hanno Edelmann – viele gute Argumente, mit denen der Bau unter Denkmalschutz gestellt wurde. Doch aktuell ist er in seinem Erhalt bedroht.

2017 erklärte der Kirchenkreis St. Gabriel, gemeinsam mit weiteren Objekten, für „nicht förderfähig“. Was bedeutet, dass die Gemeinde den Bauunterhalt mittelfristig selbst finanzieren müsste. Und das klingt wiederum sehr nach einem drohenden Abriss. Dagegen kämpfen aktuell ein Teil der Gemeinde und der Förderverein St. Gabriel Volksdorf. Vor diesem Hintergrund will das frisch im Schaff Verlag erschienene „Hamburger Bauheft“ zu dieser Kirche dazu beitragen, Schönheiten und Werte des Kulturdenkmals publik zu machen. (kb, 20.11.19)

Behr, Karin von/Hirschfeld, Gerhard/Dierking, Claus-Friedrich, Die Kirche St. Gabriel in Volksdorf, Nr. 30 aus der Reihe (Hamburger Bauhefte 30), Schaff Verlag, Hamburg 2019, 52 Seiten, DIN-A5-Querformat, Farbdruck, fester Umschlag, Rückendrahtheftung, ISBN 978-3-944405-47-6.

Hamburg-Volksdorf, St. Gabriel (Titelmotiv: hh oldman, via mapio.net); unten: Covermotiv, Schaff Verlag)

Hamburg: Die Jugendherberge

Besser lässt es sich in Hamburg kaum wohnen: direkt unterhalb der Haltestelle Landungsbrücken, auf dem Stintfang. Benannt wurde die Anhöhe nach einer beliebten Fischsorte, heute liegt hier ein kleiner Weinberg – und die Jugendherberge. Der Bau wurde 1953 nach Entwürfen des Architekten Hermann Schöne (1894-1982) fertiggestellt, an der Stelle der kriegszerstörten Stern- bzw. Seewarte. Der Neubau ersetzte die ursprüngliche Überlegung, auf dem prominent gelegenen Baugrund lieber ein Luxushotel zu platzieren.

Damit geriet die Jugendherberge zum Zeichen des Wiederaufbaus der Hansestadt, für die demokratische Öffnung für Gäste aus aller Welt. Auf Initiative von Hamburgs erster Senatorin, der Jugendsenatorin Paula Karpinski (1897-2005) wurde die Anlage zum „Haus der Jugend“ erweitert. In der renommierten Reihe der „Hamburger Bauhefte“, die im Schaff-Verlag erscheinen, hat sich nun Jörg Schilling der Baugeschichte der Jugendherberge auf dem Stintfang angenommen. Ein lohnender Blick, war das denkmalgeschützte Bauwerk doch immer wieder von der Aufgabe bedroht. Zuletzt wurde der Standort jedoch in den 2000er Jahren bestätigt und renoviert, so dass Gäste hier bis heute den Ausblick auf Hafen, Speicherstadt und St. Pauli genießen können. (kb, 2.7.19)

Schilling, Jörg, Die Jugendherberge. Haus der Jugend am Stintfang (Hamburger Bauhefte 29), Schaff-Verlag, Hamburg 2019, 52 Seiten, ISBN: 978-3944405452.