Geld fürs Schocken-Kaufhaus

Seit September 1999 steht das einstige Schocken-Kaufhaus im sächsischen Crimmitschau mittlerweile leer. Die fast 20 Jahre andauernde Agonie dürfte nun bald ein Ende haben: Ein Investor möchte den Klinkerbau von 1928 denkmalgerecht sanieren. Eine Mischung aus Gasstronomie, Einzelhandel, Büros und Wohn-Lofts in den oberen Etagen soll entstehen; Stadt und Investor stehen in Kontakt mit den Schocken-Erben. Nun gibt es eine nachhaltige Finanzspritze für das geplante Projekt: Der Bund stellt aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ 2,6 Millionen Euro zur Verfügung. Das teilte der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Körber in einer Pressemitteilung mit. Der gesamte Investitionsbedarf wird auf 5,2 Millionen Euro beziffert, die Stadt hat einen kommunalen Eigenanteil von 1,3 Millionen Euro vorgesehen. Somit bleiben noch 1,3 Millionen Euro offen, die der Investor aufbringen muss.

Ausführender Architekt des Crimmitschauer Kaufhauses war der gerade 27-jährige Bernhard Sturtzkopf, der 1928 die künstlerische Leitung des Baubüros bei der Firma Schocken übernahm. Sturtzkopf studierte Anfang der 1920er am Bauhaus Weimar und war anschließend Mitarbeiter im Büro von Walter Gropius, wo er an den Planungen des Bauhaus-Gebäudes in Dessau beteiligt war. Auch fürs ebenfalls erhalten gebliebene Schocken-Kaufhaus in Waldenburg (heute Walbrzych) zeichnet Sturtzkopf verantwortlich, bei Erich Mendelsohns Schocken-Bau in Chemnitz entwarf er vermutlich das Interieur. (db, 13.4.19)

Crimmitschau, Kaufhaus Schocken (Bild: PUNCTUM, Bertram Kober)