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Sidney: Sirius funkt SOS

Sidney, Sirius-Building (Bild: Eastberliner, CC BY SA 3.0)
Sidney, Sirius-Building: Nur noch 12 Bewohner sind übrig geblieben (Bild: Eastberliner, CC BY SA 3.0)

Vor Appartement 74 des Sirius-Buidings – wo zuvor noch „One Way! Jesus“ zur Umkehr mahnte – wurde 2014 ein weithin rot leuchtendes SOS angebracht. Damit wollten Bewohner ebenso wie Architekturbegeisterte auf die Gefährdung des brutalistischen Baukunstwerks aufmerksam machen, dem Fachleute Bezüge zum japanischen Metabolismus nachsagen. Errichtet wurde der Bau von 1978 bis 1980 nach Entwürfen des Architekten Theo (Tao) Gofers.

Nicht nur der weite Blick auf Hafen und Opernhaus, auch der Zusammenhalt der tief in ihrem Viertel verwurzelten Bewohnerschaft galt als bemerkenswert. Als herausragendes Beispiel des australischen Brutalismus wurde Sirius auf in die Listen des National Trust of Australia (NSW) und des Australian Institute of Architects (NSW). Auch die Initiative „SOS Brutalism“ des Deutschen Architekturmuseums listet und lobt das Gebäude. Nun wurde bekannt, dass das zuständige Umweltministerium das Sirius nicht wie erhofft ins State Heritage Register aufgenommen hat. Denn, so die Argumentation, wie hoch auch immer die baukulturelle Bedeutung zu veranschlagen sei, der finanzielle Mehrwert durch den Verkauf sei höher zu werten – wolle man damit doch neue Wohnungen für bedürftige Familien schaffen. Zwischenzeitlich haben die meisten Bewohner die Anlage verlassen und der Abriss scheint unabwendbar. (kb, 4.8.16)

Iconic Australian Houses

Iconic Australian Houses (Bild: Sidney Living Museum)
Iconic Houses (Bild: Sidney Living Museum)

Aus dem europäischen Blickwinkel war es das „Ende der Welt“, doch entstand hier nach dem Zweiten Weltkrieg außergewöhnliche moderne Architektur. In Australien ließen sich junge Architekten für ihre Bungalows durch internationale Größen von Gropius bis Wright inspirieren. Noch bis zum 17. August 2014 zeigt das Sidney Living Museum die Ausstellung „Iconic Australian Houses“. Kuratiert von Karen McCartney und präsentiert mit der Architecture Foundation Australia, bietet die Schau einen Blick hinter die Kulissen der nationalen Architekturmoderne.

Hierzu werden 30 der bedeutendsten australischen Häuser der letzten 60 Jahre vorgestellt – vom Entwurf über die Umsetzung bis zu den Erfahrungen ihrer Bewohner. Deutlich wird ein speziell australischer Zugang: Lebendige Fotografien, reiche Illustrationen, 3D-Modelle und Film-Interviews machen greifbar, wie gutes Design das tägliche Leben und Wohnen bereichern kann. Begleitend ist das das opulent ausgestattete Buch Iconic Australian Houses. 50/60/70. Three Decades of Domestic Architecture“ erschienen. (kgb, 4.7.14)