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Kein Neubau für Ludwig van

Bekommt Gesellschaft: die Bonner Beethovenhalle (Foto: Hans Weingartz)
In Zukunft wieder die Nummer 1 am Rhein? Die Beethovenhalle von Siegried Wolske (Foto: Hans Weingartz)

In Bonn gab es Mitte der Woche einen kulturpolitischen  Paukenschlag. Die Deutsche Post kündigte ihre Unterstützung für das geplante neue Festspielhaus auf. Als Grund nannte das Unternehmen den „fehlenden Schulterschluss innerhalb der Stadt“ hinsichtlich des umstrittenen Neubaus. Damit gilt das Projekt als gescheitert. Das Aus für den Neubau könnte sich als Glücksfall für die Bonner Beethovenhalle erweisen: eine zügige und umfassende Sanierung der 1959 eröffneten Konzerthalle scheint nun wahrscheinlicher.

Im Jahr 2020 will die Bundesstadt den 250. Geburtstag des gebürtigen Bonners Ludwig van Beethoven feiern. 2014 hatte der Rat der Stadt beschlossen, ein neues Festspielhaus am Rhein zu errichten, um das Jubiläum hier musikalisch zelebrieren zu können. Die nahe gelegene Beethovenhalle sollte weiter betrieben und schrittweise saniert werden. Der neue Nachbar drohte jedoch, das denkmalgeschützte Bauwerk des Scharoun-Schülers Siegfried Wolske in den Schatten zu stellen. Nach Informationen des Express setzt sich der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (SPD) nun dafür ein, die vom Bund zugesagte finanzielle Unterstützung des Neubaus zugunsten der Sanierung der Beethovenhalle umzuwidmen. (jr, 21.6.15)

Neuer Nachbar Festspielhaus

Bekommt Gesellschaft: die Bonner Beethovenhalle (Foto: Hans Weingartz)
Bekommt Gesellschaft: die Bonner Beethovenhalle (Bild: H. Weingartz)

Die Bonner Beethovenhalle bekommt einen neuen Nachbarn: Am 23. Juni 2014 beschloss der Rat der Bundesstadt, ein neues Festspielhaus zu bauen. Es soll in unmittelbarer Nähe der Beethovenhalle entstehen und bis 2020 – dem 250. Geburtstag des Bonner Namensgebers – fertig sein. Ab 2016 wird die alte Halle umfangreich saniert. Zusammen mit dem neuen Festspielhaus soll sie die ehemalige Bundeshauptstadt auf die internationale Bühne der klassischen Musik zurückholen. Die Idee, das seit 1990 denkmalgeschützte Bauwerk zugunsten eines Neubaus abzureißen, wurde nach vielfachem Protest schon 2010 wieder verworfen.

Die Beethovenhalle, 1959 vom Scharoun-Schüler Siegfried Wolske (1925-2005) gestaltet, gilt als herausragendes Beispiel für das organische Bauen. Direkt am Rhein gelegen, prägt der Bau mit seiner charakteristischen grünen Kuppel das Panorama der Stadt. Seine multifunktionale Ausrichtung erlaubt, es sowohl für Konzerte als auch für Tagungen und Kongresse zu nutzen. In der Zeit der Bonner Republik wurde die Halle mehrmals für die überregionale politische Berichterstattung interessant: Von 1974 bis 1989 tagte hier die Bundesversammlung. (jr, 25.6.14)