Moderne Stabkirche gerettet

Nein, wir haben uns nicht in der Epoche geirrt, wurden Stabkirchen im skandinavischen Raum doch bereits im 11./12. Jahrhundert errichtet. Hier geht es um ein junges Werk der Holzbaukunst, das seit 1992 im Themenbereich „Norwegen“ im Europapark steht. Und, hier scheint viel Glück im Spiel gewesen zu sein, die Stabkirche steht immer noch unbeschadet. Trotz eines Brandes im Europapark am Samstagabend. Der ganze Bereich „Norwegen“ sei zerstört, nur die „Stabkirche scheint unter einem ganz besonderen Stern zu liegen. Sie wurde verschont und hat sprichwörtlich keinen Kratzer abbekommen“ – so der Geschäftsführer via Twitter.

Die kirchliche Sehenswürdigkeit im Europapark Rust ist nicht alleine. Zwei weitere Stabkirchen sind beispielsweise in Freizeitparks zu finden in, richtig, den USA: im Scandinavien Heritage Park in Minot/North Dakota und als norwegischer Pavillon im World Showcase in Epcot/Florida. Doch im deutschen Europapark wird seit 2005, noch dazu ökumenisch, echte Seelsorge betrieben. In der Stabkirche wird z. B. gerne geheiratet. Auf dem Parkgelände finden sich zwei weitere moderne Kirchenräume: die pseudobarocke St. Jakobus-Kapelle im „Erlebnishotel Santa Isabel“ aus dem Jahr 2007 und die 1955, schon vor Gründung des Parks, geweihte Marienkapelle als Grabstätte der Böcklins von Böcklinsau. (kb, 28.5.18)

Europapark Rust, Stabkirche (Bild: Thomas Pusch, GFDL oder CC BY SA 4.0, 2009)

Nicht lustig: Der Hoptimist wird 50

Er ist gelb, rund und von jener ansteckenden Fröhlichkeit, die ihn rasch unverzichtbar macht(e). Vor 50 Jahren brachte der dänische Designer Hans Gustav Ehrenreich den Hoptimisten auf den Markt. Bereits in den 1950er Jahren machte sich Ehrenreich mit seiner Werkstatt für „Holzkunst“ einen Namen. Ende der 1960er erweiterte er seine Produktpalette um Birdie, Bimble, Bumble (den klassischen Hoptimisten) und Frosch Kvak. Ob Mobile oder Standfuigur, sie verbanden schlichte Grundformen mit Federelementen, die das Ganze beweglich machten und auf Wunsch hüpfen ließen.

2009 wurde der Klassiker neu aufgelegt und findet sich  nun in einer Reihe mit skandinavischen Designklassikern von der Lampe bis zum Holzaffen. Heute gibt es den Hoptimisten weiter als gelben Traditionalisten, aber auch in diversen Varianten: von hölzern über goldglänzend bis zum Rentier-Weihnachtsmodell. Unser Favorit bleibt die postgelbe Hüpfkugel. (kb, 10.2.18)

Hoptimist (Bild: hoptimist.com)

Tapio Wirkkala in Leipzig

Tapio Wirkkala in Leipzig

Tapio Wirkkala Eisbergvase(Bild: Timo Syrjänen)
Für seine Eisbergvase ließ sich Tapio Wirkkala von seiner finnischen Heimat inspirieren  (Bild: Grassi-Museum, Timo Syrjänen)

Der Designer Tapio Wirkalla (1915-85) zählt zu den erfolgreichesten Formgestaltern des 20. Jahrhunderts. Der Absolvent der Hochschule für Kunst und Design Helsinki erfreute sich spätestens seit den 1950er Jahren internationalen Renommees, seine Produkte finden sich bis heute in zahlreichen Haushalten Finnlands und der Welt. In Leipzig widmet das Grassi-Museum dem Designer die Ausstellung „Tapio Wirkkala. Finnisches Design. Glas und Silber – Glas und Silber“. Die Schau wurde vom Finnischen Glasmuseum Riihimaki konzipiert und war bereits in Finnland und Spanien zu sehen.

Wirkalla lieferte einen bedeutenden Beitrag zur organischen Gestaltung. Dabei ließ er sich insbesondere von Formen inspirieren, die ihm in der natürlichen Umwelt seiner Heimat Finnland begegneten. Er wurde zu einem prägenden Protagonisten einer spezifisch skandinavischen Moderne, die internationale Bekanntheit erlangte. Die Ausstellung versammelt rund 250 Objekte aus Glas und Silber, die in den Jahren zwischen Mitte der 1940er und Mitte der 1970er Jahre für verschiedene Auftraggeber entstanden. Sie ist bis zum 3. Oktober 2016 zu sehen. (jr, 22.8.16)