Bonn aus smarter Perspektive

Bonn aus smarter Perspektive

Look up - Bonn (Bild: Michèle Lichte)
Ungewohnte Perspektive auf eine Bonner Landmarke (Bild: Michèle Lichte)

Nur der architekturhistorische Gourmet wird das Motiv auf dem Foto sofort verorten können: es zeigt ein Detail der Fassade des Bonner Stadthauses. Der raumgreifende Verwaltungsbau wurde in den 1970er Jahren nach Plänen des Büros Heinle, Wischer und Partner erbaut und sollte seinerzeit ein städtisches Gegengewicht zur Architektur der Bundesbehörden darstellen. Diesem und anderen Bauten aus Bonns jüngerer Architekturgeschichte widmet sich die Ausstellung “Look up – Bonn”, die Arbeiten der Hobbyfotografin und Bonn-Bloggerin Michèle Lichte versammelt. Ihr Blick ist stets himmelwärts gerichtet, Bauten wie die Bundeskunsthalle oder der Posttower erscheinen so in einer neuen Perspektive und offenbaren ihre Identität auch dem Bonnkenner erst auf den zweiten Blick.

Außergewöhnlich ist das Arbeitsgerät, mit dem die schönen Schwarz-Weiß-Aufnahmen entstanden sind. Lichte ließ die Spiegel-Reflex-Kamera für ihre fotografischen Streifzüge durch die Bundesstadt bewusst zu Hause und fotografierte ausschließlich mit dem Smartphone. Auch wenn mancher nun die Nase rümpfen wird: das Ergebnis weiß zu überzeugen. Die Ausstellung ist bis zum 27. Januar im Foyer des Stadthauses (Berliner Platz 2, 53111 Bonn) zu sehen. (jr, 21.1.17)