Sonntagsausflug nach Ludwigshafen

In den vergangenen Wochen hat das Laufen in jeglicher Form zwangsläufig wieder mehr Wertschätzung erfahren. Eine Runde „um den Block“ gehört für viele dazu. Doch irgendwann wird das eintönig. Sie wissen nicht mehr, wohin der nächste Spaziergang noch führen könnte, weil Sie jeden Kieselstein in ihrer Umgebung persönlich kennen? Wir schaffen Abhilfe – mit dem mR-Sonntagsausflug (am Freitag, damit Sie für Sonntag planen können!).

Unsere Premiere führt nach Ludwigshafen am Rhein, genauer gesagt an die „Froschlache“ . Statt der bekannten Hochstraßen und Industrieanlagen zeigt die Stadt hier ihre idyllische Seite: Zwischen Baggerseen und Feldern ließ die firmeneigene Wohnungsbaugesellschaft GEWOGE des Chemie-Konzerns BASF für ihre Mitarbeiter vier Wohnhochhäuser errichten. Entworfen wurden die 22-geschossigen Hochhaus-Scheiben vom Architekten Heinrich Schmitt und dessen Büropartner Gerd Volker Heene. Die Baukörper zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Grundriss nicht rechteckig sind, sondern an der Breitseite zur Mitte hin breiter und an der Schmalseite zur Mitte hin schmaler werden. Das Konstruktionsraster der umlaufenden Balkone mit Drahtglas-Brüstungen prägt die Fassaden. In jedem Haus liegen 105 Wohnungen. 1966 konnten die ersten Bewohner einziehen. Von ihren Balkonen haben sie den vollen Überblick – von den Baggerseen im Vordergrund bis zu den rauchenden Schloten am Horizont. (mk, 8.5.20)

Ludwigshafen, Froschlache-Hochhäuser (Bild: Immanuel Giel, CC0)

100 Jahre Stadtpark Hannover

Im Stadtpark Hannover fand 1951 die erste Bundesgartenschau (Buga) statt, deren Gestaltung kein Geringerer als der Architekt Peter Hübotter übernahm. Doch reicht die Geschichte der Grünanlage, die damals noch Stadthallengarten hieß, weiter zurück. Vor hundert Jahren wurde die Grünanlage im Stadtteil Zoo angelegt, die 1933 zum Ort der „Jahresschau Deutscher Gartenkultur“ (Jadega) wurde. Im Krieg hatte nicht nur der Park, sondern auch die Stadthalle stark gelitten, die heute als Kongresszentrum dient. Seit 1966 erinnert zudem ein japanischer Garten mit Teehaus an die Städtepartnerschaft mit Hiroshima.

Die Stadt Hannover richtet ein umfangreiches Jubiläumsprogramm aus: Kostenlose Park-Spaziergänge werden am 31. Mai, 28. Juni, 30. August und 27. September 2014 jeweils um 15 Uhr angeboten. Für eine Vortragsreihe werden Experten ins Rosencafé eingeladen – u. a. spricht Joachim Wolschke-Bumahn am 5. Juni um 18 Uhr über die Jadega und Buga. Eine reich bebilderte Broschüre informiert, auch als Download, über die wechselvolle Geschichte der Grünanlage. Noch bis zum 31. Oktober ist im Stadtpark eine Ausstellung mit 24 Tafeln zu sehen, der Eintritt ist frei. (kb, 31.5.14)

Seit der ersten Bundesgartenschau von 1951 gilt der Stadtpark Hannover als überzeugendes Denkmal der Nachkriegsmoderne (Bild: Bundesarchiv)