TIPPS ZUM TOFD: Juvenil kopfnickend durch Hamburg

In Hamburg feiert man dieses Jahr gleich drei Tage lang den Tag des offenen Denkmals, Grund genug hat man ja: Vor 100 Jahren, am 1. Januar 1921, trat das Denkmalschutzgesetz für die Stadt in Kraft. Das Programm der teils digitalen, teils analogen Veranstaltungen kann bereits jetzt online abgerufen werden, teils ist eine frühe Anmeldung erforderlich. Am Sonntag, 12. September, geht es um 11, 14 und 17 Uhr auf besondere Art durch die Speicherstadt – bei der Führung „Beats, Rhymes & History mit Sherlock F.: Eine post-koloniale Rap-Führung“. Der Treffpunkt wird nach Anmeldung unter www.welterbefest.hamburg mitgeteilt). Versprochen wird ein „auditives Erlebnis, bei dem Wissen vermittelt, aber auch zum rhythmischen Kopfnicken eingeladen wird.“

Das junge Publikum kann sich – nur nach Anmeldung bei kulturkran@muhahar.de – am Sonntag, 12. September, zwischen 10 und 18 Uhr an Familienführungen am Peiner Kran (Lotsekai Ost, Harburger Binnenhafen) und am Liebherr Portralkran (Lotsekai, Harburger Binnenhafen) beteiligen. Unter dem Motto „Kinder dürfen einmal Kranführer sein“ gibt es u. a. einen Sackkarren-Parcours für den Sackkarren-Führerschein oder Übungen zu Seemannsknoten. Wer ein Fan junger Baukunst ist, kommt im Hanseviertel auf seine Kosten. 1980 vom Hamburger Büro von Gerkan, Marg und Partner fertiggestellt, gibt es hier in der Einkaufspassage Postmoderne satt. Am Samstag, 11. September, um 12 Uhr, führt der Architekt Volkwin Marg persönlich. Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 3. September (sjoebsch@gmp.de). Weitere Führungen am Sonntag, 12. September, um 11 und 14 Uhr, auch hier ist eine Anmeldung erforderlich (info@hanseviertel.de). (Veranstalter: CBRE GmbH, von Gerkan, Marg und Partner – Architekten, Große Bleichen 30/36, das Hanseviertel ist offen: Freitag, 10. September, und Samstag, 11. September, von 10 bis 20 Uhr). (kb, 21.8.21)

Hamburg, Hanseviertel (Bild: Uwe Rohwedder, CC BY SA 4.0, 2021)

Welterbe in Hamburg

Das Chile-Haus (1922-24) zählt zu den europäischen Ikonen des Backstein-Expressionismus. Nun erhält Fritz Högers Meisterwerk die höchste Weihe: Am 5. Juli 2015 wurden die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel, zu dem der imposante Bau gehört, zum UNESCO-Welterbe erklärt. Auf der Welterbeliste stehen derzeit rund 1.000 Kultur- und Naturerbestätten aus 161 Ländern. In Deutschland gibt es nun 40, unter ihnen die Würzburger Residenz, die Essener Zeche Zollverein und der Dom zu Aachen (der 1978 als erstes deutsches Objekt zu dieser Ehre kam). Das UNESCO-Welterbekomitee beschloss die Aufnahme der Hamburger Bauten nun bei seiner Tagung in Bonn.

Die neogotische Speicherstadt gilt als das größte zusammenhängende einheitliche Speicherensemble der Welt und ist bis heute in nahezu unveränderter Gestaltung erhalten.  Errichtet wurde sie zwischen 1885 und 1927 auf einer Inselgruppe in der Elbe. Nach Kriegsschäden wurde sie unter der Leitung von Werner Kallmorgen wiederaufgebaut und ergänzt. Das benachbarte Kontorhausviertel mit den Hafenbüros und den Geschäftsräumen der Schifffahrtsunternehmen entstand in den Jahren 1920 bis 1940 und gilt als erstes Büroviertel Europas. Nun rückt auch das abrissbedrohte nachkriegsmoderne Cityhof-Hochhausensemble in die Welterbe-Pufferzone … (db, 6.7.15)

Die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel – somit auch Fritz Högers Chilehaus (1922-24) – gehören nun zum Unesco-Welterbe (Bild: Pedelecs CC BY-SA 3.0)