Berlin: Stadtbad wird wiedereröffnet

Berlin: Stadtbad wird wiedereröffnet

Berlin-Prenzlauer Berg, Stadtbad (Bild: Magadan, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Der Zustand vor der Sanierung: das Stadtbad in Berlin-Prenzlauer Berg (Bild: Magadan, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Vor über 100 Jahren, am 1. Februar 1902 wurde im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ein neues Stadtbad im Stil der Neurenaissance eröffnet. Die Pläne hatte Stadtbaurat Ludwig Hoffmann geliefert, das Skulpturenprogramm schuf der Bildhauer Otto Lessing. Zwei Weltkriege hatte das Stadtbad fast unbeschadet überstanden. Kleinere Eingriffe erfolgten 1937 mit der Überdachung der Lichthöfe und 1977 mit dem Einbau einer Sauna. Doch 1986 musste das Stadtbad aus Sicherheitsgründen geschlossen werden – durch eine neue Schornsteinanlage war die Statik aus dem Lot geraten.

Die notwendigen Sanierungsarbeiten wurden immer wieder verschoben, eine Bürgerinitiative gegründet, der Bau wechselte mehrfach den Besitzer, diente immer wieder als Kultur- und Veranstaltungsort. Nun befindet sich das ehemalige Stadtbad in Privatbesitz und wurde im Zusammenhang mit dem angrenzenden neu eröffneten Hotel Oderberger erschlossen. Zu den Restaurierungskosten von rund 18 Millionen Euro trugen auch der Senat Berlin und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz eine Fördersumme bei. Ab dem 17. Oktober 2016 um 14 Uhr können die ersten Schwimmer wieder ihre Bahnen im historischen Ambiente ziehen. Künftig soll das Bad fünf Tage die Woche zum Schwimmen und Erholen offen stehen, zwei weitere Tage kann der Raum für Events angemietet werden. (kb, 18.8.16)

Stadtbad DU-Hamborn verfällt

Stadtbad DU-Hamborn verfällt

Duisburg-Hamborn,Stadtbad 2012, Bild: Carschten, CC BY-SA 3.0
Hier wird gerne gezündelt: Das Stadtbad Duisburg-Hamborn verrottet seit 1999 (Bild: Carschten, CC BY SA 3.0)

Das ehemalige Stadtbad (1929) in Duisburg-Hamborn steht seit Ende der 1990er leer, über die neue Nutzung gibt es wenig Klarheit. Eigentlich plante ein Investor ein “Designer Outlet Village” in dem Backsteinbau, welcher in Teilen unter Denkmalschutz steht. Nun ist dieses Projekt gescheitert. Passiert war trotz mehrfacher Ankündigungen nichts – zumindest nichts, was der Bausubstanz gutgetan hätte.

Seit mehreren Jahren brechen immer wieder Brände im Inneren aus. Die erste Etage ist seit einem Feuer 2013 verwüstet, Anfang April 2016 ist die Sporthalle abgebrannt, die einst in einer nicht mehr genutzten Schwimmhalle eingebaut wurde. Wie üblich liegt Brandstiftung zugrunde, da das Stadtbad dem Vandalismus nahezu ungeschützt ausgesetzt ist. Auch wenn das Bad, zwischen den Stadtteilen Hamborn und Marxloh entworfen vom Stadtbaurat Franz Steinhauer, zunächst durchaus modern wirkt, birgt es ebenso neoklassizistische und Art déco-Elemente. Direkt gegenüber liegt ein weiteres verfallendes Gebäude der Moderne: die Rhein-Ruhr-Halle (1975), welche aufgrund Bauschäden seit 2011 nicht mehr genutzt wird. Sowohl die Halle als auch angrenzende Wohnhäuser stehen vor einer unklaren Zukunft. Gerade passend erschienen sind die Duisburger Denkmalthemen 11: Architektur der Zwanziger Jahre in Alt-Hamborn und Marxloh, in denen auch das Stadtbad ausführlich beschrieben wird.(db, 25.4.16)