Bonn und seine Kaffeetanten

Bonn und seine Kaffeetanten

Kaffekraenzchen (Bild: PD)
Der Kaffeeklatsch kann auf eine lange Tradition zurückblicken (Bild: PD)

Wien war gestern: In Bonn beleuchtet das Stadtmuseum derzeit in einer Ausstellung  die 160-jährige Kaffeehaustradition der Bundesstadt. Über 70 Cafés versammelte sie in Spitzenzeiten in ihren Mauern! Die Ausstellung wurde nun bis zum 18. Dezember verlängert und um neue Exponate erweitert. So erzählt eine silberne WMF-Kaffeemaschine vom Kaffeegenuss der Nachkriegszeit, eine “Dröppelminna” zeigt, wie der Bohnentrunk nicht nur im Bonn der 1930er Jahre warm gehalten und gezapft wurde.

Die Idee zur Schau “Drinnen Gemütlichkeit – Draußen nur Kännchen” stammt von dem Filmemacher Georg Divossen. Begleitend zur Ausstellung zeigt das Museum seinen gleichnamigen Film, der die Bonner Kaffeehauskultur in historischen Aufnahmen und Zeitzeugenberichten humorvoll rekonstruiert. Moderiert wird er vom Bonner Kabarettistenduo Babette Dörmer und Karin Krömer, die der “guten alten Zeit der bönnschen Kaffeetanten” nachspüren. Vorführungen sind für den 5. und 19. November sowie den 3. und 17. Dezember um jeweils 15 Uhr geplant. (jr, 1.11.16)

Bonn: Museum mit Chlor-Geruch?

Fenster_Viktoriabad (Bild: Hagmann, CC-BY-SA 3.0)
Die Fensterfront des Viktoriabades wurde von Gottfried Böhm gestaltet und steht seit 2013 unter Denkmalschutz (Bild: Hagmann, CC BY SA 3.0)

Seit 1998 sitzt das Bonner Stadtmuseum im Obergeschoss des alten Viktoriabades im Zentrum der Stadt. Das Schwimmbad steht seit der Schließung im Jahr 2010 leer, ein großangelegtes Bauprojekt für den umliegenden Wohnblock scheiterte jüngst. Nun schlägt Gisbert Knopp, der Direktor des Stadtmuseums, nach Informationen des Bonner Generalanzeigers eine neue Nutzung der verwaisten Schwimmhallen vor: Die ehemalige Badeanstalt soll gänzlich zum Museum umfunktioniert werden. Momentan ist den Besuchern auf Grund der beengten Platzverhältnisse nur ein Bruchteil der Sammlung des Stadtmuseums zugänglich.

Stadthistorisches Potential hat der Bau allemal. 1906 wurde er feierlich in Beisein der Namenspatronin Viktoria zu Schaumburg-Lippe, der Schwester Wilhelms II., als erstes Hallenbad der Stadt eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bad zwar beschädigt, konnte jedoch wieder aufgebaut werden. In den 1960ern entschied man sich schließlich, den historischen Bau abzureißen und an seiner Stelle das heutige Viktoriabad zu errichten. Es wurde 1971 eröffnet. Highlight des nüchternen Baus ist die 30 x 7,60 Meter große Fensterfront, die von Gottfried Böhm gestaltet wurde. Seit 2013 steht sie unter Denkmalschutz. (jr, 12.4.16)