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Hagen von Ortloff (Bild: Liesel, CC BY SA 4.0, 2010)

Hagen von Ortloff kommt nach Stuttgart

Ja, die märklinMODERNE-Vernissage in Stuttgart am 11. Juli liegt kurz vor einem WM-Halbfinalspiel. Aber, Sie können beides haben: Um 19 Uhr geht es los mit der Ausstellungseröffnung in der architekturgalerie am weißenhof (der Auftakt findet statt in der Alten Aula im Altbau der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Am Weißenhof 1, Stuttgart). Es spricht Hagen von Ortloff, lange Jahre Moderator der SWR-Kultsendung „Eisenbahn-Romantik“. Zudem arbeitete er als Sportjournalist. Für alle Fans des „rollenden Materials“ bieten wir ab 20 Uhr im Hinterzimmer einen kleinen Fußball-Bildschirm. In den Vorderzimmern können Sie ungestört durch die Ausstellung stöbern. (db/kb, 9.7.18)

 

Begleitprogramm

11. Juli 2018, ab 19 Uhr: Vernissage, Auftakt in der Alten Aula im Altbau der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Am Weißenhof 1, Stuttgart).

22. Juli 2018, 14.30 bis 17.30 Uhr: „Basteln mit Bartetzko“ in der architekturgalerie am weißenhof in Stuttgart zum Sommerfest am Killesberg.

11. August 2018, 16 bis 17 Uhr: Filmpremiere von „märklinMODERNE“, von Otto Schweitzer und C. Julius Reinsberg im Deutschen Filmmuseum (Schaumainkai 41, Frankfurt).

7. September 2018: Tagesfahrt zur Wiege des Modellbaus, Gütenbach im Schwarzwald, Voranmeldung (bis 10. August): k.berkemann@moderne-regional.de, Unkostenbeitrag 60 € (ab Frankfurt)/50 € (ab Stuttgart).

22. September 2018, 20 bis 21 Uhr: Lesung „Der Superbastler“ – Lebenshilfe aus Modellbau-Magazinen der Wirtschaftswunderzeit in „Buch & Spiel“ in St. Stefan (Rotenwaldstraße 98, Stuttgart), einer profanierten brutalischen Kirche von 1976.

Hagen von Ortloff (Bild: Liesel, CC BY SA 4.0)

Kaiserslautern, Rathaus (Bild: E. K., CC BY SA 3.0)

Roland Ostertag verstorben

Am 11. Mai verstarb ein Architekt, den Worte wie „engagiert“ oder „rührig“ nur unzureichend beschreiben würden: Roland Ostertag, geboren am 19. Februar 1931 in Ludwigsburg, war eng mit Stuttgart verbunden. Hier hatte er bis 1956 an der TH studiert und bis 1957 bei Curt Siegel und Jürgen Joedicke gearbeitet, hier hatte er sich anschließend als Architekt selbständig gemacht. 1970 wechselte Ostertag an die TU Braunschweig, wo er bis 1998 als Ordinarius für Gebäudelehre und Entwerfen wirkte.

Neben Wohnbauten, machte er sich vor allem mit öffentlichen Projekten einen Namen. Zu seinen Hauptwerken zählen die Rathäuser in Kaiserslautern, Laupheim und Bad Friedrichshall. Von 1993 bis 1996 stand Ostertag als Präsident der Bundesarchitektenkammer vor, des Weiteren lehrte er als Gastprofessor an der TU Wien und wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse geehrt. Bis zuletzt hatte er sich (nicht nur) in Stuttgart in die städtebauliche Diskussion eingebracht, u. a. deutlich gegen Stuttgart 21 votiert. Roland Ostertag starb im Alter von 87 in Stuttgart. (kb, 15.5.18)

Kaiserslautern, Rathaus (Bild: E. K., CC BY SA 3.0)

Die Architekten Böhm am Modell der Wallfahrtskirche von Neviges. Gottfried Böhm mit seinen Söhnen Stephan, Paul und Peter Böhm (Foto: Jan Klein)

„Die Böhms“ gehen

Denken Sie jetzt nichts Falsches – die zweite und dritte Generation der großen Kölner Kirchbau-Dynastie sind wohlauf. Nur mit ihrer virtuellen Anwesenheit in Stuttgart ist bald Schluss. Noch bis zum 15. April 2018 ist die Ausstellung „DIe Böhms“ noch in der dortigen architekturgalerie am weißenhof zu sehen. Die Präsentation widmet sich den Architekten Dominikus Böhm, seinem Sohn Gottfried Böhm und dessen Söhnen Stephan, Peter und Paul Böhm. Ausgewählte Beispiele – Handzeichnungen und Fotografien – veranschaulichen ebenso die Gemeinsamkeit in der Familientradition wie die Eigenständigkeit der einzelnen Persönlichkeiten und ihrer Architektur.

Die Bauten der Böhms wurden zu Beginn häufig in Beton, später in Stahl und Glas ausgeführt – alle wirken sie wie begehbare Skulpturen. In der Fachliteratur werden dafür gerne Begriffe wie Expressionismus oder Brutalismus bemüht. Wolfgang Pehnt spricht vom „Böhm-Touch“ geprägt. Stephan Böhm selbst sieht das Typische der drei Generationen darin, „dass sie alle etwas neben der allgemeinen Architekturrichtung (Mainstream) liefen. Und das war nicht gewollt oder gar erzwungen, es hatte sich einfach so ergeben.“ Die Finissage zur Ausstellung findet am 15. April um 16 Uhr in der architekturgalerie am weißenhof (Am Weißenhof 30, 70191 Stuttgart) statt. (kb, 26.3.18)

Die Architektendynastie – Gottfried Böhm mit seinen Söhnen Stephan, Paul und Peter Böh m- am Modell der Wallfahrtskirche von Neviges (Foto: Jan Klein)

Theodor Fischer (Bild Wasmuth Verlag)

Ein neues Buch zu Theodor Fischer

Er gilt als Wegbereiter der Moderne und zeichnete für die Ausbildung diverser bedeutender Architekten des 20. Jahrhunderts verantwortlich: Theodor Fischer. Dennoch hat die kunsthistorische Forschung den Baumeister, Theoretiker und Hochschullehrer bislang nur selten berücksichtigt. In diese Lücke stößt eine neue Monografie von Rose Hajdu und Dietrich Heißenbüttel hinein. Sie nimmt Fischers Stuttgarter Bauten in den Blick, die eine zentrale Werksphase des Architekten darstellen.

Fischer folgte 1901 einem Ruf an die Technische Hochschule in Stuttgart, wo er als Professor für Bauentwürfe und Städtebau Maßstäbe setzte. Hier und an seiner zweiten Wirkstätte München war er Mentor von Architekten wie Ernst May, Bruno Taut, Ferdinand Kramer, Paul Bonatz oder Erich Mendelsohn. Seine Bauten distanzieren sich von den überladenen Formen des Historismus und präferierten einen gemäßigt modernen Stil. Der  Band porträtiert dies anhand des Stuttgarter Beispiels und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur überfälligen wissenschaftlichen Revision des Architekten. Es bleibt zu hoffen, das weitere entsprechende Literatur folgen wird. (jr, 2.3.18)

Hajdu, Rose, Heißenbüttel, Dietrich, Theodor Fischer. Architektur der Stuttgarter Jahre, Wasmuth Verlag, Tübingen 2018, ISBN 978 3 8030 0795 7.

Stuttgart-West, St. Stefan (Bild Silesia711, CC BY SA 4.0, 2011)

„Buchladen mit sakralem Charakter“

Die „Buchreligion“ Christentum geht in Stuttgart dieser Tage einen fast konsequent erscheinenden Schritt: Aus der 1976 eingeweihten Kirche St. Stefan soll ein Buchladen  werden. Am 30. Dezember 2017 erfolgte bereits die Profanierung, so dass jetzt der Weg frei ist für die neue, nicht-liturgische Nutzung. Altar, Ambo und Tabernakel verbleiben im brutalisischen Kirchenraum, schon im März diesen Jahres soll hier „Buch und Spiel“ eröffnet werden. Die neue Nutzerin strebt eine enge Zusammenarbeit mit dem angrenzenden katholischen Kinderhaus und Familienzentrum St. Stefan an – und versteht ihren künftigen Laden als eine Art Begegnungsviertel im Stadtteil.

Der Umbau von St. Stefan ist Teil einer größeren Umstrukturierung in Stuttgart. Das Spektrum der davon betroffenen modernen Gottesdiensträume reicht von der Notkirche der evangelischen Paulusgemeinde (1949, übergeben 1973 an die griechisch-orthodoxe Gemeinde) über die katholische Kirche St. Johannes Vianney (1962, Abriss geplant für Kirchenneubau mit Gemeindezentrum und Seniorenwohnungen) bis zur katholischen Kirche St. Peter in Bad Cannstatt (1972, abgerissen 2016 für neues Gemeindezentrum). Gegenüber der Stuttgarter Zeitung erklärte der katholische Dekan Christian Hermes: „Wir haben angesichts der demografischen Entwicklung vor sieben Jahren damit begonnen, in großer solidarischer Gemeinschaft alle kirchlichen Standorte zu begutachten und zu bewerten“. Mit der Initiative „Aufbrechen“ untersuche man 20 kirchliche Standorte. (kb, 11.11.18)

Stuttgart-West, St. Stefan (Bild: Silesia711, CC BY SA 4.0, 2011)