Die südeuropäische Stadt

Madrid, Gran Vía (Bild: Edescas2)
Madrid, Gran Vía – die moderne Seite der südeuropäischen Stadt (Bild: Edescas2)

Chaotisch, liebenswert, aber sicher nicht richtig modern – in der Forschung führte „die“ südeuropäischen Stadt lange ein Schattendasein. Der Workshop „The South European city. Urban space and urban society in the 20th century“ des Deutschen Historischen Instituts und der Universität München will mit diesem Vorurteil aufräumen. Vom 23. bis zum 25. Oktober 2014 sollen Interessierte aus den unterschiedlichsten Fachbereichen erleben: Der südeuropäische Städtebau sich im 20. Jahrhundert entfaltete sich zu einem eigenständigen gesellschaftlichen, geistigen und kulturellen Raum.

In der Diskussion sollen Themen der Urbanisierung und Stadtplanung, städtischen Gesellschaft und Identität verknüpft werden. Die Fachvorträge und Diskussionen drehen sich um Rom und Lissabon und Rom, das Wachsen und Schrumpfen, organisiertes und „wildes“ Leben, das Zentrum und die Randbereiche, den öffentlichen und privaten Raum. Über den geschichtlichen Blick hinaus sollen auch Perspektiven für die Zukunft dieses modernen Erbes entfaltet werden. Die Konferenzsprache ist Englisch. (kb, 27.9.14)

Southern Modernisms

Porto, moderne Fassade (Bild: J. Moutinho)
Porto: Gesucht werden die „Ausreißer“ im gleichförmigen Bild der Internationalen Moderne (Bild: J. Moutinho)

Bereits seit Jahrzehnten wird der Moderne-Begriff kritisch diskutiert – auch für die Architektur und die bildenden Künste. Hier will die internationale Konferenz „Southern Modernisms: Critical stances through regional appropriations“ vom 19. bis zum 21. Februar 2015 in Porto/Portugal anknüpfen. Gesucht wird ein moderner Regionalismus jenseits des „kolonialen“ Internationalen Stils. Der Tagungstitel „Southern Modernisms“ meint dabei moderne Strömungen in der Populärkultur der südlichen Länder: von der Volkskunst bis zur Alltagsarchitektur.

Für die Tagung sind noch Vorschläge willkommen: 1. zur Eingrenzung von Begriffen wie Modernismus und Regionalismus, Volkskunst und Alltagsarchitektur; 2. zu Forschungen zu Gegensatzpaaren wie Zentrum und Peripherie, „hoher“ und Volkskunst, Ost und West, Nord und Süd; 3. zur Diskussion, ob moderne Kunst zwingend abstrakt und/oder rationalistisch sein muss; 4. zum Aufzeigen der politischen Seiten der modernen Kunstdiskussion (für den faschistischen Populismus in Südeuropa, die Widerstandskraft des Regionalismus, die kritische Rolle der Fotografie u. v. m.). Bis zum 19. Oktober 2014 können Vorschläge für eine 20-minütige Präsentation in Englisch (mit Titel, Daten zum Vortragenden, einem Abstract (max. 300 Worte), einem kurzen Lebenslauf) eingereicht werden unter: southernmodernisms@gmail.com. (kb, 22.9.14)