Tipps zum TofD: Moderne in der Mitte

Zum TofD brauchen Sie ein schnelles Auto, eine Klon-Maschine oder hohe Entschlussfreude – hier sind unsere Tipps für die Mitte der Republik: Im Frankfurter Ernst-May-Haus (Im Burgfeld 136, Frankfurt-Heddernheim) von 1927 werden die Ursprünge des sozialen Wohnungsbaus anhand originaler Ausstattungsstücke sichtbar. Am 9. September ist das Haus von 12 bis 17 Uhr geöffnet, eine Führung findet um 15.30 Uhr statt (Kontakt: Christina Treutlein, Ernst-May-Gesellschaft e. V., 069 15343883, post@ernst-may-gesellschaft.de). In Hannover zeigt sich die Nachkriegsmoderne von ihrer eleganten Seite: Das Arne-Jacobsen-Foyer (Herrenhäuser Straße 3 a, Hannover-Herrenhausen) wurde 1966 zum 300-jährigen Bestehen des Großen Gartens von Arne Jacobsen gestaltet und eingerichtet. Am 9. September ist der Bau von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Führungen gibt es um 14, 15 und 16 Uhr (Kontakt: Olaf Höfer, Landeshauptstadt Hannover, Herrenhäuser Gärten, 0511 16846356, olaf.hoefer@hannover-stadt.de; Inga Samii, Landeshauptstadt Hannover, Herrenhäuser Gärten, 0511 16841485, inga.samii@hannover-stadt.de).

Einen tiefen Blick in die andere Seite der Nachkriegsmoderne macht Erfurt möglich: Das Stasi-Unterlagen-Archiv (Petersberg Haus 19, Erfurt) verwahrt auf 4,5 Regalkilometern Akten, etwa 1,7 Millionen Karteikarten, zahlreiche Fotos, Filme, Dias und ca. 250 Säcke Material, das die Stasi zu vernichten versuchte. Am 9. September sind Besucher zwischen 12 und 18 Uhr willkommen, Führungen gibt es stündlich, zudem verschiedene Vorträge rund um das Jahr 1968 (Kontakt: Andreas Bogoslawski, 0361 55194826, Andreas.Bogoslawski@bstu.bund.de; Oliver Parchwitz, 0361 55194806, Oliver.Parchwitz@bstu.bund.de). (kb, 3.9.18)

Telefon „Modell Frankfurt“ von Fuld & Co, ausgestellt im Frankfurter Ernst-May-Haus (Bild: Christos Vittoratos, CC BY SA 3.0, 2011)

Tipps zum TofD: Das Bauhaus steht in Berlin

Bereiten Sie sich doch in der Hauptstadt auf das Bauhaus-Jahr vor: Zum TofD wird am 8. (!) September um 13, 14, 15, 16 und 17 Uhr durch das Haus Dittmar (Am Baltenring 25, Berlin-Marzahn-Hellersdorf Hellersdorf) geführt. 1932 ließ sich der Architekt Edmund Dittmar hierfür vom Bauhaus ebenso inspirieren wie vom Expressionismus. Treffpunkt ist am Eingangstor, die Teilnehmerzahl ist auf 8 Personen begrenzt, eine Anmeldung möglich bis zum 7. September: Ute Linz/Peter K. Bachmann, 0172 2478192, linz-bachmann@online.de. Ein weiterer Zeuge des Neuen Bauens, das St.-Antonius-Hospital (Köpenicker Allee 39-57, Berlin-Lichtenberg (Hohenschönhausen) Lichtenberg), entstand 1930 nach Plänen von Felix Angelo Pollack. Heute dient der Bau als Standort der Katholischen Hochschule für Sozialwesen. Am 8. (!) September wird um 10 Uhr eine Führung angeboten (Treffpunkt: Haupteingang, Kontakt: Martin Wrzesinski, Katholische Hochschule für Sozialwesen, 030 50101014, verwaltung@khsb-berlin.de).

Eine kurze ÖPNV-Fahrt weiter versteckt sich in Potsdam ein Geheimtipp der Zwischenkriegszeit: Das Alexander-Haus (Am Park 2, Potsdam) entstand 1927 als erstes Sommerhaus am Groß Glienicker See für den jüdischen Arzt Dr. A. Alexander. Nach dessen Flucht 1936 wohnten hier vier Familien, darunter der Komponist Will Meisel. Hier, wo später die Berliner Mauer durch den Garten führte, soll ein Zentrum für Bildung und Versöhnung entstehen. Interessierte können das Haus am 9. (!) September von 12 bis 18 Uhr besuchen, Führungen gibt es um 12.30 (Kinderführung), 13 und 15 Uhr. (kb, 31.8.18)

Potsdam, Haus Alexander (Bild: a.fiedler, CC BY SA 4.0)

Tipps zum Tofd: Industrie und Denkmal

Am 9. September lohnt zwischen 11 und 17 Uhr ein Blick in die der Bremer Lloyd-Halle 4 (Richard-Dunkel-Straße 122-124, 28199 Bremen-Neustadt). In der ehemaligen Endmontagehalle (1953/54, R. Lodders) produzierte man Lloyd-Kleinwagen des Borgward-Konzerns. Heute zeigen hier der Freundeskreis VFW 614, der Borgward-Club und Bremer AirBe e. V. historische Verkehrsmittel. (Kontakt: Günter Mail, Freundeskreis VFW 614, Tel.: 0151 58784922, g.mail@freundeskreis-vfw614.de, oder Werner Hilscher, Borgward Club e. V., 0171 1936757, werner-hilscher@t-online.de). Nicht weniger erhellende Erkenntnisse verspricht der Luftschutz-Musterstollenanlage Friesenstraße (Friesenstraße 16, (BVG: U-Bhf. Platz der Luftbrücke), 10965 Berlin Friedrichshain-Kreuzberg Kreuzberg), der am 8. (!) September um 11, 12, 13, 14 und 15 Uhr zu Führungen geöffnet ist (Treffpunkt: vor dem Tor Friesenstraße 16, Eingang Polizeigelände, max. 15 Personen, Anmeldung erforderlich: 4. bis 6. September, 10 bis 14 Uhr, 030 46068009). Auf dem Gelände befand sich in den 1930er Jahren die sog. Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz, wo eine Musteranlage aus Luftschutzgängen für die Baubehörden angelegt wurde.

Doch lieber was Süßes? In Thüringen lädt das Museum Heinerle-Berggold Schokoladen GmbH (Raniser Straße 11, 07381 Pößneck) am 9. September zwischen 11 und 17 Uhr zum Besuch. Die Firmenausstellung zeigt die 140-jährige Firmengeschichte seit 1876: historische Verpackungen, Dosen und Werbematerialien, teilweise noch aus den Gründerjahren um 1880. Zum Tag des offenen Denkmals können werksfrisch hergestellte Süßwaren verkostet und die Ausstellung besichtigt werden. (Kontakt: Lisa Schreck, Heinerle-Berggold Schokoladen GmbH, Marketing, Tel.: 03647 5378, E-Mail: marketing@heinerle-berggold.de) (kb, 30.8.18)

Lloyd-LT-600-Bus (Bild: Norbert Schnitzler, GFDL/CC BY SA 3.0, 2006)