Bonn: Farbige Akzente

Bekommt Gesellschaft: die Bonner Beethovenhalle (Foto: Hans Weingartz)
Am 14. September 2014 eines vieler offener Denkmale in Bonn: die Beethovenhalle (Foto: Hans Weingartz)

In Bonn laden am 14. September 2014 wieder zahlreiche Denkmale zum Besuch ein. Mit der Evangelischen Lukaskirche (H. O. Vogel, 1957/58) sind in der Nordstadt auch ihre Fenster – drei Engel auf 80 Quadratmetern drei Engel, ein Frühwerk des Glasmalers Johannes Schreiter – von 14.30 bis 18 Uhr zu besichtigen: Eine Führung findet um 15 Uhr, eine Orgelführung um 16 Uhr und der Vortrag „Sakrale Glasmalerei der 1950er-Jahre in Bonn“ um 17 Uhr statt. Der ehemalige Saal der Bundespressekonferenz (Tulpenfeld 7) mit der seriösen Mahagoni-Rückwand ist geöffnet von 11 bis 14 Uhr, Führungen finden um 11 und um 13 Uhr statt. Begleitend wird die Fotoausstellung „Politische Farben in Schwarz und Weiß“ gezeigt.

Über die festliche Farbigkeit der Nachkriegsmoderne wird auch in der Beethovenhalle (Wachsbleiche, Innenstadt) um 11 Uhr auf einer Führung durch den Verein ProBeethovenhalle berichtet. Spaziergänge zum Thema „Farbe in der Stadt“ bietet die Werkstatt Baukultur um 11, 14 und 16.30 Uhr an (Treffpunkt ist das Juridicum in der Adenauerallee). Weitere Spaziergänge werden zudem in Buschdorf, in der Kölnstraße und in der Südstadt unternommen – immer häufiger findet sich dieses Spaziergangs-Format in den letzten Jahren im Programm des Denkmaltags. (mb, 10.9.14)

Bonn: Bayerns Botschaft

Der Tag des offenen Denkmals zeigt am 14. September auch dieses Jahr wieder zahlreiche bauliche Zeugnisse der Nachkriegsmoderne. Eines davon ist die ehemalige bayerische Landesvertretung im alten Bonner Regierungsviertel. Sie wurde nach Plänen von Sep Ruf erbaut und 1955 eröffnet. Ruf zeichnet auch für den Kanzlerbungalow (1966) verantwortlich, der sinnbildlich für die Bonner Republik steht. Die Landesvertretung kann am 14. September von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden, um 13.15 Uhr findet eine Führung mit Rainer Mertesacker statt.

Der dreigeschossige Stahlskelettbau ist betont nüchtern gehalten, die Fassade wird von großen Chicago Fenstern beherrscht und einem Staffelgeschoss mit Dachterrasse bekrönt. Die stolzen Bayern hatten jedoch eigene Vorstellungen von einer angemessenen Vertretung ihres Freistaates. Die schwarz-weiß gerasterte Fassade wurde bald nach ihrem Einzug in den weiß-blauen Landesfarben umgestaltet. Und ein zünftiger Bierkeller sollte bayerische Gemütlichkeit in den funktionalen Bau bringen. Heute residiert im Bauwerk die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die es weitgehend wieder in den Urzustand versetzt hat. (jr, 25.8.14)

Die ehemalige bayerische Landesvertretung zeigt sich auch im Inneren in der Eleganz der 1950er Jahre (Bild: © Eckhard Henkel, CC BY SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons))