Wolfsburg: Scharoun-Bau saniert

In Wolfsburg werden diesertage die Sanierungsarbeiten am städtischen Theater fristgerecht abgeschlossen. Im Juni 2014 hatte das  Büro Brenne Architekten mit einer umfassenden Sanierung begonnen, nun wurde der Schlüssel feierlich an den Intendanten übergeben. Am 24. Januar 2016 soll das Theater dann mit einem Festakt offiziell wieder eröffnet werden. Es ist einer der letzten Bauten Hans Scharouns. Seine Eröffnung im Jahre 1973 erlebte der Architekt nicht mehr.

Nicht nur beim Zeitplan hielten sich die Sanierer an die Vorgaben. So kostete die Maßnahme die Stadt 32 Millionen Euro und liegt damit immer noch nah von den geschätzten Kosten von 30 Millionen. Im Zuge der Arbeiten wurde die Bühnentechnik modernisiert, ansonsten aber ein Zustand angestebt, der dem des Eröffnungsjahres 1973 entspricht. Als besonders aufwendig erwies sich die Sanierung der Wandverkleidung aus Eschenholzfurnier. Sie wurde behutsam von den insgeamt 1500 Quadratmetern Wandfläche abgenommen und nach der Sanierung wieder angebracht. (jr, 16.12.15)

Wird im Januar feierlich wiedereröffnet: das Theater in Wolfsburg (Bild: Vanellus Foto, CC BY SA 3.0)

Führung durch Scharouns Theater

Das Wolfsburger Theater ist dem Spätwerk Hans Scharouns zuzurechnen (Bild: Vanellus Foto)
Das Wolfsburger Theater ist dem Spätwerk Hans Scharouns zuzurechnen (Bild: Vanellus Foto)

Anfang Juni 2014 begann man in Wolfsburg mit der Generalsanierung des städtischen Theaters. Der Bau wurde 1969 bis 1973 nach Plänen Hans Scharouns errichtet, der als Vertreter der organischen Architektur bekannt wurde. Die denkmalgerechte Gesamtinstandsetzung wird vom Berliner Büro Brenne Architekten durchgeführt und von Bund, Ländern sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Neugierige können am 12. September von 14 bis 17 Uhr einen Blick hinter die Kulissen werfen: Am „Tag der offenen Baustelle“ führen die Architekten durch das Gebäude. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 05361/899930.

Das Wolfsburger Theater ist dem Spätwerk Scharouns zuzurechnen und sein einziger realisierter Theaterbau. Die Eröffnung erlebte der 1972 verstorbene Architekt nicht mehr. Die organische Architektur steht beispielhaft für seine Entwurfshaltung. Das Bauwerk ist in drei Gebäudeteile untergegliedert: einen Foyerflügel, einen Haupttrakt mit Bühne und Zuschauerraum sowie einen Verwaltungstrakt. Seine Hanglage eröffnet einen weiten Blick auf die Stadt Wolfsburg und das identitätsstiftende VW-Werk. Mit der Entscheidung für Scharoun wollte sich die 1938 gegründete Stadt auch von ihrer durch die Nationalsozialisten geprägten Frühgeschichte abgrenzen. (jr, 9.9.14)