60 Jahre MiR

In Gelsenkirchen steht ein Jubiläum der schönen Sorte vor der Tür: Am 15. Dezember 1959 wurde dort das „Neue Theater“ eröffnet. Nach den Plänen des Architekten Werner Ruhnau entstand damals ein Bau, der sich gläsern und damit programmatisch demokratisch zur Stadt hin öffnet. Eine große Bühne für mehr als 1.000 Zuschauer – „eine verwandelbare Black Box, großräumige Seiten- und Hinterbühne, modernste Technik und ein geräumiger, lichtdurchfluteter Zuschauerbereich“, wie die Betreiber des „Musiktheater im Revier“ (MiR) heute schwärmen.

Mit verschiedenen Veranstaltungen rund um den 15. Dezember 2019 feiert das MiR das Jubiläum. Zum runden Geburtstag wird – in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Gelsenkirchen und dem Institut für Stadtgeschichte – u. a. ein eigenes Podiumsgespräch ausgerichtet: Unter dem Titel „Spielräume der Demokratie“ diskutieren am 3. Dezember 2019 um 19.30 Uhr Dr. Frank Schmitz (Hamburg), Dr. Alexandra Apfelbaum (Dortmund), Dr. Daniel Schmidt (Gelsenkirchen) und Clemens Arens (Gelsenkirchen) im Musiktheater Gelsenkirchen. (kb, 24.11.19)

Gelsenkirchen, Theater (Bild: musiktheater-im-revier.de)

Saarlouis: 60 Jahre Theater am Ring

Während der Rest der Republik im nächsten Jahr den 100. Geburtstag der berühmten Kunstschule nach allen Regeln der Kunst feiert, bereitet sich die saarländische Stadt auf ein eigenes Architekturjubiläum vor: Im Herbst 2019 jährt sich die Eröffnung des Theaters am Ring zum 60. Mal. In Vorbereitung des Jubiläums wurde jüngst ein eigener Band vorgestellt, der sich der (Bau-)Geschichte des nachkriegsmodernen Theaters widmet.

Das Theater wurde Ende der 1950er Jahre von Hanns Rüttgers entworfen, seit 2001 ist es denkmalgeschützt. Nachdem zwischenzeitlich der Abriss im Raum stand, wurde es in den 2010er Jahren durch den bekannten Luxemburger Architekten Francois Valentiny umfassend saniert und umgestaltet. Inzwischen ist der markante Bau zu einem Wahrzeichen der Stadt avanviert. Die geschwungenee Fassade auf der Straßenseite, die mit ihren organisch geformten Fensteröffnungen in der Nachbarschaft Fred Feuersteins nicht auffiele, kontrastiert mit einem turmartigen Baukörper, der sich in strenger Rechteckform erhebt und den Namen des Theaters weithin sichtbar macht. Wir finden: Auch ohne Bauhausbezug ist dieses Jubiläum ein Grund zum Feiern! (jr, 12.12.18)

Saarlouis, Theater am Ring (Bild: © Presseabteilung Kreisstadt Saarlouis, Sascha Schmidt)

Bonn: Oper wird ein bisschen saniert

In Bonn wird seit einiger Zeit heftig über die Zukunft des Opernhauses diskutiert. Der in den Jahren 1962-1965 nach Entwürfen von Wilfried Beck-Erlang und Klaus Gessler errichtete Bau ist sanierungsbedürftig, was die Politik zum Anlass für grundlegende Diskussionen über die Opern- und Theaterstandorte in der Stadt genommen hat. Nach Informationen des Generalanzeigers investiert die Stadt nun aber 7,25 Millionen Euro in Sofortmaßnahmen, die die Betriebsfähigkeit des Gebäudes im Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 sicherstellen sollen. Schwerpunkte der Teilsanierung sind Bühnenmaschinerie und Brandschutz.

Die Maßnahme macht Freunden der Bonner Nachkriegsmoderne zwar Hoffnung, ist aber nicht als Entscheidung für die Oper zu werten. Die Stadtverwaltung stellte jüngst ein Gutachten mit sechs Bauvarianten zur Zukunft der Bonner Bühnen vor. Diese reichen von umfassender Sanierung bei laufendem Spielbetrieb über Abriss und Neubau an gleicher Stelle bis zur Aufgabe der etablierten Spielstätten und dem Bau eines „Beethoven-Campus“ nahe der Beethovenhalle. Eine der Varianten, ein neues Mehrspartenhaus, beinhaltet zudem den Abriss der denkmalgeschützten Stadthalle im Stadtteil Bad Godesberg. (jr, 27.9.18)

Bonn, Opernhaus (Bild: Sir James, CC BY SA 3.0)