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Theodor Fischer (Bild Wasmuth Verlag)

Ein neues Buch zu Theodor Fischer

Er gilt als Wegbereiter der Moderne und zeichnete für die Ausbildung diverser bedeutender Architekten des 20. Jahrhunderts verantwortlich: Theodor Fischer. Dennoch hat die kunsthistorische Forschung den Baumeister, Theoretiker und Hochschullehrer bislang nur selten berücksichtigt. In diese Lücke stößt eine neue Monografie von Rose Hajdu und Dietrich Heißenbüttel hinein. Sie nimmt Fischers Stuttgarter Bauten in den Blick, die eine zentrale Werksphase des Architekten darstellen.

Fischer folgte 1901 einem Ruf an die Technische Hochschule in Stuttgart, wo er als Professor für Bauentwürfe und Städtebau Maßstäbe setzte. Hier und an seiner zweiten Wirkstätte München war er Mentor von Architekten wie Ernst May, Bruno Taut, Ferdinand Kramer, Paul Bonatz oder Erich Mendelsohn. Seine Bauten distanzieren sich von den überladenen Formen des Historismus und präferierten einen gemäßigt modernen Stil. Der  Band porträtiert dies anhand des Stuttgarter Beispiels und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur überfälligen wissenschaftlichen Revision des Architekten. Es bleibt zu hoffen, das weitere entsprechende Literatur folgen wird. (jr, 2.3.18)

Hajdu, Rose, Heißenbüttel, Dietrich, Theodor Fischer. Architektur der Stuttgarter Jahre, Wasmuth Verlag, Tübingen 2018, ISBN 978 3 8030 0795 7.

Landtag Stuttgart: Fischer zu Linde

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Das Stuttgarter Landtagsgebäude wurde saniert (Bild: Landtag von Baden-Württemberg)

Seit 2013 residiert der Landtag von Baden-Württemberg im Stuttgarter Kunstgebäude. Der Tagungsort war jedoch nur ein Provisorium, Grund waren Sanierung und Umbau des eigentlichen Parlamentsgebäudes. Nun steht der Rückzug in den angestammten Sitz des hohen Hauses an. Damit verbunden ist ein Umzug von der Früh- zur Nachkriegsmoderne: statt im mit einer Kuppel versehenen Kunstgebäude, das 1910-1913 nach Plänen Theodor Fischers entstand, tagt der Landtag künftig wieder in Horst Lindes flachgedecktem Landtagsgebäude, das 1961 fertiggestellt wurde.

Seit 2013 wurde der Nachkriegsbau modernisiert. Die Arbeiten erfolgten in Abstimmung mit dem Denkmalschutz, so dass die indizierte Transparenz und die schlichte Eleganz der Nachkriegszeit erhalten  blieb. Eine große Veränderung erfuhr jedoch der Plenarsaal, der zuletzt etwas düster wirkte. So blieb die Holzvertäfelung zwar erhalten, ist farblich jedoch deutlich heller als ihr Vorgänger. Zudem wurde das Dach über dem Saal zu einer Lichtdecke umgestaltet, die Tageslicht auf die Sitze der Abgeordneten fallen lässt. Ob mancher von ihnen dennoch Fischers Kuppel vermissen wird, bleibt abzuwarten. (jr, 7.5.16)

Der Theodor-Fischer-Preis 2016

Theodorf Fischer im Jahr 1933 (Bild: gemeinfrei)
Der Architekt und Hochschullehrer Theodor Fischer, hier im Jahr 1933, wurde zum Namenspatron eines internationalen Nachwuchsförderpreises (Bild: gemeinfrei)

„Das Neue Bauen 1933-1945“, „Der Neubau des Bonner Bundeskanzleramtes 1969-1976“ oder „Innerstädtischer Wohnungsbau in der DDR am Beispiel der Inneren Westvorstadt in Leipzig“ – all diese Arbeitsthemen verbindet, dass sie 2015 mit dem Theodor-Fischer-Preis ausgezeichnet wurden. Mit dem Internationalen Nachwuchspreis des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München fördert der Verein der Freunde des Zentralinstituts für Kunstgeschichte e. V. herausragende Forschungsarbeiten zur Architekturgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts. Der Name des Preises erinnert an den Architekten, Hochschullehrer und Münchener Stadtbaurat Theodor Fischer (1862-1938). Ausgezeichnet wird eine Forschungsarbeit zur Architekturgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts (z.B. Dissertation, Magisterarbeit).

Der Theodor-Fischer-Preis wird an eine/einen Graduierte/n vergeben und besteht in einem dreimonatigen Forschungsstipendium am Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Das Stipendium ist mit 5.000 Euro dotiert. Nachdem die Auszeichnung 2015 nicht vergeben wurde, ist sie für 2016 wieder ausgeschrieben worden. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Fachkommission. Der Antritt des Stipendiums kann nach Absprache individuell gewählt werden, sollte jedoch innerhalb eines Jahres nach der Verleihung erfolgen. Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Publikationsverzeichnis) und einem Exemplar der Forschungsarbeit werden bis zum 5. März 2016 erbeten an: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, z. Hd. Prof. Dr. Iris Lauterbach, Katharina-von-Bora-Str. 10, 80333 München. (kb, 6.1.15)