Tourismus nach Plan

Die Konferenz „Tourismus nach Plan“ will vom 8. bis 10. November in Lüneburg den Tourismus in das östliche Europa nach 1945 untersuchen. Aufgrund der politischen Situation im Kalten Krieg kam eine besondere Art des kontrollierten Reisens zustande, die seit den 1950er Jahren eine stetig anwachsende Bedeutung für die Kontakte zwischen Ost- und Westeuropa hatte. Die Tagung will Erfahrungen, Adaptionen und Ordnungen als Themen von Tourismus analysieren und zueinander in Beziehung setzen: Wodurch wurde ihre Erfahrung geprägt? Was war für sie konstitutiv? Und wie wurden sie weitertransportiert, sei es in Form von Erzählungen, Fotoalben oder anderen Sammlungen?

Der „touristischen Blick“ (J. Urry) beeinflusst aber auch die Wahrnehmung des Landes durch seine Einwohner. Lokale Verwaltungen, Fremdenverkehrsämter oder Reiseunternehmen passten sich dem in der Regel an. Dabei wurden bestehende Orte, Landschaften oder Gebäude und in neue Bedeutungskontexte adaptiert. Willkommen sind Themenvorschläge (auf Deutsch oder Englisch) mit einem maximal halbseitigen Abstract und einem kurzen CV bis zum 19. März 2018 unter: PD Dr. David Feest, d.feest@ikgn.de. (kb, 4.2.18)

Pionierlager Artek, Speisesaal Olive, 1964 (Bildquelle: Polianski, A. T., Artek, Moskau 1966)

„Existenzform der Heimatlosigkeit“

Wenn Ihr letzter Urlaub gefühlt schon wieder ewig her und der nächste noch ewig hin ist, dann haben wir die richtige Lektüre für Sie: ein Buch über das Phänomen „Grandhotel“ als „Sinnbild der Moderne“. Der Autor Habbo Knoch, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Köln, beschreibt das Grandhotel als Erlebnisort, Traumhaus und Medienereignis zugleich. Das Grandhotel stand vom Beginn der Hochmoderne bis über den Ersten Weltkrieg hinaus im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der europäischen und amerikanischen Eliten. Hier trafen sich Mächtige und Aufsteiger, Kaufleute und Reisende, Literaten und Hochstapler.

Schrittmacher dieser kosmopolitischen Hotelkultur waren New York, London und später auch Berlin. Modernste Technik, rationelle Organisation und globaler Austausch machten das moderne Hotel als „Welt in der Stadt“ erst möglich. Mit dem Luxusleben der Grandhotels zeichnet Habbo Knoch ein breites Panorama der weltstädtischen Geselligkeit um 1900 zwischen Fortschrittsglaube und Kulturkritik. (kb, 6.9.17)

Knoch, Habbo, Grandhotels. Luxusräume und Gesellschaftswandel in New York, London und Berlin um 1900, Wallstein Verlag, Göttingen 2016, 495 Seiten, 65 Abbildungen, gebunden, Schutzumschlag, 15,5 x 23,0 cm, ISBN: 978-3-8353-1911-0.

Düsseldorf, Breidenbacher Hof, Durchgangshalle, 1928 (Bild: E. Fahrenkamp u. a., Die Neugestaltung des Palast-Hotels Breidenbacher Hof zu Düsseldorf, Düsseldorf 1928, via wikimedia commons, PD)

Durch den Eisernen Vorhang

Durch den Eisernen Vorhang

Pendelverkehr zwischen Eisenach und Herleshausen, 17. November 1989 (Bild: Bundesarchiv Bild 183-1989-1117-020, CC BY SA 3.0,, Foto: Heinz Hirndorf)
Als der „kleine Grenzverkehr“ größer wurde: der Pendelverkehr Eisenach-Herleshausen am 17. November 1989 (Bild: Bundesarchiv Bild 183-1989-1117-020, CC BY SA 3.0, Foto: Heinz Hirndorf)

Schon lange wird das Bild des „Eisernen Vorhangs“ kritisiert. Ganz so undurchlässig sei die Ost-West-Grenze nicht gewesen. Dennoch konzentrierten sich jüngste Forschungsprojekte zumeist auf den fachlichen Austausch, z. B. Reisen und Diskurse von Künstlern oder Wissenschaftlern. Der Workshop „Crossing the Iron Curtain. Tourism and Travelling in the Cold War“ in Amsterdam – organisiert von der University of Amsterdam, European Travel Cultures Research Group – will sich dem Thema vom 7. bis 8. April 2017 anders nähern: Es geht um die Bewegung zwischen den Blöcken auf der Suche nach Erholung und Zerstreuung.

Zu den touristischen Bewegungen zwischen Ost und West von Einzelnen und Gruppen werden noch Themenvorschläge gesucht. Themenvorschläge (abstract of up to 500 words and a short bio (max. 100 words)) sind noch bis zum 15. Dezember 2016 willkommen unter: Sune Bechmann Pedersen, East European Studies, Kloveniersburgwal 48, 1012 CX, Amsterdam, s.b.pedersen@uva.nl. Die ausgewählten Teilnehmer werden bis zum Ende des Jahres benachrichtigt, die abschließenden Workshop-Papers müssen dann bis zum 15. März 2017 fertiggestellt sein. Es wird eine Tagungsgebühr erhoben, in Einzelfällen ist hierfür eine Förderung möglich (den Wunsch nach einer Förderung bitte auf dem Abstract vermerken). (kb, 21.11.16)