Ein Bild von Karl Marx

Ein Bild von Karl Marx

Mexico City, Palacio Nacional, Wandmalerei von Diego Rivera, Detail mit einer Darstellung von Karl Marx (Bild: Wolfgang Sauber, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Mexico City, Palacio Nacional, Wandmalerei von Diego Rivera mit einer Darstellung von Karl Marx (Bild: Wolfgang Sauber, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Warum sollte man ausgerechnet heute ein Bild von Karl Marx entwerfen? Wie schon eine Trierer Ausstellung 2013 belegt hat, besitzt das Antlitz von Marx ikonischen Charakter. Sein Porträt mit Bart ist gerade seit der Finanzkrise wieder medial allgegenwärtig. Dem steht entgegen, dass in den 1990er-Jahren in den ehemaligen Ostblockstaaten die realsozialistischen Abbildungen aus dem öffentlichen Bild verschwanden. Doch während hier die Marx-Verkörperungen als Ausdruck der Staatsräson lesbar waren, scheint die aktuelle Darstellungsflut eher erklärungsbedürftig.

Daher will das Trierer Symposium “Ein Bild von Karl Marx … entwerfen” am 7. Mai 2016 die Zusammenhänge zwischen der Marx-Verbildlichung und ihren Deutungskontexten beleuchten. Anlass ist ein 2018 anstehender 200. Geburtstag. Zwei Jahre vorher startet das Museum Karl-Marx-Haus daher mit einem besonderen Umstand: Marx kommt “nach Hause”. Der französische Bildhauer Karl-Jean Longuet (1904-81) schuf als junger Mann eine Bronzebüste seines berühmten Urgroßvaters, die er dem SPD-Parteivorstand für das in Trier geplante Marx-Museum übergab. Seit der NS-Zeit gilt diese Büste, die niemals ins Geburtshaus gelangte, als verschollen. In den 1950er-Jahren gestaltete Longuet eine neue Marx-Büste, die nun im Innenhof des Geburtshauses ausgestellt werden wird. (kb, 26.4.16)

Der Trierer Dom und die Moderne

Vor 40 Jahren, am 1. Mai 1974, konnte der Dom zu Trier nach langen Renovierungsarbeiten wieder eingeweiht werden. Das mittelalterliche Bauwerk war schon um 1900, unter Leitung des damaligen Dombaumeisters Wilhelm Schmitz, grundlegend erneuert worden. Die nächste Station bildete die Neugestaltung des Ostchors, für die Entwürfe namhafter Achitekten von Willy Weyres bis zu Rudolf Schwarz vorlagen. Und als im Jahr 1959 im Dom Putzbrocken herabstürzten, wurde eine weitere Sanierung in Angriff genommen.

Nicht genug, dass der Dom bis 1974 grundlegend statisch gesichert wurde. Man nutzte zudem die Chance, das Bauwerk archäologisch zu untersuchen und die liturgischen Hauptorte neu zu ordnen. Die Ausstellung “Der Trierer Dom im Wandel. Die Renovierungen des 20. Jahrhunderts” präsentiert diese Umbrüche und Neugestaltungen anhand von Originialzeichnungen und einer 3D-Computer-Rekonstruktion. Noch bis zum 26. April 2015 ist die umfassende Schau im “Museum am Dom Trier” zu sehen. Begleitend ist ein Katalog erschienen, werden Führungen und eine Vortragsreihe angeboten. (kb, 30.11.14)