Flugwille für alle

Flugwille für alle

Der Dresdner Brunnen "Flugwille des Menschen" - hier im Zustand 2009  wurde nun saniert (Foto: "Bybbisch94" CCO 1.0)
Der Dresdner Brunnen „Der Flugwille des Menschen“ – hier im Zustand von 2009 – wurde nun saniert (Bild: „Bybbisch94“ CCO 1.0)

„Der Flugwille des Menschen“ ist seit dem 15. Oktober 2014 wieder ans Dresdner Brunnennetz angeschlossen. Der Bildhauer Max Lachnit schuf den denkmalgeschützten Brunnen in den Jahren 1956/57 auf dem Platz vorm Studentenwohnheim Güntzpalast (1955). Die Figuren aus Sandstein und das nierenförmig geschwungene Wasserbecken spiegeln den damaligen Zeitgeschmack wider, ohne einen Mythos oder ein konkretes Ereignis zu zitieren. Nach seiner Errichtung blieb der „Flugwille des Menschen“ nur kurz in Betrieb und verfiel mit den Jahren zusehends. 2012 wurden die Lachnit-Skulpturen demontiert, im Oktober 2013 startete die Sanierung. Das marode und großteils überwachsene Becken wurde dabei komplett abgetragen und neu gebaut. Der Brunnenrand und der im Becken befindliche Schweif aus Sandstein konnten erhalten und nach ihrer Reparatur wieder eingebaut werden.

Auch an der Brunnenplastik wurden Fehlstellen restauratorisch ergänzt oder mit Vierungen repariert, komplett fehlende Teile nachmodelliert. Ausgeführt hat die Restaurierungsarbeiten der Steinbildhauermeister Rainer Seeliger aus Pirna. Insgesamt kostete die Sanierung des Brunnens 260.000 Euro. Über 300 Wasserspiele gibt es insgesamt in der sächsischen Landeshauptstadt, für 78 von ihnen trägt die Kommune derzeit die Verantwortung, dazu zählt auch „Der Flugwille des Menschen“, die Skulptur, die das Streben des Menschen nach Höherem darstellt … (db, 7.11.14)

Ägyptenrezeption in der Moderne

Es waren die fremden Farben, Klänge und Gerüche Ägyptens, die deutsche Künstler im frühen 20. Jahrhundert nachhaltig beeindruckten und beeinflussten. Im Rahmen der aktuellen Dresdener Ausstellung „Nach Ägypten! Die Reisen von Max Slevogt und Paul Klee“ findet vom 22. auf den 23. Mai 2014 im dortigen Residenzschloss das Kolloquium „Imagination und Anschauung“ statt. Die beiden Veranstalter – die Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Technische Universität Dresden – widmen sich dem Thema der Ägyptenreisen und -rezeption in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 1914 reiste der Impressionist Max Slevogt (1868-1932) nach Ägypten, von 1928 bis 1929 zog es den Bauhauskünstler Paul Klee (1879-1940) in den Orient. Beide verarbeiteten ihre Eindrücke nicht nur direkt vor Ort, sondern auch noch Jahre später in ihrem Werk. Das Dresdener Symposion blickt über den Einfluss des Orients auf die moderne Malerei hinaus. Verschiedene Vorträge umreißen ebenso, wie Ägypten im frühen 20. Jahrhundert von der Archäologie, Werbung, Bildhauerei und Dichtung aufgenommen wurde. Begleitend zur Ausstellung der Galerie Neue Meister, noch bis zum 3. August 2014 im Dresdener Albertinum zu bewundern, sind im Sandstein-Verlag gleich zwei reich bebilderte Kataloge erschienen – zu jedem Maler ein eigener. (11.5.14)

Max Slevogt hielt mit dem Gemälde „Seeräuber“ 1914 ein Motiv seiner Ägyptenreise fest (Bild: Staatliche Kunstsammlungen Dresden)