Münchener Nachbarschaften

Die Sammlung des Architekturmuseums der TUM wächst beständig durch die Übernahme von Planungsmaterial zu einzelnen Projekten, aber auch durch komplette Vor- und Nachlässe von Architekten und Ingenieuren. Zahlreiche bedeutende Neuzugänge des Archivs aus den letzten Jahren werden nun bis 5. Juni in der Münchener Pinakothek der Moderne präsentiert. Die Ausstellung „Neue Nachbar*innen“ kombiniert die Frischlinge im Dialog mit ausgewählten Objekten des Altbestandes.

Dabei wird die große Vielseitigkeit der Sammlung sichtbar: Neben den klassischen, oft virtuos ausgeführten Handskizzen und Zeichnungen finden sich mittlerweile auch CAD-generierte Plansätze, unterschiedliche Positionen der Architekturfotografien aber auch Wettbewerbs-, Konstruktions- und Arbeitsmodelle sowie realitätsnahe 3D-Renderings. Ziel der Ausstellung ist es, die Sammlung als ein dynamisches Reservoir des Wissens zu präsentieren, aus dem wertvolle Erkenntnisse zu unserer gebauten Umwelt gewonnen werden können. (db, 26.3.22)

München, Wohn- und Geschäftshaus (1994-99); Modell von Otto Steidle (Bild: Architekturmuseum der TUM)

Andreas Meck ist gestorben

Die 2018 fertiggestellte Kirche Seliger Pater Rupert Mayer in Poing hat Andreas Meck endgültig über die Grenzen der Feuilletons hinaus bekannt gemacht. Der einem Kristall nachempfundene, skulpturale Bau erhielt vom Bayerischen Architektenverband eine Auszeichnung für besondere Bauten. Im Mai 2019 wurde er mit der “Großen Nike” des Bundes Deutscher Architekten geadelt. Das Büro meck architekten hat dabei bereits für etliche prominente Bauwerke verantwortlich gezeichnet – darunter das Berliner Freiheits- und Einheitsdenkmal der Bundeswehr (2009), die Aussegnungshalle des Friedhofs München-Riem (2000, mit Stephan Köppel) und das Dominikuszentrum in München (2008). Bauten, die oft ein heiliger Ernst umgibt, bei denen gleichwohl jedes Detail derart stimmig ist, dass man sich an ihnen nicht sattsehen möchte.

Seiner Geburtsstadt München blieb Andreas Meck eng verbunden: Nach dem Diplom an der TUM arbeitete er zunächst an der AA in London, kehrte Ende der 1980er zurück nach München als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Bildenden Künste. Sein eigenes Büro gründete er 1989, erstes realisiertes Projekt war ein Wohnhaus in Aschau (1994/95). Seit 1998 war er selbst Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München, ab 2013 Dekan der Architekturfakultät. Nach kurzer Krankheit ist der stille Baumeister am 20. August 2019 im Alter von nur 59 Jahren gestorben. (db, 23.8.19)

Andreas Meck (Bild: H-stt, CC BY SA 4.0, 2017)