U-Bahn

Londons U-Bahn-Modernismus

Weber: Modernismus (BIld: Mann-Verlag)
Die U-Bahnhöfe von London repräsentieren eine spezifische englische Moderne (Bild: Gebrüder-Mann-Verlag)

Die Entwicklung der Metros und U-Bahnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war von  transnationalem Austausch der beteiligten Experten geprägt. Erfahrungen mit unterschiedlichen Tunnelkonstruktionen und Baupraktiken wurden länderübergreifend rezipiert. Eine der meistbeachteten U-Bahnen der Welt war und ist die London Underground. Gerade in ihrer sichtbaren Architektur entwickelte sie bis 1933 eine spezifische Ästhetik, wie eine jüngst erschienene Monographie von Ulrike Weber herausstellt.

Die Londoner U-Bahnhöfe zeigen demnach eine bewusste nationale Abgrenzung gegenüber dem Internationalen Stil: In Stahlbeton errichtet und mit Backstein verkleidet, verbanden sie englische Traditionen mit hochmodernen Baukonstruktionen. Bei der Genese dieser Formensprache spielte jedoch auch der Architekturtransfer mit dem Kontinent und besonders dem Deutschen Reich eine Rolle. Die Aktivitäten des Deutschen Werkbundes stießen im Vereinten Königreich auf großes Interesse, mit der DIA (Design and Industries Association) wurde 1915 ein britisches Gegenstück geschaffen. Die Dissertation analysiert diesen Austausch und den spezifisch englischen Modernismus der Londoner Metro erstmals umfassend nach architekturtheoretischen und -historischen Gesichtspunkten. (jr, 28.1.17)

Weber, Ulrike, Modernism in England. Londoner U-Bahnhöfe und der deutsch-englische Architekturtransfer vor 1933, Gebr. Mann Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-7861-2745-1.

Bierpinsel und 2 x U-Bahn unter Schutz

Und auch Deutschlands feinster Essayist schätzt die Spätmoderne: CD-Cover Max Goldt, Berlin, Bierpinsel (Copyright: EFA-Vertrieb)
Und auch Deutschlands feinster Essayist schätzt die Spätmoderne: CD-Cover Max Goldt, Berlin, Bierpinsel (Copyright: EFA-Vertrieb)

Zwei Schwalben machen ja bekanntlich noch keinen Sommer, aber drei Unterschutzstellung spätmoderner Schönheiten sehen doch zumindest nach leichtem Tauwetter aus: In Berlin haben es das liebevoll Bierpinsel genannte Turmrestaurant (1976, Ralf Schüler/Ursulina Schüler-Witte), die U-Bahnhöfe Schloßstraße (späte 1960er Jahre, Ralf Schüler/Ursulina Schüler-Witte) und Fehrbelliner Platz (1971, Rainer Gerhard Rümmler) auf die Denkmalliste geschafft, wie das Internet-Portal urbanophil meldet. Schon seit Monaten kämpfen Experten und Initiativen wie „Kerberos“ um die bunten Schönheiten, die sich schon längst ins kollektive Bewusstsein der Hauptstadt gegraben haben.

Hintergrund ist, wie zumeist bei Unterschutzstellungen, die zunehmende Bedrohung gerade dieser Monumente. Um den Bierpinsel wird seit Monaten geplant, diskutiert und wieder zugeschlossen, in einigen Berliner U-Bahnstationen wurden schon Fakten geschaffen und Erhaltenswertes wegsaniert. Doch gerade in den 1970er Jahren hatte die Insel Berlin im öffentlichen Raum bemerkenswerte popfarbene Blüten getrieben. Die Unterschutzstellung von drei anerkannten Marken dieser Bauphase ist ein guter Anfang. Denn es ist wie immer: Nach dem Spiel ist … (kb, 27.1.17)

Hidden Urbanism

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Hidden Urbanism (Bild: dom-publishers)

Die Moskauer Metro steht vor einer historischen Expansion. Bis 2017 soll das Streckennetz um 80 Kilometer erweitert werden – das ist rund ein Viertel des derzeitigen Gesamtnetzes. Grund genug, einen ausführlichen Blick auf die U-Bahn zu werfen, die 1930 mit dem Anspruch erbaut wurde, weltweit die schönste ihrer Art zu werden. Die Publikation Hidden Urbanism tut dies und porträtiert den Untergrund von Russlands Hauptstadt in beeindruckenden Fotografien und vertiefenden Aufsätzen.

Die prunkvollen stalinbarocken Stationen der 1930er sind inzwischen wohl hinlänglich bekannt. Der Band belässt es daher nicht bei einem Porträt dieser unterirdischen Paläste, sondern setzt die Fahrt in die publizistisch weit weniger ausgeleuchteten Tunnel der Metro fort. So entsteht eine umfangreiche Dokumentation, die bis in die Gegenwart reicht und den stetigen Ausbau der Metro auch als Instrument der Stadtentwicklung versteht. Das Buch beschränkt sich dabei nicht nur auf architektonische Aspekte, sondern bezieht auch Design und Corporate Identity ein. (jr, 30.9.16)

Kuznetso, Sergey/Zmeul, Alexander/Kagarov, Erken, Hidden Urbanism. Architecture and Design of the Moscow Metro 1935 – 2015, hg. von Philipp Meuser und Anna Martovitskaya, 352 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-86922-412-1 (Englisch), 978-3-86922-413-8 (Russisch) DOM publishers, Berlin 2016.

Berlin unter Grund

"Berlin unter Grund" (Bild: Lara Denter)
„Berlin unter Grund“ (Bild: Lara Denter)

Die Idee ist so gut, dass es sie eigentlich zu kaufen geben müsste. Doch bislang ist es „nur“ das Ergebnis einer Bachelorarbeit im Fach Design/Typografie. Lara Denter widmete sich an der Hochschule Trier 2016 dem Thema „Berlin unter Grund – Die Schriften der Berliner U-Bahn“. Herausgekommen ist ein (!) Buch, das – so Denter – den Leser mitnimmt“auf Typotour durchs U-Bahn-Netz einer Millionenstadt.“

Anhand der sich wandelnden Schriftgestaltungen in Berliner U-Bahn-Stationen der letzten Jahrzehnte will die Gestalterin ein Stück Stadt- und „Typografie-Geschichte“ entfalten. Material fand Denter in Berlins Untergrund reichlich: Sie untersuchte insgesamt 60 U-Bahn-Stationen, ihre Schriftsysteme im Verhältnis zu ihrem Baujahr. Ergänzend nahm Denter in ihre Bachelor-Arbeit ein Interview mit dem Designer Anton Koovit auf, „der eine Schrift aufgrund einer historischen Vorlage aus der U-Bahn Linie 8 konzipiert hat“. Darüber hinaus entwarf die damalige Studentin einen Acrylglas-Buchschuber und Postkarten. Mehr zum Thema erfahren Sie auf der Homepage der Gestalterin. (kb, 20.9.16)

Kunterbunt im Untergrund

Bonn, Statbahn-Station Robert-Schuman-Platz (Bild: Qualle, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Farbe satt im Bonner Untergrund: die Stadtbahn-Station Robert-Schuman-Platz (Bild: Qualle, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Das mit dem Versmaß ist sicher diskutabel, das Ziel der Aktion in keinem Fall: Unter dem Motto „Kunterbunt im Untergrund“ feiert die Werkstatt Baukultur Bonn seit 2015 den (damals) 40. Geburtstag der Bonner U-Bahn. Im Frühjahr vor 41 Jahren wurde die Stammstrecke der Bonner Stadtbahn eröffnet. Das intuitive Farbleitsystem der HaltestellenUni/Markt bis Heussallee überzeugt bis heute.

Die Werkstatt Baukultur Bonn möchte das Jubiläum vom 12. bis zum 14. Mai mit einer Veranstaltungsreihe begehen und die Erinnerungen aller (ehemaligen und aktuellen) Bonnerinnen und Bonner einbauen: Diese werden gebeten, ihre Erinnerungen an die Bonner U-Bahn (Geschichten, Fotografien, alte Fahrkarten …) zu schicken: Über facebook, via Mail an info@baukultur-bonn.de oder postalisch: Werkstatt Baukultur Bonn, c/o Kunsthistorisches Institut der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Regina-Pacis-Weg 1, 53113 Bonn. Und in jedem Fall ist das reichhaltige Veranstaltungsprogramm vom 12. bis 14. Mai besuchenswert, das von Themenführungen bis zum bunten Abend reicht. (kb, 19.4.16)

Frankfurts erste U-Bahn in Rente

Frankfurt,U2-Wagen 2015, Bild: Urmelbauftragter
Frankfurter Untergrundkämpfer seit 1968: die DÜWAG-Siemens-Züge der Baureihe U2 (Bild: Urmelbauftragter, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Eigentlich geht es bei moderneREGIONAL ja um Architektur, doch hier ist ein Stück Technik so eng mit der (gebauten) Stadtgeschichte verbunden, dass wir uns diese Ausnahme gönnen: Am 3. April 2016 verabschiedete die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die letzten Bahnen der Baureihe U2 in den Ruhestand. Damit endete eine Ära – nach fast 48 Jahren. Drei Züge hat man als Museumfsfahrzeuge in der ursprünglichen rot-weißen Farbgebung lackiert, die übrigen wurden schon ab 2008 schrittweise verschrottet: Es habe sich kein Käufer für sie gefunden, da sie nicht klimatisiert seien und einen erhöhten Bahnsteig erforderten, so die VGF.

Am 4. Oktober 1968 nahm die Frankfurter U-Bahn den Betrieb auf, damit war die Hessenmetropole nach Berlin und Hamburg die dritte Stadt Deutschlands mit eigenem Untergrund-Netz. Der damalige Verkehrsminister Georg Leber gab die „A1“-Strecke zwischen Hauptwache und der noch im Bau befindlichen Nordweststadt frei. Bis 1986 wurde das City-Tunnelnetz komplettiert. Dabei stets auf den Gleisen: die von DÜWAG-Siemens produzierten U2-Wagen, deren letzte Exemplare 1984 nach Frankfurt geliefert wurden. Und die sich insbesondere durch eines auszeichneten, wie VGF-Sprecher Bernd Conrads anmerkte: „Sie waren nicht kaputt zu kriegen.“ Mit einer Träne im Knopfloch nehmen wir Abschied und freuen uns (noch!) an den Frankfurter U-Bahnhöfen in buntem Spätsiebziger-Jahre-Kleid oder postmoderner Verspieltheit (db, 14.4.16)

Friedhelm Grundmann ist tot

Friedhelm Grundmann erklärt zeichnerisch das Stützensystem der Station "Lübecker Straße" (Bild: D. Bartetzko)
Friedhelm Grundmann erklärt zeichnerisch das Stützensystem der Hamburger U-Bahnstation „Lübecker Straße“ (Bild: D. Bartetzko)

Manche Nachrichten schreiben sich schwer, sehr schwer: Der Hamburger Architekt Friedhelm Grundmann ist am 27. Oktober 2015 im Alter von 90 Jahren verstorben. Friedhelm Grundmann, geboren 1925 im schlesischen Bad Warmbrunn als Sohn des Kunsthistorikers und Denkmalpflegers Günther Grundmann, zog mit seiner Familie 1932 nach Breslau.

Nach seinem, durch den Krieg unterbrochenen, Studium in Breslau und München war Grundmann bis 1956 im Hamburger Büro von Werner Kallmorgen tätig. Anschließend arbeitete er selbständig in verschiedenen Partnerschaften, so mit Horst Sandtmann, Friedhelm Zeuner, Otto E. Rehder und zuletzt Mathias Hein. Bekannt wurde Grundmann durch seine modernen Kirchen, viele davon in Hamburg. Unter ihnen sind die kubische Simeonskirche (1965) und das kunterbunte Gemeindezentrum Mümmelmannsberg (1976). Daneben verwirklichte er in Hamburg zahlreiche U-Bahn-Projekte: vom Neubau der gewagten Kuppel „Lübecker Straße“ (1961) bis zur Ergänzung des Bahnhofs „Wandsbek Markt“ (2005). Grundmann lehrte in Hamburg, war Mitglied u. a. im Hamburger Denkmalrat und im Arbeitsausschuss des Evangelischen Kirchbautags. Die Trauerfeier für Friedhelm Grundmann findet am 6. November um 12:30 Uhr in der Fritz-Schumacher-Halle des Hauptfriedhofs in Hamburg-Ohlsdorf statt. ModernREGIONAL trauert um einen im besten Wortsinn feinsinnigen Baumeister. (kb, 2.11.15)

moderneREGIONAL im Gespräch mit Friedhelm Grundmann

Porträt zu Friedhelm Grundmann auf hamburger-untergrundbahn.de

Retro-Metro in Berlin

Ein Waggon der Baureihe D feiert das Jubiläum der Linie U 8 in Berlin (Bild: Jcornelius, CC-BY-SA 2.0)
Ein Waggon der Baureihe D feiert das Jubiläum der Linie U 8 in Berlin (Bild: Jcornelius, CC-BY-SA 2.0)

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) begegnen dem Mangel an U-Bahnwaggons kreativ: Nach Informationen der Berliner Morgenpost holt die Gesellschaft jetzt Wagen der legendären Baureihe D aus dem Ruhestand. Sie sollen im regulären Verkehr auf der Linie U 55 zum Einsatz kommen. Die Baureihe war die erste Neuentwicklung der BVG in der Nachkriegszeit und wurde bis in die frühen 1970er Jahre produziert. Die letzten Fahrzeuge wurden 2004 ausgemustert, bereits in den 1990ern war eine Großzahl der Wagen nach Nordkorea verkauft worden, wo sie bis heute auf den Schienen der Metro Pjöngjang unterwegs sind.

Wenngleich die Maßnahme aus der Not geboren ist – aufgrund ehrgeiziger Sparziele des Berliner Senats hat die BVG Mühe, den täglichen Herausforderungen des Berufsverkehrs gerecht zu werden – soll das Alter der Wagen nicht kaschiert, sondern sogar herausgestellt werden. Die Fahrzeuge sollen zwar technisch modernisiert werden, ästhetisch aber dem Charme der 60er verpflichtet bleiben. Angeblich kommen sogar Kunstlederbezüge in der originalen Farbe – ein zeittypisches dunkelgrün – zum Einsatz. (jr, 17.10.15)

Untergründig: Das Sommerheft ist da!

Moskau, Metro-Station "Kievskaya" (Bild: Upload von Worldtraveller, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Im Westen schnörkellose Modernität, im Osten – hier die Moskauer Metro-Station „Kievskaja“ – Prunk fürs Proletariat (Bild: Upload von Worldtraveller, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Als sich der großstädtische Verkehr um 1900 unter die Erde zurückzog, hatte die Moderne ihr neues Spielfeld gefunden. Die U-Bahn machte alle Umbrüche des letzten Jahrhunderts mit: vom Kaiserpavillon über das elektrifizierte Symbol des Wiederaufbaus bis zum postmodernen Stadtteilbahnhof. Das neue moderneREGIONAL-Sommer-Heft „Untergründig. Als die Moderne fahren lernte“ (Redaktion: M. Bredenbeck/K. Berkemann) folgt dem neuen alten Verkehrsmittel auf seinem Weg durch die Jahrzehnte.

In seinem Leitartikel blickt der Architekturkritiker Nikolaus Bernau auf die Geschichte der Metro. Für die Fachbeiträge waren die Autoren in ihren (Wahl-)Heimatstädten unterirdisch unterwegs: Martin Bredenbeck in Bonn, Verena Pfeiffer-Kloss in West-Berlin, Elisabeth und Lorenz Intichar in Wien, Julius Reinsberg in Moskau. Für das Porträt ging Sebastian Bank auf kermanische Spurensuche durch Essen und im Interview schwärmt die langjährige Kölner Dombaumeisterin Barabara Schock-Werner von den schönen Seiten des rheinischen Untergrunds. (kb, 8.7.15)

90 Jahre Friedhelm Grundmann

Friedhelm Grundmann erklärt zeichnerisch das Stützensystem der Station "Lübecker Straße" (Bild: D. Bartetzko)
Friedhelm Grundmann erklärt zeichnerisch das Stützensystem der Hamburger U-Bahnstation „Lübecker Straße“ (Bild: D. Bartetzko)

Hätten wir von moderneREGIONAL eine Blaskapelle, zumindest eine virtuelle, wir würden sie jetzt auspacken (dabei wäre es ihm selbst wahrscheinlich zu viel zu laut „nur“ für (s)einen Geburtstag): Der Hamburger Architekt Friedhelm Grundmann ist 90 Jahre alt geworden. Friedhelm Grundmann, geboren 1925 im schlesischen Bad Warmbrunn als Sohn des Kunsthistorikers und Denkmalpflegers Günther Grundmann, zog mit seiner Familie 1932 nach Breslau.

Nach seinem, durch den Krieg unterbrochenen, Studium in Breslau und München war Grundmann bis 1956 im Hamburger Büro von Werner Kallmorgen tätig. Anschließend arbeitete er selbständig in verschiedenen Partnerschaften, so mit Horst Sandtmann, Friedhelm Zeuner, Otto E. Rehder und zuletzt Mathias Hein. Bekannt wurde Grundmann durch seine modernen Kirchen, viele davon in Hamburg. Unter ihnen sind die kubische Simeonskirche (1965) und das kunterbunte Gemeindezentrum Mümmelmannsberg (1976). Daneben verwirklichte er in Hamburg zahlreiche U-Bahn-Projekte: vom Neubau der gewagten Kuppel „Lübecker Straße“ (1961) bis zur Ergänzung des Bahnhofs „Wandsbek Markt“ (2005). Grundmann lehrte in Hamburg, war Mitglied u. a. im Hamburger Denkmalrat und im Arbeitsausschuss des Evangelischen Kirchbautags. Wir gratulieren. Ohne Musik, aber nicht minder herzlich! (kb, 5.6.15)

The Moving Interior

Leipzig, GI-Triebwagen, 1980 (Bild: Falk2, GFDL oder CC BY 3.0)
Das Innenleben des Reisens: Leipzig, GI-Triebwagen, 1980 (Bild: Falk2, GFDL oder CC BY 3.0)

Vom 20. bis 21. Februar 2015 geht es in Berlin um das Innenleben des öffentlichen (Nah-)Verkehrs. Mit dem Workshop „The Moving Interior. Trains, Ocean Liners, Airplanes, Cars and the Underground“ will die Universität Berlin in die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Fahrgasträume schauen. Denn die Umgebung, in der die Passagiere sitzen, verkörpert(e) auch die neuen Transport-Technologien.

Das Design des „moving interior“ ist – so die These des Berliner Workshops – deshalb so wichtig, weil es über alle Sinne die Erfahrung eines modernen Reisens zu vermitteln sucht. Vor diesem Hintergrund fragt man in Berlin, warum und wie neue Formen entwickelt wurden, wie sich die Beziehung zwischen Materialeigenschaften und Innenraum-Design entwickelte. Die Vorträge kreisen um die Themenschwerpunkte Auto, U-Bahn, Zug, Ozean-Dampfer, Zeppelin und Flugzeug. Zuletzt kommen – anhand von Reisebildern – auch die Passagiere selbst ins Spiel. Der Workshop ist öffentlich, um Anmeldung wird gebeten unter: franziska.solte@hu-berlin.de. (kb, 24.1.15)

Berlin: U-Bahn-Tagung – das Programm

Die Berliner Konferenz „Underground Architecture Revisited“ (mit Ausstellung), die in der Berlinischen Galerie vom 20. bis 23. Februar 2019 stattfinden wird, verspricht nicht weniger als einen Rundumblick auf die modernen U-Bahnstationen der Welt. Die Tagung von Landesdenkmalamt Berlin, ICOMOS Deutschland, Initiative Kerberos und Berlinischer Galerie wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und von moderneREGIONAL als Medienpartner begleitet.

Mittwoch, 20. Februar 2019

Bereits am ersten Konferenztag, am 20. Februar 2019, starten die Teilnehmer mit einer wohldosierten Portion Inhalt in den wohlverdienten Abendempfang:

  • ab 17.00 Uhr: Begrüßung: Moderation: Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor Landesdenkmalamt Berlin; Begrüßung: Jörg Haspel, Präsident ICOMOS Deutschland; Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie; Grußworte: Gerry Woop, Staatssekretär für Europa, Berlin; Evelyn Nikutta, Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
  • ab 17.30 Uhr: Thematische Einführung: Frank Schmitz, Hamburg, Initiative Kerberos
  • ab 18.00 Uhr, Abendvortrag: „Schnitt durch den U-Bahnraum“, Moderation: Verena Pfeiffer-Kloss, Berlin; Vortragender: Christoph Rodatz, Wuppertal
  • ab 19.00 Uhr: Abendempfang: im Irene-Baumann-Foyer der Berlinischen Galerie

Donnerstag, 21. Februar 2019

An den beiden folgenden Tagen, dem 21. und 22. Februar 2019, reihen sich die Referate und Gespräche nach thematischen Schwerpunkten:

  • 9.30-11.30 Uhr: Moderner U-Bahnbau und historische Stadt: Begrüßung: Birgitta Müller-Brandeck, Verwaltungsdirektorin Berlinische Galerie; Moderation: Christoph Rauhut, Berlin; ReferentInnen: Martin Murrenhoff, Berlin; Verena Pfeiffer-Kloss, Berlin; Venetsanaki Charikleia, Athen; Ralf Liptau, Wien
  • 13.00-14.30 Uhr: U-Bahnbau in der Sowjetunion Moderation: Frank Schmitz, Hamburg; ReferentInnen: Viktoriya Sukovata, Kharkiv/Ukraine; Natalia Dushkina, Moskau/Russische Föderation; Nato Gengiuri, Tiblisi/Georgien
  • 15.00-16.00 Uhr: Auf dem Weg in die moderne Stadt Moderation: Verena Pfeiffer-Kloss, Berlin, ReferentInnen: Sabine Kock, Hamburg; Andreas Putz, München
  • 16.00-16.45 Uhr: Werkstattgespräch: Moderation: Friedhelm Haas, Architektenkammer Berlin; TeilnehmerInnen: Martin Renz, BVG (angefragt), Rainer Fisch, Landesdenkmalamt Berlin; Peter Peternell, Wiener Linien

Freitag, 22. Februar 2019

  • 9.30-11.00 Uhr: Den Untergrund denken. Architektur und Medialität: Moderation: Ralf Liptau, Wien; ReferentInnen: Kerstin Renz, Kassel; Ingo Landwehr, Berlin; Roland Meyer, Cottbus
  • 11.30-13.00 Uhr: Initiativen: Moderation: John Ziesemer, Berlin; TeilnehmerInnen: Initiativen: London: SAVE Britain’s Heritage und Railway Heritage Trust Marcus Binney, London; Bonn: Werkstatt Baukultur Martin Bredenbeck, Bonn; Berlin: Initiative Kerberos Ralf Liptau, Wien
  • 13.00-13.15 Uhr: Auslobung des ICOMOS Studierendenwettbewerbs 60+- U-Bahn- und Verkehrsbauten
  • 14.30-16.00 Uhr: Inventarisierung: Moderation: Frank Schmitz, Hamburg; TeilnehmerInnen: Wiepke van Aaken und Burkhard Körner, München; Bernhard Kohlenbach, Berlin; Philipp F. Huntscha, Bonn
  • 16.30-17.30 Uhr: Podiumsdiskussion: „Wie machen wir das unterirdische bauliche Erbe der Nachkriegsmoderne zukunftsfähig?“, Moderation: Jörg Haspel, Berlin; TeilnehmerInnen: Manfred Kühne, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin; Reiner Nagel, Bundesstiftung Baukultur; Christine Edmaier, Architektenkammer Berlin; Uwe Kutscher, BVG (angefragt); Christoph Rauhut, Landesdenkmalamt Berlin; Kai Kappel, HU Berlin
  • ab 19.00 Uhr: Filmabend: „urbanoFILMS #35 – Merci Métro“, urbanophil e. V.; Kurzfilm: Barres, Luc Moullet, 1984, 14min; Spielfilm: Subway, Luc Besson, 1986, 104min; Ort: Centre Francais de Berlin, Müllerstraße 74 (U-Bahn Rehberge)

Samstag, 23. Februar 2019

  • 11.00-16.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung „Underground Architecture“ in der Berlinischen Galerie (Eintritt kostenpflichtig) – jeweils zur vollen Stunde: Führende: Ralf Liptau, Verena Pfeiffer-Kloss und Frank Schmitz, Initiative Kerberos

Das Programm als pdf-Download finden Sie hier.

(kb/db, 15.1.19)