Der Campus und seine Architektur

Der Campus und seine Architektur

Frankfurt, Kramers Institut für Pharmazie in der Georg-Voigt-Straße, im Hintergrund noch der heute niedergelegte AfE-Turm (Bild: adornix, GFDL oder CC-BY-SA-3.0)
Der alte Campus Bockenheim, im Hintergrund noch der heute niedergelegte AfE-Turm (Bild: adornix, GFDL oder CC BY SA 3.0)

In Frankfurt am Main findet sich derzeit zweimal ein innerstädtischer Unicampus. Während der nachkriegsmoderne Campus Bockenheim – geprägt von der Architektur Ferdinand Kramers – schrittweise aufgegeben wird, entsteht auf dem Campus Westend rund um Poelzigs I.G. F arbenhaus abschnittsweise das neue bauliche Antlitz der Goethe-Universität. Die Konferenz „Wissensräume. Der Campus und seine Architektur“ widmet sich am 22./23. Juli in Frankfurt historischen und gegenwärtigen Entwürfen von Universitätsarchitektur und verspricht Erkenntnisse, die über das Beispiel Frankfurt hinausweisen.

Organisator der Tagung sind die Studiengruppe Architektonischer Affekt und gebaute Imagination des Forschungszentrums historische Geisterwissenschaften an der Goethe-Universität und das Atelier de Recherche an der Universität des Saarlands. Die Studiengruppe widmet sich dem Themenkomplex bereits seit drei Semestern, die Konferenz soll Raum geben, Reflexionen zu bündeln und interdisziplinär zu diskutieren. Inhaltliche Schwerpunkte sind die drei Themenfelder Campen der Nachkriegsmoderne, Campen der Gegenwart, sowie Methoden und Künste der „Raumforschung“. Zuhörer und Diskutanten können ohne Anmeldung teilnehmen. (jr, 1.7.16)

Frankfurt-Dresden: Mensa für Flüchtlinge

Die Frankfurter Universitätsbauten auf dem Campus Bockenheim stehen überwiegend vor einer ungewissen Zukunft. Vor allem jene radikal schlichten, die der einstige Uni-Baumeister Ferdinand Kramer bis 1964 plante. Die schon zum Abbruch freigegebene alte Mensa, der „Labsaal“, bekommt nun eine überraschende Gnadenfrist: In den kommenden Wochen wird das seit über 10 Jahren weitgehend leerstehende Gebäude für die Unterbringung von bis zu 350 Flüchtlingen hergerichtet.

Die stadteigene Wohnungsgesellschaft ABG-Holding  hat das Gebäude vor Kurzem vom Land Hessen übernommen. Nun sollen Container mit Nasszellen eingebaut und Fenster gewechselt werden, damit gelüftet werden kann. Die Heizung sei laut AGB-Vorsitzendem Frank Junker kein Problem, da der Labsaal noch ans Fernwärmenetz angeschlossen ist; erst seit rund 2 Jahren ist die alte Mensa vollständig geschlossen. Der 1962 eröffnete Labsaal verfügt im Erdgeschoss über rund 700, im ersten Stock über 600 Quadratmeter nutzbare Fläche. Ähnliche Pläne bestehen auch für die nachkriegsmoderne, aktuell ungenutzte Mensa in Dresden. (db, 10.10.15)

Überraschende Rettung für einen Ferdinand-Kramer-Bau: Die leerstehende alte Mensa in Frankfurt am Man (1962) soll demnächst Flüchtlinge beherbergen (Bild: Christos Vittoratos, CC BY-SA 3.0)