Wie wir leben wollen

Das Zuhause als Ausdruck des Lebensstils, als prägendes Element des Alltags und des eigenen Wohlbefindens: Der Frage, wie wir leben (wollen) und wie groß ist die Rolle der Innenraumgestaltung dabei ist, widmet sich die Ausstellung „Home Stories. 100 Jahre, 20 visionäre Interieurs“ im Vitra Design Museum in Weil am Rhein Vitra Design Museum (Feuerwehrhaus, Müllheimer Straße 56, 79576 Weil am Rhein). Vitra-Kurator Jochen Eisenbrand nimmt den Besucher mit auf eine Zeitreise durch 20 ausgewählte Interieurs, die die Geschichte der Innenarchitektur seit den 1920er Jahren prägten.

Die gezeigten Entwürfe stammen unter anderem von Finn Juhl, Lina Bo Bardi, Kisho Kurokawa und Verner Panton. In ihren Unterschieden zeigen sie stellvertretend, wie sich gesellschaftliche, politische und technische Veränderungen der vergangenen 100 Jahre auch im persönlichen Umfeld niederschlagen. Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, nächste Veranstaltung ist am 26. März die Vorführung des Films „Koolhaas Houselife“. (db, 4.3.20)

Köln: Visiona 2 Interieur (Bild: Verner Panton Design AG Basel/VDM Presse)

Let´s groove tonight

Egal, ob Sie bei „Night Fever“ eher ans Abtanzen mit den Bee Gees denken oder ans Abstürzen mit Iggy Pop: Nachtclubs und Diskotheken sind Epizentren der Popkultur. Seit den 1960ern versammelte sich hier die Avantgarde zum Abhotten, teils auch um gesellschaftliche Normen infrage zu stellen und andere Ebenen des Bewusstseins zu erkunden. Viele Clubs gerieten zu Gesamtkunstwerken, bei denen sich Architektur und Design, Mode und Kunst, Licht und Musik verbanden. Das Vitra Design Museum widmet den Tempeln des Hedonismus nun bis 9. September die Ausstellung „Night Fever“, eine umfassende Schau zur Design- und Kulturgeschichte des Nachtclubs von 1960 bis heute.

Die in Weil am Rhein präsentierten Beispiele reichen von italienischen Clubs der 1960er Jahre, die von Vertretern des Radical Design geschaffen wurden, bis zum legendären Studio 54, in dem Andy Warhol Stammgast war; vom Palladium in New York, das von Arata Isozaki entworfen wurde, bis hin zu den Konzepten von OMA für ein neues Ministry of Sound in London. Neben Filmen und historischen Aufnahmen, Postern und Mode führen Musik, Licht- und Rauminstallationen die Ausstellungsbesucher auf eine bunte Reise durch Subkulturen und Glitzerwelten – auf der Suche nach ewiger Jugend und Glückseligkeit. (db, 3.4.18)

Borgo San Dalmazzo, Diskothek Flash Back, ca. 1972 (Bild: Paolo Mussat Sartor, Vitra-Presse)

Hans J. Wegner im Vitra Design Museum

Skandinavisches Design ist ein Markenzeichen – Das beschränkt sich nicht auf den multinationalen Möbelkonzern, der seit Jahrzehnten schwedischen Vornamen zu Weltruhm verhilft. Auch abseits davon gelten Objekte und Gestaltung aus Nordeuropa als funktional, langlebig und nüchtern elegant. Einer der Begründer dieses Rufs ist der Däne Hans J. Wegner. Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein widmet ihm nun eine eigene Sonderausstellung. Sie ist bis zum 3. Juni 2018 im Schaudepot des Hauses zu sehen.

Der gelernte Tischler Wegner studierte in den späten 1930er Jahren an der Kunstgewerbeschule in Kopenhagen und widmete sich in den folgenden Jahrzehnten dem Entwurf moderner Inneneinrichtung. Berühmt wurde Wegner in erster Linie  wegen seiner Stühle. Trotz seines rationalen, auf Materialeffizienz bedachten Ansatzes setzte er dabei auf geschwungene und aufwändige Formen, die sich häufig an historische Vorbilder anlehnten. Sein „Pfauenstuhl“, der „Ochsensessel“ oder der „runde Stuhl“ verhalfen dem Designer zu Weltruhm und gelten heute als Klassiker skandinavischen Designs. (jr, 11.3.18)

Hans Wegner, Pfauenstuhl (Bild: Ramblersen, CC BY-SA 3.0)