Gropius Glaskathedrale

Gropius Glaskathedrale

Das Glaswerk von Gropius in Alsfeld wurde ausführlich porträtiert (Bild: © Büro Wilhelm. Verlag/ Luftmuseum Amberg)
Das Glaswerk von Gropius in Amberg wurde ausführlich porträtiert (Bild: © Büro Wilhelm. Verlag/Luftmuseum Amberg)

Das Glaswerk im bayerischen Amberg ist eines der letzten Bauwerke, das Walter Gropius plante. Es wurde 1970, ein Jahr nach dem Tod des Architekten, fertiggestellt. Schnell hatte die Produktionsstätte der Firma Thomas ihren Spitznamen weg: bis heute spricht man nur von der „Glaskathedrale“. Nun wurde das Bauwerk erstmals umfassend fotografisch dokumentiert. Das Ergebnis präsentiert eine Sonderausstellung sowie eine jüngst erschienene Monografie. Die Ausstellung ist bis zum 24. Januar 2016 im Amberger Luftmuseum zu sehen.

Mit dem Amberger Bauwerk kehrte Gropius zu den eigenen Wurzeln zurück. Schon im Bauhausmanifest 1919 hatte er von der „schöpferischen Konzeption der Zukunftskathedrale“ gesprochen. Die Titelseite des Buches zierte ein entsprechender Holzschnitt von Lionel Feininger. Dennoch ist der Industriebau im Vergleich zum legendären FAGUS-Werk in Alfeld nahezu unbekannt. Die Baudokumentation will dies ändern und Gropius Spätwerk zu einem höheren Bekanntheitsgrad verhelfen. (jr, 15.12.15)

Büro Wilhelm. Verlag Amberg (Hg.), Walter Gropius. Glaswerk Amberg, Amberg 2015, 48 Seiten, ISBN 978-3-943242-59-1.

Meyers kollektive Gestaltung

Meyers kollektive Gestaltung

In Dessau-Törten entstanden Laubenganghäuser nach Meyers Entwurf (Bild: M_H.DE, CC_BY_SA 3.0)
In Dessau-Törten entstanden Laubenganghäuser nach Meyers Entwurf (Bild: M_H.DE, CC_BY_SA 3.0)

Walter Gropius und Mies van der Rohe – diese Namen fallen wohl den meisten Architekturfreunden ein, wenn man sie nach den Direktoren des Bauhaus fragt. Sie sind heute untrennbar mit dem Prinzip Bauhaus verbunden. Fast vergessen ist dagegen Hannes Meyer, der 1928 als Gropius Nachfolger die Bauhausleitung übernahm und dieses Amt 1930 an Mies van der Rohe weitergab. Die Ausstellung „Das Prinzip coop – Hannes Meyer und die Idee einer kollektiven Gestaltung“ des Bauhaus Dessau widmet sich bis zum 4. Oktober 2015 dem fast vergessenen Direktor.

„Volksbedarf statt Luxusbedarf“ – das war Meyers Parole zum Amtsantritt. In den Dessauer Ateliers sollten kein Villen mehr entworfen werden, zentrale Aufgabe war nun die für jedermann erschwingliche „Volkswohnung“. Auch der Gestaltungprozess sollte dem Geist der Allgemeinheit entsprechen, Planungen kollektiv im „Prinzip coop“ entstehen. Meyer politisierte das Bauhaus wie nie – und zog damit auch den Hass der erstarkenden Nationalsozialisten auf sich. 1930 führte politischer Druck zur fristlosen Entlassung Meyers, der darauf versuchte, seine architektonischen Überzeugungen im Exil umzusetzen. Von der Praxistauglichkeit der von ihm am Bauhaus entworfenen Möbel für die „Volkswohnung“ können sich die Besucher selbst überzeugen: anlässlich der Sonderausstellung hat das Bauhaus entsprechende Tische und Stühle reproduzieren lassen! (jr, 2.8.15)

Bauhaus-Archiv: Neubau finanziert

Bauhaus-Archiv: Neubau finanziert

Jetzt ist es sicher: das Bauhaus-Archiv wird saniert und erweitert (Bild: Eisenacher, CC-BY-SA 3.0)
Jetzt ist es sicher: Das Bauhaus-Archiv wird saniert und erweitert (Bild: Eisenacher, CC-BY-SA 3.0)

Das Berliner Bauhausarchiv soll umfassend restauriert und um einen Neubau erweitert werden. Nun ist auch die Finanzierung gesichert: Der Bund und das Land Berlin einigten sich am Montag, die Kosten je zur Hälfte zu tragen. Für die Sanierung sind 21,5 und für den Erweiterungsbau 34,7 Millionen Euro veranschlagt. Mit dem Umbau will das Haus seine umfangreiche Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich machen, die man bislang nur häppchenweise und in Sonderausstellungen zeigen konnte.

Das sanierungsbedürftige Bauhausarchiv wurde 1976-79 nach Plänen von Walter Gropius am Berliner Landwehrkanal gebaut. Es besitzt mit über einer Million Exponaten die weltweit größte Bauhaus-Sammlung. Seit 1997 steht der Gropius-Bau unter Denkmalschutz. Der Wettbewerb für die geplante Erweiterung läuft noch, der Siegerentwurf soll im Oktober diesen Jahres ermittelt werden. Zum 100. Geburtstag des Bauhaus im Jahr 2019 wird er aber nicht mehr fertig werden: Der Neubau wird wohl erst 2021 eröffnet. (jr, 17.5.15)