IBM-Haus Frankfurt wird abgerissen

Gerade erst wurde das Werk des Architekturbüros Apel, Beckert & Becker (ABB) in einer Fotoausstellung im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt gewürdigt, da fällt eines ihrer Gebäude: Die ehemalige IBM-Verwaltung 6, von 1961 bis 1963 erbaut und seit rund 20 Jahren nicht mehr genutzt, macht einer Wohnanlage Platz. Bereits vor zwei Jahren fielen die Flachbauten auf dem Gelände, das Hochhaus überdauerte die Zeit wohl nur, da die Tiefgarage im Untergeschoss noch bis vor Kurzem genutzt wurde.

Der Bau mit den charakteristischen Fensterstreifen und der Waschbetonfassade war bis 1986 IBM-Sitz und wurde zeitgleich mit dem direkt gegenüber liegenden Hotel Interconti (ebenfalls von ABB) errichtet. Unter Denkmalschutz stand er nicht, den Abbruch aller auf dem Grundstück befindlichen Gebäude will der Investor Ende 2017 abgeschlossen haben. Unter dem Namen „The Inbetween“ sollen nun 160 Wohnungen und ein Boardinghaus mit 50 Appartements entstehen, bis Anfang 2019 soll das Projekt fertiggestellt sein. Warum das funktionalistische IBM-Haus, das sich für Appartements bestens geeignet hätte, nicht einbezogen wird, erschließt sich beim Blick auf die Visualisierung des Neubaus: einer beigen, kistenförmigen Blockrandbebauung mit Klinker-Sockelgeschoss. Willkommen in der „Stadtreparatur“ … (db, 15.8.17)

Frankfurt am Main, IBM-Haus (Bilder: Thomas Mies, Frankfurt/flickr, miez!)

Rathaus Siegburg – Quo Vadis?

Das Rathaus Siegburg feiert im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag. Wie es weitergeht mit dem wuchtigen, doch radikal schlichten Waschbetonbau von 1968, ist unklarer denn je. Der Sanierungsstau ist erheblich, mittlerweile schützen Netze vor herabfallenden Fassadenbröseln. Eigentlich sollte eine Entscheidung über Sanierung oder Abriss Ende 2016 fallen – nachdem bereits jahrelang diskutiert wurde. Zumindest bescheinigt ein Gutachten der Statik des Altbaus einen einwandfreien Zustand und beziffert die Sanierungskosten auf 18,5 Millionen. Alternativ stehen Abriss und Neubau an gleicher Stelle oder ein Neubau an anderer Stelle zur Debatte. Hierfür liegen die voraussichtlichen Kosten zwischen 20 und 22 Millionen Euro. Langsam drängt die Zeit: Die (noch) genehmigte Interimslösung für den Brandschutz im Gebäude läuft Ende 2017 ab.

Peter Busmann, von 1965 bis 1968 ausführender Architekt des Siegburger Rathauses, ist vom Umgang mit seinem Entwurf seit jeher unzufrieden. Der vorgesehene Platz vor dem Gebäude wurde nie umgesetzt. Das hierfür freigehaltene Gelände hatte die Stadt verkauft, heute stehen hier weitere Häuser. „Ich konnte die Siegburger Politik nicht dazu bewegen, das nicht zu machen, aber ich habe mir damals geschworen, für diese Stadt nie wieder etwas zu bauen“, sagte Busmann 2014 im Interview mit dem Bonner General-Anzeiger. Bei einem eventuellen Umbau erwarte er mit Hinweis auf sein Urheberrecht eine Kontaktaufnahme. (db, 24.6.17)

Rathaus Siegburg (Bild: Die Linke)

Colonia-Haus: Sanierung steht an

Colonia-Haus: Sanierung steht an

Colonia-Haus (Bild: Thomas Wolf, CC-BY-SA 3.0)
Das Colonia- bzw. Axa-Haus in Köln (Bild: Thomas Wolf, CC BY SA 3.0)

In Köln soll das Colonia-Haus – seit der Übernahme der Versicherung durch einen Konkurrenten auch als Axa-Hochhaus bezeichnet – saniert werden. Die Fassade des Wohnturms aus den 1970er Jahren bedarf einer grundlegenden Erneuerung, an einigen Stellen musste sie bereits provisorisch abgesichert werden. Nach Informationen der Kölnischen Rundschau sieht ein Vorschlag vor, die charakteristischen Waschbetonplatten der  Balkone durch Aluminiumelemente in ähnlicher Optik zu ersetzen.

Das Colonia-Haus wurde 1970 bis 1973 nach Plänen des Kölner Architekten Henrik Busch errichtet und war mit seinen 155 Metern einige Jahre das höchste Wohnhaus Europas. Seit 2015 steht der Bau, unter anderem wegen seiner städtebaulichen Bedeutung im hochhausarmen Köln, unter Denkmalschutz. Die Diskussion um die Sanierung läuft seit Jahren, bislang wurde jedoch ohne Ergebnis. Die Eigentümergemeinschaft soll nun im November in Absprache mit dem Denkmalschutz über die Sanierungskonzepte abstimmen. Spektakulär wird vermutlich deren konkrete Umsetzung: Möglicherweise wird der Turm dazu bis auf 135 Meter eingerüstet. (jr, 18.10.16)