bauhaus100 legt los

bauhaus100 legt los

Bauhäusler am Strand (Bild: Irene Bayer oder Marianne Brandt, 1926-27. Bauhaus-Archiv Berlin)
Bauhäusler am Strand (Bild: Irene Bayer oder Marianne Brandt, 1926-27. Bauhaus-Archiv Berlin)

Das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses, das 2019 ansteht, bestimmt schon seit Monaten die Tagungen und Medien. Jetzt geht es auch offiziell los: Die Geschäftsstelle von “bauhaus100” wurde am 13. Juli in Weimar eröffnet. Damit wurden auch die Personen vorgestellt, die das Jubiläum steuern sollen: Dr. Sven Sappelt und Christian Bodach stehen künftig für die Programmleitung und zentrale Koordination. Für die Aktionen in Thüringen wird Andrea Dietrich verantwortlich sein.

In Weimar 1919 gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand die Hochschule für Gestaltung nur 14 Jahre. Doch in dieser kurzen Zeit entstanden Ideen und Netzwerke, die über Lehrer und Schüler des Bauhauses bis hinein in die Vereinigten Staaten, nach China, Israel, Japan, Mexiko und in die Schweiz ihre Wirkung entfalteten. Zum 100. Gründungsjubiläum sollen Geschichte(n) und Gegenwart des Bauhauses, seine Ideen, Werke und Wirkungen mit einem breit gefächerten Programm auf vielfältige Art und Weise vermittelt werden. Unter dem Motto “Die Welt neu denken” will “bauhaus100” in ganz Deutschland mit vielen regionalen, nationalen und internationalen Partnern “Impulse für die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen der Gestaltung und des Zusammenlebens geben”. (kb, 19.7.16)

Die bewegten Netze des Bauhauses

Die bewegten Netze des Bauhauses

Dessau, Bauhaus Atelieflügel (Bild: Harald90, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Wie funktionierte das Bauhaus – hier der Atelieflügel am Dessauer Bauhaus – jenseits seiner instutionalisierten Orte? Dieser Frage geht jetzt in Weimar eine Tagung nach (Bild: Harald90, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Das Bauhaus ist tot – es lebe das Bauhaus”. Die Schließung des Bauhauses im April 1933 schien das Ende der wichtigsten deutschen Hochschule für Gestaltung des 20. Jahrhunderts zu besiegeln. Doch trotz der politisch brisanten Situation der Folgejahre blieb ein Großteil der Bauhäusler in enger freundschaftlicher oder beruflicher Verbindung. Seit 2013 hat das DFG-Projekt “Bewegte Netze” an den Universitäten Cottbus und Erfurt beispielhaft sechs unterschiedliche Netzwerke des Bauhauses untersucht, um anhand dessen die Geschichte des Bauhauses der 1930er und 1940er Jahre fortschreiben.

So kann gezeigt werden, wie Walter Gropius und sein enges Netzwerk die Bauhaus-Rezeption nach 1933 prägten. Gleichzeitig lenkt das Projekt den Blick auf Protagonisten jenseits der prominenten Bauhaus-Kreise und eröffnet damit neue Perspektiven für die Geschichtsschreibung des Bauhauses. Mit der Tagung “Die bewegten Netze des Bauhauses” sollen nun vom 16. bis zum 17. Juni 2016 findet in Weimar (Festsaal im Goethe-Nationalmuseum, Frauenplan 1, 99423 Weimar) Methoden und ausgewählte Ergebnisse des Projekts vorgestellt werden. Anmeldungen sind noch bis zum 13. Juni 2016 möglich. (kb, 2.6.16)

DDR-Architektur in Leipzig

Wie wandelten sich die Planungskonzepte und das innerstädtische Bauen in der DDR? Wie wird mit diesem Bestand seitdem umgegangen? Eine neue Publikation im Bauhaus-Universitätsverlag beantwortet diese Fragen exemplarisch anhand zweier prägender Gebiete in Leipzig. Die Architektin und Denkmalpflegerin Katja Weise hat das Stadtzentrum und insbesondere das Ensemble Sachsenplatz in den Blick genommen. Die Kunsthistorikerin und Journalistin Juliane Richter erkundete den Wohnungsbau in der Inneren Westvorstadt, auch bekannt unter der Bezeichnung Kolonnadenviertel.

Kontinuitäten und Brüche in der Stadtentwicklung werden aufgezeigt und Wendepunkte der Planungsgeschichte anhand bisher unpublizierten Archivmaterials verdeutlicht. Interviews mit Zeitzeugen und Akteuren der damaligen Planungen – u. a. den ehemaligen Leipziger Chefarchitekten Horst Siegel und Dietmar Fischer – ergänzen die Untersuchung. Vor diesem Hintergrund werden die Intentionen, Ziele und Probleme aus der Sicht der Zeit nachvollziehbar. Ein Vorwort der Leipziger Architekturgeschichtsprofessorin Annette Menting führt ins Thema ein und zeigt, wie wichtig das genaue Hinsehen für einen angemessenen Umgang mit der Ost-Moderne ist. (kb, 3.10.15/24.2.16)

Das Buch wird am 25. Februar 2016 um 19 Uhr von der Kulturstiftung Leipzig in der Alten Nikolaischule (Wagnersaal) vorgestellt.

Richter, Juliane/Weise, Katja, DDR-Architektur in der Leipziger Innenstadt. Mit einem Vorwort von Annette Menting (Forschungen zum baukulturellen Erbe der DDR 5), Bauhaus-Universitätsverlag, Weimar 2015, 232 Seiten, 20 x 25 cm, ISBN978-3-95773-200-2.

Titelmotiv: Buchcover