Wien!

AKTUELL: nach Corona wieder geöffnet ab 15. Mai, dort zu sehen bis 23. August 2020.

Leichtfüßig und geranientauglich – auf der Modellbahnplatte konnte die Nachkriegsmoderne beides. Da standen Fachwerk und Flugdach so friedlich beieinander, wie es im Maßstab 1:1 oft schwer fiel. Heute, diverse Sanierungs- und Abrisswellen später, sind die Plastikarchitekturen oft noch die einzigen Zeugen ihrer großen Vorbilder. Von der Villa im Tessin bis zur Autorast – in der mR-Ausstellung „märklinMODERNE“ werden die kleinen Häuser und ihre großen Vorbilder im Modell und Bild vorgestellt.

Einige Stationen und rund 40.000 Besucher später ist es soweit: Am 10. März 2020 feiert märklinMODERNE als Gast des Wiener Hofmobiliendepot (Möbel Museum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien) erneut eine Vernissage. Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 12. Juli 2020. Im umfangreichen Begleitprogramn sind Führungen und Familiennachmittage vorgesehen. Wir freuen uns auf die österreichische Hauptstadt! (kb, 27.2.20)

Eine Ausstellung von moderneREGIONAL mit den Ausstellungpartnern Deutsches Architekturmuseum und Architekturgalerie am Weißenhof. Gefördert von der Wüstenrot Stiftung. Mit Fotografien von Hagen Stier und Andreas Beyer. Mit einem Film von Otto Schweitzer und C. Julius Reinsberg. Mit der „Megacity“ von Gerald Fuchs.

Katalog und Film zur Ausstellung bei uns im Shop.

Faller-Modell „Geschäftshausblock Helvetia“ (Bild: Hagen Stier)

„California Dreaming“ in Wien

Eine Konferenz am IFK tagt vom 1. bis 3. April 2020 zur Bedeutung von Wiener Einflüssen auf die kalifornische Moderne um Richard Neutra. Das ist kein Zufall, denn Neutra wurde 1892 in Wien geboren und studierte dort an der Technischen Hochschule unter anderem bei Adolf Loos. Nachdem er einige Zeit im Büro von Erich Mendelsohn mitgearbeitet hatte, zog Neutra mit seiner Familie 1923 in die USA und 1925 ins bekanntlich immer sonnige Kalifornien. Mit dem Health House für das Ehepaar Lovell in den Hügeln von Los Angeles gelang Neutra 1929 der Durchbruch. Bald sollte er zu einem der international bekanntesten Protagonisten moderner Architektur werden, dem besonders die Gesundheit der Bewohner am Herzen lag. Auch in Deutschland baute er in den 1960er Jahren einige Wohnhäuser und zwei kleinere Siedlungen in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt und Quickborn bei Hamburg.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt die Konferenz. Am 1. April 2020 laufen im METRO Kinokulturhaus verschiedene Filme, die mit Neutras Werk verbunden sind. Ein besonderes Highlight dürfte das Gespräch von Matti Bunzl mit dem jüngsten Sohn Raymond Neutra am 2. April 2020 sein (Anmeldung erforderlich!). Noch bis zum 20. September 2020 ist zudem im Wien Museum (MUSA) die Ausstellung „Richard Neutra – Wohnhäuser für Kalifornien“ zu sehen. (mk, 25.2.20)

Palm Springs, Kaufmann House (Bild: Shaqspeare, CC BY-SA 3.0)

Kalter Krieg und Architektur


Nach 1945 prägten die vier alliierten Siegermächte – Großbritannien und Frankreich, die USA und die Sowjetunion – mit ihrer jeweiligen Kulturpolitik für viele Jahre auch die Architektur in Österreich. Wien avancierte gar zu einem zentralen Schauplatz des Kalten Kriegs. Vor diesem Hintergrund zeigt die Ausstellung „Kalter Krieg und Architektur. Beiträge zur Demokratisierung Österreichs nach 1945“ im Architekturzentrum Wien das damalige Baugeschehen im Nachkriegs-Österreich erstmals im Kontext des globalen Ost-West-Konflikts.

Architektur im Wettstreit der Systeme – mit diesem Ansatz möchten die Wiener Ausstellungsmacher neue Aspekte der Architekturgeschichte aufschließen. In die vier Besatzungszonen untergliedert, formt sich aus Fotografien, Plänen, Filmen und Originalzeichnungen so „ein Sittenbild der Nachkriegsmoderne“. Die Ausstellung wird eröffnet am 16. Oktober 2019 um 19 Uhr, im Anschluss ist die Schau zu sehen bis zum 24. Februar 2020. Begleitend erscheint bei Park Books die gleichnamige Publikation sowie deren englische Ausgabe. (kb, 20.9.19)

Ferdinand Kitt, Paula-Preradović-Haus, Alpbach (Bild: © Architekturzentrum Wien, Sammlung)