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Wien (Bild: CC0, via maxpixel.net)

Wien allein

Jetzt mal ganz unter uns: Brauchen Sie wirklich einen besonderen Anlass, um nach Wien zu fahren? Wenn ja, dann hätten wir hier gleich vier davon. In diesem Wintersemester laden die „Wiener Vorträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege“ zum Besuch der österreichischen Metropole jenseits bekannter Klischees. Dieses Mal berichten Experten aus Berlin und Zürich über Bauten und Strategien der (Ost-)Moderne und des heutigen denkmalpflegerischen Handelns.

Den Auftakt übernimmt Philipp Meuser (TU Berlin) am 16. Oktober 2018 mit dem Thema „Politik mit Platten und Palästen. Architektur und Städtebau der Sowjetunion“. Am 6. November 2018 folgt Uta Hassler (ETH Zürich) mit dem Vortrag „Die Bauwissenschaft und der Bau des Zürcher Polytechnikums“. Hand-Rudolf Meier (Bauhaus-Universität Weimar) widmet sich am 11. Dezember 2018 dem Schwerpunkt „Identität und Erbe – oder: Die Denkmalpflege in der Identitäts-Falle?“. Zum Abschluss spricht Gabriele Dolff-Bonekämper (TU Berlin) am 16. Januar 2019 über „Denkmalsinn und Gegensinn. Karl Friedrich Schinkels Neue Wache in Berlin, 1818-2018“. Alle Vorträge finden statt von 19 bis 20.30 Uhr in der Technischen Universität Wien (Karlsplatz 13, A-1040 Wien): am 16. Oktober, 6. November und 11. Dezember 2018 im HS 7, Stiege 7 (Erdgeschoss), am 16. Januar 2019 im HS 13, Stiege 7, 2 (Obergeschoss). (kb, 11.10.18)

Wien (Bild: CC0, via maxpixel.net)

Wien, Otto-Wagner-Villa mit weiblicher Figur von Ernst Fuchs (Bild: Haferl, CC BY SA 3.0, 2014)

Der NEUE Otto Wagner

Eigentlich sind die Bauten von Otto Wagner (1841-1918) ja etwas zu alt für moderneREGIONAL. Doch der Österreicher gehört nicht nur zu zu den bedeutendsten Architekten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert: Er zählt auch zu den Wegbereitern jener Moderne, mit der wir uns bei mR bevorzugt beschäftigen. Als einer der Ersten trat Wagner für eine neue Baukunst ein, die konsequent auf Funktion, Konstruktion und Material setzte. Viele seiner Projekte blieben zu Lebzeiten unverstanden und unausgeführt, so etwa der Entwurf für ein Stadtmuseum am Karlsplatz. Die imposante Wiener Postsparkasse (1904-12) hingegen zählt heute zu den Ikonen des auf die Moderne verweisenden Jugendstils.

Der 100. Todestag Otto Wagners gibt es Wien nicht nur (noch bis zum 30. September) die Ausstellung „Post Otto Wagner“ zu bestaunen. Jenseits der großen Ausstellungen und Publikationen fragt am 20. September 2018 in Wien (Museum Karlsplatz) eine Tagung: Wo könnten die Schwerpunkte einer künftigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung liegen? Die Konferenz „Otto Wagner. Neue Perspektiven“ widmet sich Wagner-Themen wie: „Die Großstadt: architektonischer Realismus, Kapitalismus und die Zukunft der Stadt“, „István Medgyaszay und die ‚künstlerische Lösung des Eisenbetonbaues'“ und „Blicke auf Krieg, Serialität und minimales Wohnen“. Die Anmeldung ist online möglich. (kb, 12.9.18)

Wien, Otto-Wagner-Villa mit weiblicher Figur von Ernst Fuchs (Bild: Haferl, CC BY SA 3.0, 2014)

Wien, Kongressbad (Bild: Gugerell, CC0 1.0)

Fundamente der Demokratie

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Die politische Landkarte Europas veränderte sich in der Folge erheblich, neue Nationalstaaten und Staatsformen lösten die alten, oft monarchischen Strukturen ab. Das 100. Jubiläum dieser Transformationsprozesse bildet derzeit die Grundlage für zahlreiche Ausstellungen auf dem ganzen Kontinent. In Wien widmet sich die Schau „Fundamente der Demokratie. Architektur in Österreich – neu gesehen“ der Architektur der ersten österreichischen Republik, die 1918 ausgerufen wurde.

Im Fokus stehen dabei jedoch nicht nur Bauten, die nach dem Ende der k.u.k.-Monarchie errichtet wurden. Die Ausstellung beleuchtet stattdessen Gebäude, die seit dem Jahr 1900 als Künder gesellschaftlichen Wandels und politischer Reformen auftraten – die Fundamente der Demokratie eben. Betrachtet werden unter anderem das Arbeiterheim Favoriten,  die Wiener Urania, das Vorwärts-Gebäude oder das Kongressbad. Die Ausstellung ist bis zum 14. September im Wiener Ringturm zu sehen. Sie markiert auch das zwanzigjährige Jubiläum der Ausstellungsreihe „Architektur im Ringturm“, die 1998 begründet wurde. (jr, 30.7.18)

Wien, Kongressbad (Bild: Gugerell, CC0 1.0)

Wien, Deutsche Botschaft (Bild: Nérostrateur, CC-BY-SA 3.0)

Schlechte Botschaft aus Wien

Oder, wie der Wiener Standard es schon im vergangenen Jahr formuliert hat: Das Ende der frohen Botschaft! In der österreichischen Hauptstadt verschwindet gerade ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. Das Botschaftsgebäude der Bundesrepublik Deutschland, 1959 bis 1964 nach Plänen des Stuttgarter Architekten Rolf Gutbrod errichtet, wird derzeit abgerissen. Das Bundesbauministerium hatte zwar ursprünglich die Sanierung geplant, sich 2015 dann aber doch für Beseitigung und Neubau entschieden. Die Gründe waren die üblichen: zu klein, energetisch veraltet und feuerschutztechnisch überholungsbedürftig – ein Neubau also billiger.

Das Leipziger Büro Schulz+Schulz hat mit seinen Plänen den ersten Platz im Wettbewerb gemacht und darf bauen, sobald der Gutbrod weg ist. Neben aller Frage von Baukultur, Qualität und/oder angebrachtem Kulturpessimismus: Was mit dem Altbau auf jeden Fall verschwindet, ist ein einzigartiges historisches Zeugnis. Nämlich darüber, wie sich die blutjunge Bundesrepublik in der noch jüngeren Zweiten Republik Österreich nach den gemeinsam durchlebten Schrecken der Nazizeit präsentiert hat. Als „Läuterung vom Albert-Speer-Gigantismus“ und „Meisterwerk der Vermeidung des Monumentalen“ hat der Standard das Bauwerk bezeichnet. Oder eben als „frohe Botschaft“. Aber die ist jetzt zu Ende. (rl, 28.6.18)

Wien, Deutsche Botschaft (Bild: Nérostrateur, CC BY SA 3.0)

Wien, Postsparkasse (Bild. Hagen Stier)

Post Otto Wagner

Vor 100 Jahren verstarb der „Vater der Moderne“, der österreichische Architekt Otto Wagner. Zu seinen Hauptwerken zählt – neben den Projekten für die Wiener Stadtbahn oder der Kirche St. Leopold am Steinhof – die Wiener Postsparkasse, die zum Jubiläum ihres Erbauers eine eigene Ausstellung erhält. Vom 30. Mai bis zum 30. September ist in Wien in der MAK-Ausstellungshalle „Post Otto Wagner. Von der Postsparkasse zur Postmoderne“  zu sehen.

Die Präsentation schlägt einen weiten Bogen, will Wagners Impulse für die Vorreiter der Moderne zu seiner Zeit, aber auch für folgende Generationen von Architekten und Designern aufzeigen. So wird die Abkehr Wagners von der Schmuckfreude des Historismus dargelegt, aber ebenso der Stilpluralismus der Wagner-Schule nach 1900, der eine große Nähe zur Postmoderne aufweist. Ein großes Plus für alle Besucher: Mit ihrer MAK-Eintrittskarte können sie kostenfrei auch die Postsparkasse mit einer eigenen kleinen Präsentation genießen. Begleitend zur Wagner-Ausstellung erscheint eine gleichnamige Publikation im Birkhäuser Verlag. (kb, 13.5.18)

Wien, Postsparkasse (Bild. Hagen Stier).

Budapest, Neue Häuser im Bau, alte vor Abbruch, 1970 (Bild: Fortepan 47356, Orig. Óbudai Múzeum)

Wien | Budapest

Budapest und Wien gelten als „Schwesterstädte“, die zu Zeiten der Donaumonarchie auch architektonisch gemeinsame Wege beschritten. Aber wie verlief die städtebauliche Entwicklung nach 1918, mit dem Aufkommen der Moderne?  Eine Antwort unternimmt die Ausstellung „Metropolen: Wien | Budapest“ in der Reihe „Architektur im Ringturm“, die sich die Zeit zwischen 1918 und 1970 vorgenommen hat. Ausgewählte Stadtbildpaare in direkter Gegenüberstellung geben Auskunft über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Architektur und Kultur. Dabei darf auch ein Exkurs über die Donau, die die beiden Städte miteinander verbindet, und die Urbanisierung ihrer Flusslandschaften nicht fehlen.

Die aktuelle Schau versteht sich als Fortsetzung der im Frühjahr 2015 gezeigten Ausstellung über das architektonische Erbe der beiden Donaumetropolen Wien und Budapest aus der k. u. k. Gründerzeit. Die Ausstellung „Metropolen: Wien | Budapest“ ist im Ausstellungszentrum im Ringturm (Schottenring 30, 1010 Wien) noch bis 8. Juni 2018 zum zu sehen. (kb, 24.3.18)

Budapest, Neue Häuser im Bau, alte vor Abbruch, 1970 (Bild: Fortepan 47356, Orig. Óbudai Múzeum)

Wien, Postsparkasse (Bild: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0)

Nach Wien zu Otto Wagner

Zugegeben, eigentlich sind die Bauten von Otto Wagner (1841-1918) ja etwas zu alt für unser Format. Doch der Österreicher gehört nicht nur zu zu den bedeutendsten Architekten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert: Er zählt auch zu den Wegbereitern jener Moderne, mit der wir uns bevorzugt beschäftigen. Als einer der Ersten trat Wagner für eine neue Baukunst ein, die auf Funktion, Konstruktion und Material basierte und sich konsequent das „moderne Leben“ zum Vorbild nahm – was folgerichtig die Abkehr vom Historismus bedeutete.  Von den Traditionalisten angefeindet, blieben viele seiner Projekte unausgeführt, so etwa der Entwurf für ein Stadtmuseum am Karlsplatz. Die imposante Wiener Postsparkasse (1904-1912) hingegen zählt heute zu den Ikonen des in Richtung Moderne orientierten Jugendstils.

Anlässlich des 100. Todestags Otto Wagners präsentiert das Wien Museum ab 15. März nun das Gesamtwerk des „Weltstadtarchitekten“ in einer umfassenden Großausstellung, der ersten seit mehr als fünfzig Jahren. Der Schwerpunkt liegt auf Wagners Leben und Werk, in dem sich eine ganze Epoche der Wiener Kultur und Geschichte spiegelt: von der Ringstraße über das fin de siècle bis zum Ersten Weltkrieg. Etliche teils noch nie präsentierte Objekte, darunter Zeichnungen, Möbel, Modelle und persönliche Gegenstände veranschaulichen die internationale Strahlkraft des Architekten. (db, 22.1.18)

Wien, Postsparkasse (Bild Thomas Ledl, CC BY SA 4.0)

Wien Architekturzentrum, Ausstellungsplakat; www.azw.at

Willkommen im Dschungel

Bauen könnte so schön sein – wenn das Dickicht aus Paragraphen und Vorschriften nicht immer dichter werden würde. Zu allem Überfluss sind etliche auch international nicht genormt. Und dass es schier herrliche Vorschriften gibt, zeigt die Ausstellung „Form folgt Paragraph“, die bis zum 4. April 2018 im Architekturzentrum Wien zu  sehen ist. Sie klärt etwa darüber auf, dass österreichische Erde, die zum Bau eines Kellers ausgehoben und abtransportiert wird, nach zwei Kilometern Lkw-Fahrt von Gesetzes wegen zu Abfall mutiert. Es gibt heute 238 Seiten an Normen, die darum bemüht sind, den Spielplatz zu einer möglichst gefahrenlosen Zone zu erklären. Entsprechend gummiert, gepolstert und uninspiriert fällt die Gestaltung aus. Weil Kinderlärm hierzulande von den Lärmschutzbestimmungen ausgenommen ist, während in Deutschland mitunter Schallschutzmauern um Kinderspielplätze errichtet werden.

Die stetig steigenden Sicherheits- und Qualitätsstandards führen dazu, dass die Eigenverantwortung sinkt und die Wohlstandsgesellschaft klagefreudiger wird, erläutern die Kuratorinnen Karoline Mayer und Martina Frühwirth. Die Besucher der Ausstellung können diese Aussage mittels eines Tests selbst prüfen und mehr über eigene Sicherheitsansprüche herausfinden. Anhand von großformatigen Fallstudien, 1:1 Installationen, Interviews mit Baubeteiligten, aber auch Absurditäten und Anekdoten enhüllt die Schau welche kreativen Leistungen Architekten trotz all der Fülle an einschränkenden Faktoren im Rahmen ihrer Bauvorhaben erbringen. (db, 4.12.17)

Jane Jacobs 1963 (Bild: PD)

Kinosommer für Architektophile

Wem das aktuelle Mainstreamkino zu langweilig ist, der findet in Wien eine gute Alternative: Am Mittwoch, dem 9. August beginnt im hiesigen Architekturzentrum der Architektur.Film.Sommer 2017. Es ist bereits die fünfte Auflage des Filmfestivals, das als Open-Air-Veranstaltung im Hof des Architekturzentrums stattfindet. Einen Monat lang kommen Architekturfreunde hier jeden Mittwoch auf Ihre Kosten. Los geht’s jeweils um 20.30 Uhr.

Dieses Jahr steht die Veranstaltungsreihe unter dem martialischen Motto „Kampf um die Stadt“. Den Auftakt bildet ein Kinoabend, der am 9. August unter dem Titel „Die Zukunft von gestern“ den Planungsparadigmen der Nachkriegsmoderne nachgeht. Auf dem Programm steht unter anderem der kürzlich vollendete Dokumentarfilm „Citizen Jane: Battle for the City“, der die Auseinandersetzung der Architekturkritikerin Jane Jacobs mit der New Yorker Baupolitik beleuchtet. Der nächste Kinoabend mit dem Titel „Die Arbeiter*innen verlassen die Stadt“ widmet sich am 16. August dem Verschwinden der klassischen Arbeiterklasse aus den Städten, eine Woche später fragt der Themenabend „Rast-los“ nach dem Leben mobiler Großstädter. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet der Kinoabend am 30. August, der dem Thema „Leerstand in der wachsenden Stadt“ gilt. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung nach drinnen verlegt, dies sei aber nur der Form halber erwähnt. (jr, 9.8.17)

Jane Jacobs 1963 (Bild: PD)

Parlament Wien (Bild: Gryffindor, CC BY SA 3.0)

Wien: Plenarsaal wird saniert

Das Wiener Parlamentsgebäude verbindet man im Allgemeinen nicht mit der Nachkriegsmoderne. Der historistische Bau, der Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen Theophil von Hansens errichtet wurde, rekurriert in seinen Formen viel mehr auf die k. u. k. Monarchie als auf die zweite Republik. Eine Ausnahme bildet der Plenarsaal: 1956 wurde er für den Nationalrat in nüchtern-funktionaler Manier ausgestaltet und fungiert im Inneren des Parlamentspalasts als nachkriegsmodernes Gegenstück. Am 13. Juli tagte der österreichische Nationalrat hier zum letzten Mal, in den nächsten drei Jahren wird das Parlament umfassend saniert.

Der historische Plenarsaal war mit seinen 500 Plätzen für das Parlament der Bundesrepublik, das gerade einmal 165 Abgeordnete vereinte, viel zu groß. Stattdessen baute man den kleineren, im Krieg zerstörten Herrenhaussitzungssaal nach Plänen der Architekten Max Fellerer und Eugen Wörle neu auf und gestaltete ihn als mustergültiges Parlament der 1950er. Mit der Sanierung wird der Plenarsaal erneut grundlegend umgestaltet, die Sitzordnung wird neu organisiert, der gesamte Raum barrierefrei. Erhalten bleibt der stählerne Bundesadler, der auch während der gesamten Sanierungsarbeiten im Gebäude verbleibt. Am provisorischen Tagungsort des Parlaments in der Hofburg wird er durch eine Replik vertreten. (jr, 23.7.17)

Plenarsaal, Wien (Bild: Gryffindor, CC BY SA 3.0)

„Basch, Johann und Fritz, Die 4 im Jeep reichen sich die Hände“, 14. September 1955, Oberösterreichische Nachrichten (Bild: Archiv Brüder Basch, A 2342, Umschlag 26)

War of Pictures

Die Geschichte der österreichischen Besatzungszeit ist bereits häufig geschrieben worden, wobei die Bilder dieser Ära zumeist als illustratives Beiwerk dienten. In einer Tagung sollen nun erstmals die Pressefotos selbst im Mittelpunkt stehen. Ebenso geht es um ihre Publikationszusammenhänge und die Bildautoren, die österreichischen Pressefotografen. Die Konferenz „War of pictures 1945 – 1955. Pressefotografie und Bildkultur im befreiten/besetzten Österreich“, eine Tagung des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, wird vom 4. bis 6. Oktober an der Universität Wien (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Währinger Straße 29, 1090 Wien) stattfinden.

Ziel der Tagung ist es, die Politik der Bilder im besetzten Nachkriegsösterreich am Schnittpunkt von Zeit- und Mediengeschichte zu untersuchen. Als Diskussionsgrundlage werden die Forschungsergebnisse des vom FWF (Austrian Science Fund) geförderten Forschungsprojektes „War of Pictures. Austrian Press Photography 1945-1955“ präsentiert. Gemeinsam mit internationalen Experten werden die Bilderzählungen der Ära diskutiert. Daneben sollen die „Herausbildung von Bildikonen der 2. Republik und die Instrumentalisierung von Bildern im Kalten Krieg“ ausgelotet werden. Um Anmeldung wird gebeten: warofpictures.comm@univie.ac.at. (kb, 16.7.17)

„Basch, Johann und Fritz, Die 4 im Jeep reichen sich die Hände“, 14. September 1955, Oberösterreichische Nachrichten (Bild: Archiv Brüder Basch, A 2342, Umschlag 26)

Adria modern

In den 1960er und 1970er Jahren war die östliche Adria (nicht nur) für die Österreicher ein beliebtes Urlaubsziel. Doch haben sich im Breitentourismus längst andere „Destinationen“ in den Vordergrund geschoben. Was bleibt, sind die baulichen Hinterlassenschaften dieser Wirtschaftswunder-Reisewelle. Am 28. Mai erzählt Iris Meder in ihrem Vortrag „Adria modern“ um 19 Uhr im Wiener Ateliertheater von der Moderne an der Küste Ex-Jugoslawiens. Es geht ihr um die Spuren einer mittlerweile verbluteten, aber einmal höchst lebendigen Architekturlandschaft, die sich selbst aus der proletarische Ideologie heraus begründete.

Die moderne Architektur der Ostadria geriet daher unverwechselbar: Bis heute sind grundsächlich alle Küstenabschnitte öffentlich zugänglich. Bauten entlang der Küste und außerhalb größerer Städte sollten die umgebenden Pinienwälder nicht überragen. Zudem gab es, teils in Kooperation mit internationalen Experten und UN-Projekten, übergreifende raumplanerische Leitkonzepte. All dies trug zum Ausbau der Adriaküste entlang der Nord-Süd-„Magistrale“ in Tito-Jugoslawien bei. Der Vortrag bietet eine virtuelle Reise entlang der Küste und über die Inseln: zu touristischen Objekten ebenso wie Infrastruktur-, Service- und Wohnbauten, zu Schulen, Post- und Gemeindeämtern, Kaufhäusern, Sanatorien, Kinder- und Arbeiterferienheimen, Gesundheitszentren, Wohnsiedlungen, Sporthallen, Kulturheimen und antifaschistischen Mahnmalen. Tickets für die Veranstaltung (12/8 Euro) können reserviert werden unter: office@ateliertheater.net. (kb, 22.5.17)

Titelmotiv der Veranstaltung (Bild: via Facebook)