Wohnhochhaus

Frankfurt am Main, Grand Tower im Bau - Blick vom Skyline Plaza (Bild: Peters Picture, CC BY SA 2.0, via flickr)

Magnus Kaminiarz 1964-2019

Der „Grand Tower“ am Frankfurter Güterplatz ist gerade im Bau. Der 172-Meter-Turm wird Deutschlands höchstes Wohnhaus und ist jetzt schon ein Symbol für einen entgleisten Wohnungsmarkt: Die Luxuswohnungen haben erwartungsgemäß solvente Interessenten aus Asien und Saudi-Arabien angesprochen. Entworfen hat den schon zigfach preisgekrönten Bau im einstigen Arbeiterviertel Gallus das Büro Magnus Kaminiarz & Cie, das etliche Luxusbauten entwarf – architektonisch brillant und losgelöst vom Normalverdiener. Ein weiterer Wohnturm namens „Eden“ (mit Helmut Jahn) ist ebenfalls im Bau. Irritierend waren da die Meldungen im Frühjahr 2019, dass für das Büro Kaminiarz ein Insolvenzverfahren eingeleitet wurde. Ende Mai wurde nun bekannt, dass Magnus Kaminiarz am 5. April im Alter von nur 54 Jahren verstorben ist.

Sein Studium absolvierte der gebürtige Bremer in seiner Heimatstadt und in Hamburg, in Frankfurt startete seine Karriere bei Jo. Franzke, wo er 2003 zum Partner aufstieg, ehe er 2011 sein eigenes Büro gründete. Bald zählte es zu den ersten Adressen im Wohnbau, von Micro-Appartements über Hochhäuser bis zu Studentenwohnheimen in Frankfurt, Hamburg und Berlin. Auch die Entwürfe für das Frankfurter Projekt „Marie“, für das das gründerzeitliche Marienkrankenhaus abgerissen wurde und nun durch eine historisierende Bebauung ersetzt wird, entstammen dem Büro Kaminiarz & Cie. (db, 8.6.19)

Frankfurt, Grand Tower im Bau (Bild: Peters Picture, CC BY SA 2.0, via flickr)

Hochhaus Sophienstrasse Kassel (Bild: Dietmar Walberg, CC B SA 3.0)

Kassel: Wohnhochhaus in Gefahr

In den 1950er Jahren schwang sich die im Krieg stark zerstörte Stadt Kassel mit einem ehrgeizigen Bauprogramm auf, zu einer der modernsten Städte der Bundesrepublik zu werden. Mit der 1953 fertig gestellten Treppenstraße verfügte sie über die erste Fußgängerzone des Landes, im selben Jahr wurde das erste Wohnhochhaus Kassels bezugsfertig. Eben dieser Bau steht nun vor dem Aus: Nach Informationen der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen beantragte der Inhaber kürzlich den Abriss.

Das Hochhaus in der Sophienstraße wurde nach Plänen Paul Bodes errichtet. Es steht exemplarisch für die Kasselaner Nachkriegsmoderne und dementsprechend unter Denkmalschutz. Eine Sanierung sei aber unwirtschaftlich, argumentiert der Eigentümer, die Kommunale Versorgungskassen Kurhessen-Waldeck (KVK). Unter anderem müsste das Haus aktuellen Brandschutzvorschriften angepasst und eine Betonsanierung durchgeführt werden. Noch ist es bewohnt, nach Plänen der KVK sollen die letzten Mieter das Haus aber im August verlassen haben. Wie es dann weitergeht, ist ungewiss: Die Stadt hat sich noch nicht zum Abrissantrag geäußert. (jr, 22.2.18)

Hochhaus Sophienstrasse Kassel (Bild: Dietmar Walberg, CC B YSA 3.0 Detail)