Zukunftsmodell Plattenbau?

Zukunftsmodell Plattenbau?

Karl-Marx-Stadt, Plattenbau im Jahr 1975 (Foto: Eugen Nosko, Bild: Fotothek df n-07_0000047)
Die Platte: Zukunfts- oder Auslaufmodell? (Foto: Eugen Nosko, Bild: Fotothek df n-07 0000047, CC BY SA 3.0, Plattenbau-Montagearbeiten in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), 1975)

Das serielle Bauen kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Nicht nur im Wohnungsbau der DDR nahmen Großsiedlung und Plattenbau eine zentrale Rolle ein. In den letzten Jahren ist die Platte allerdings zunehmend in Verruf geraten – ist das serielle Bauen damit ein Auslaufmodell? Oder aber in Zeiten von Wohnungsknappheit und Urbanisierung aktueller denn je? Diesen Fragen widmet sich der 7. Abendsalon der Hermann-Henselmann-Stiftung mit dem Titel „Serielles Bauen. Vorgestern! Gestern! Heute? Morgen?“ am 27. Juni um 19 Uhr im Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin).

Die Veranstaltung wirft einen Blick zurück auf das serielle Bauen von gestern und vorgestern, als das Verfahren als ultimative Antwort auf die Wohnungsnot verstanden wurde. Winfried Brenne spricht zum seriellen Bauen der 1920er, Dr. Michael Persike zur Entwicklung des industriellen Wohnungsbaus in Ost und West zwischen 1959 und 1990. Im Anschluss diskutieren unter der Leitung von Katrin Lompscher (Hermann-Henselmann-Stiftung) Prof. Dr.-Ing. habil. Wolf Eisentraut mit Jaqueline Brünschke (degewo), dem Architekten Oliver Dahm und den Referenten über Zukunftsperspektiven des seriellen Bauens – auch und gerade in Hinblick auf die Wohnungsknappheit in Berlin. (jr, 17.6.16)

Das Wiener Modell

Das Wiener Modell

"Das Wiener Modell" (Bild: Jovis-Verlag)
Wien – schon seit 100 Jahren ein Vorbild im sozialen Wohnungsbau (Bild: Jovis-Verlag)

Wien spielte in den vergangenen 100 Jahren im modernen Bauen immer wieder eine Vorreiterrolle, auch bei der weltweiten Auseinandersetzung um zukunftsweisende Wohnformen. Vor allem im sozialen Wohnbau gelten die Lösungen in Österreichs Hauptstadt als innovativ. Daher zeigt das Ausstellungsprojekt „Das Wiener Modell – Wohnbau für die Stadt des 21. Jahrhunderts“ im Berliner Aedes Architektur Forum nun vorbildliche Ansätze, wie Wohnungsbau in einer modernen Metropole aussehen kann.

Mit ihrem Blick hinter die Wiener Fassaden hoffen die Kuratoren Wolfgang Förster und William Menking, international allen am Planungs- und Entwurfsprozess Beteiligten Anregungen zu geben, wie sie selbst die seit 100 Jahren ausgetragene Auseinandersetzung mit dem Wohnungsbau weiterentwickeln könnten. Die Eröffnung wird am 12. Juni 2016 um 11.00 Uhr begangen. Es sprechen Dr. h. c. Kristin Feireiss (Aedes, Berlin), Dr. Michael Ludwig (Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadtentwicklung, Wien), Dr. Wolfgang Förster (Kurator, Koordinator der IBA_Wien) und William Menking (Kurator, Herausgeber ‘The Architect‘s Newspaper’, New York). Begleitend erscheint im Jovis-Verlag eine gleichnamige Publikation. (kb, 10.6.16)

Förster, Wolfgang/Menking, William (Hg.), Das Wiener Modell. Wohnbau für die Stadt des 21. Jahrhunderts, Jovis-Verlag, Berlin 2016, Schweizer Broschur mit Schutzumschlag, 22,6 x 27,4 cm, 248 Seiten, ca. 250 Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen, Deutsch/Englisch, ISBN 978-3-86859-434-8.

Wohnen in der Moderne

Im 20. Jahrhundert bildete das Thema „Wohnen“ für die Architekten wohl die Herkulesaufgabe: angefangen mit Wohnmodellen über Stadt- und Landschaftsplanungen der klassischen Moderne bis hin zu Bauten der „Avantgarde“ und den Einflüssen des Congrès Internationaux d’Architecture Moderne. Die Moderne schuf Projekte mit Modellcharakter, neue wissenschaftliche Disziplinen, Produktionsweisen und Organisationsformen. Was sieht die Zukunft für dieses architektonische Erbe aus?

Die 13. Karlsruher Tagung „WOHNEN in der Architektur der Moderne“, die vom 26. bis 27. Februar 2016 im KIT Karlsruhe stattfinden wird, will die Entwicklungen des Wohnens im 20. Jahrhundert anhand ausgewählter Beispiele diskutieren. Über den aktuellen Erkenntnisstand hinaus geht es dabei um Zukunftsperspektiven. Denn längst sind Architektur, städtische Kultur und Substanz, Landschaft und Bebauung zum Spielball der wirtschaftlichen Kräfte geworden. Beiträge aus Forschung, Architektur- und Kunsttheorie, aus der Praxis des Entwerfens, aus der künstlerischen Arbeit und aus der Politik sollen dazu aktuelle Denkanstöße geben. Nach den vorangegangenen Tagungen mit Fallbeispielen aus verschiedenen Ländern und mit aktuellen Themen wie „Authentizität“, „Original + Ersatz“, „Technologie“, „Energie“ oder „Ethik + Ästhetik“, bietet die 13. Karlsruher Tagung einen konzentrierten Diskurs und eine Exkursion zu aktuellen Wohn-Projekten. (kb, 7.1.15)

Eines der zahlreichen Wohnbauprojekte der Nachckriegsmoderne im Rhein-Main-Gebiet: die „Wohnstadt Oberlinden“ in Langen im Jahr 1961 (Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild F011036-0002, CC BY SA 3.0)