Porschehütte wird restauriert

Porschehütte wird restauriert

Seit drei Jahren leer, doch VW hat die Restaurierung zugesichert: die Porsche-Hütte auf dem Klieversberg (Bild: Vanellus, CC BY-SA 3.0)
Seit drei Jahren leer, doch VW hat die Restaurierung zugesichert: die Porsche-Hütte auf dem Klieversberg (Bild: Vanellus, CC BY-SA 3.0)

Ferdinand Porsche, der „Vater des Volkswagens“, ließ die Baubaracke 1938 errichten. Seit drei Jahren steht das geschichtsträchtige Gebäude auf dem Wolfsburger Klieversberg nun leer: Die sogenannte Porschehütte scheint in der Substanz bedroht, was die Wolfsburger Wählergruppierung PUG zu einer Anfrage nach ihrer Zukunft veranlasste. VW-Personalvorstand Horst Neumann erklärte Anfang März 2015 umgehend „Die Porschehütte gehört zur Stadt Wolfsburg und ihrer Geschichte und wird angemessen erhalten.“

2008 hat der Konzern die Hütte von einem Künstlerehepaar, das sie seit 1982 nutzte, zurückgekauft. Für sie wurde ein Neubau auf dem gleichen Grundstück errichtet. Bereits 2011 hieß es, VW wolle die Hütte restaurieren und dort eine Ausstellung installieren. Die Arbeiten „für einen denkmalgerechten Rück- und Umbau“ sollen nun in Kürze beginnen und bis Jahresende 2015 abgeschlossen sein. (db, 19.3.15)

Zukunft Baukultur 1960+

Gleich nach Ostern widmet sich das Netzwerk Baukultur Niedersachsen einer noch jungen Generation von (künftigen) Denkmalen: der Baukultur 1960+. Der gleichnamige Arbeitskreis will für alles Gebaute der 1960er und 1970er Jahre sensibilisieren: die theoretischen Grundlagen erfassen sowie einzelne Engagierte und Initiativen mit Fördermöglichkeiten vernetzen. Und im April soll eine Tagung die Gelegenheit zur Zwischenbilanz und zum Ausblick bieten.

In Hannover geht es konkret um die Zukunft dieser modernen Baukultur. Die Themen der Referenten reichen von der Sanierung des Theaters Wolfsburg bis zu Vermittlungsmöglichkeiten der Baukunst der 1960er und 1970er Jahre. Thematische Spaziergänge und Berichte aus den Arbeitsfeldern/-gruppen runden die Tagung ab. Das 12. Netzwerk-Forum findet am 14. April 2015 zwischen 10 und 18:30 Uhr im Historischen Museum Hannover (Pferdestraße 5) statt. Die Veranstalter raten wegen der begrenzten Teilnehmerzahl zur raschen Anmeldung unter: kontakt@baukultur-niedersachsen.de. (kb, 17.3.15)

Eines der Tagungsthemen: die Sanierung des Wolfsburger Theaters, das dem Spätwerk Hans Scharouns zuzurechnen ist (Bild: Vanellus Foto)

Autostädte

Wolfsburg, VW-Hochhaus (Bild: Vanellus Foto)
Wolfsburg, geprägt von einem Automobilhersteller mit zwei großen Buchstaben … (Bild: Vanellus Foto)

Das sollte einmal einem Bahn- oder Fahrradproduzenten passieren … Das Auto jedenfalls war im 20. Jahrhundert stadtbildprägendend und teils stadtgründend unterwegs. Die Herausgeber – Martina Heßler und Günter Riederer – der neuen Publikation „Autostädte im 20. Jahrhundert“ sprechen gar von einem eigenen Stadttypus mit „globaler Perspektive“. Daher will das Buch mehr bieten als die übliche Darstellung einer Industriestadt im Aufstieg und Niedergang. Die Autoren interessiert, wie Autostädte mit Krisen und konjunkturell bedingten Unsicherheiten umgingen, wie sie eigene Traditionen ausbildeten und Veränderungen gestalteten.

Betrachtet werden derzeit wirtschaftlich erfolgreiche Städte wie Wolfsburg, Ingolstadt oder Changchun. Diesen werden massiv schrumpfende Standorte wie Flint und Detroit oder krisengeplagte Orte wie Rüsselsheim, Birmingham und das französische Billancourt-Boulogne gegenübergestellt. Und nicht zuletzt kommt Eisenach in den Blick, das seine lange Tradition mit dem Image der modernen Autostadt zu verbinden sucht. (kb, 15.11.14)

Heßler, Martina/Riederer, Günter u. a. (Hg.), Autostädte im 20. Jahrhundert. Wachstums- und Schrumpfungsprozesse in globaler Perspektive (Beiträge zur Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung 16), Franz-Steiner-Verlag, Stuttgart 2014, gebunden, 227 Seiten, rund 60 Abbildungen, ISBN 978-3-515-10692-4.