Köln: Und es bewegt sich doch

Kinetisch kommt vom griechischen „sich bewegen“. Dann wäre kinetische Kunst, Kunst die sich … In der Hohen Straße rührt sich die Installation „Licht und Bewegung“ leider seit Jahrzehnten nicht mehr. Sie stammt vom Künstler Otto Piene (1928-2014), der vor wenigen Monaten verstorben ist. Piene gründete 1961 mit Günther Uecker die Gruppe ZERO: Kunst müsse von einem Null-Punkt aus neu starten. Bekannt wurde Piene vor allem durch kinetische Arbeiten wie „Lichtballett“.

Seine Kölner Installation setzte er 1966 an das sog. Wormland-Haus. Vor der metallisch strukturierten Fassade drehten und reflektierten die Aluminium-Kugeln nach einem ausgeklügelten Plan. Bis der Stillstand kam – doch nun sieht sich die Initiative (darunter die langjährige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner) zur Wiederbelebung der Installation kurz vor ihrem Ziel. Der Motor sei grundsätzlich intakt, es fehle nur ein Steuerungselement. Schock-Werner zeigte sich gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger optimistisch, dass noch in diesem Jahr das Licht wieder in Bewegung gerate. (kb, 30.7.15)

Köln, Geschäftshaus Hohe Straße 124-126, „Licht und Bewegung“ von Otto Piene (© Raimond Spekking/CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons))

Otto Piene ist tot

Vor 30 Jahren ließ der Künstler Otto Piene überdimensionale Sterne in den Berliner Himmel aufsteigen. Seine luftigen Gebilde, von ihm „Berlin Superstar“ getauft, waren am 19. Juli 2014 wieder Teil des „Sky Artv Event“. Zwei Tage zuvor verstarb Piene in Berlin unerwartet, nachdem er noch an der Eröffnung seiner zweiteiligen Retrospektive hatte teilnehmen können. Die Schau „More Sky“ ist bis zum 31. August 2014in  der Neuen Nationalgalerie und der Deutsche Bank Kunsthalle zu sehen.

Mit Heinz Mack (* 1931) gründete Piene (* 1928)  1957 die Gruppe ZERO. In der Folge nahm er u. a. an der Documenta und der Biennale teil. Seine Lichtinstallationen sprengten die Gattungsgrenzen, indem sie den öffentlichen Raum einbezogen und erweiterten. Seit den späten 1960er Jahren war Piene vorwiegend in den USA tätig. In Deutschland blieb er vor allem durch seine Inszenierung zu den Münchener Olympischen Spielen 1972 in Erinnerung: ein monumentaler  Regenbogen. (kb, 28.7.14)

Otto Piene, Berlin Superstar, 1984 (Bild: Otto Piene Archiv/ZERO foundation)