Zürich

Zürich, Gartenstadt Friesenberg (Bild: Michael L. Rieser, gemeinfrei, 2014)

Zürich: Gartenstadt gerettet

Es ist selten genug und daher umso mehr ein Grund zur Freude: In Zürich stellte das Gericht klar, dass – im Fall der Gartenstadt Friesenberg – Denkmalschutz vor Einzelinteresse geht. Ganz konkret kämpfte der Schweizer Heimatschutz seit 2017 (auch juristisch) gegen die Preisgabe der 1920er-Jahre-Siedlung. Ende 2016 hatte der Stadtrat von Zürich beschlossen, die Gartenstadt inkl. des ehemaligen Genossenschaftshauses nicht unter Denkmalschutz zu stellen und aus dem Inventar zu entlassen.

Die Begründung des Heimatschutzes für den Protest: „Es handelt sich um das schweizweit beeindruckendste Zeugnis der ‚Gartenstadt‘-Bewegung.“ Die meisten der Häuser entstanden in den 1920er Jahren. Hervorzuheben sind vor allem die Bauten der ersten beiden Etappen, die nach Plänen des Architekten Fritz Reiber erstellt wurden. Doch gerade ihre Besonderheit, die sozial, gesundheitlich und ästhetisch begründeten Grünflächen der Gartenstadt, sollten der Siedlung (fast) zum Verhängnis werden. Die einstige Bauherrin und heutige Eigentümerin, die Familienheim-Genossenschaft, wollte abreißen und verdichtet neu bauen. Dem schob das Verwaltungsgericht nun einen Riegel vor: Der Stadtrat muss die Häuser der ersten beiden Bauetappen unter Denkmalschutz stellen, ein Abriss ist damit vorerst abgewendet. Noch ist unklar, ob Zürich gegen das Urteil, das zum Präzenenzfall werden könnte, Einspruch erheben will. (kb, 7.2.19)

Zürich, Gartenstadt Friesenberg (Bild: Michael L. Rieser, gemeinfrei, 2014)

Recherswil, sog. Kilcherschale, 1965, Heinz Isler (Bild: Хрюша, CC BY SA 3.0, 2009)

Béton Fédérateur

Das Material Beton schuf ab der Mitte des 19. Jahrhunderts länderübergreifend neue Möglichkeiten, die das Bauen vom technischen Umgang bis zur künstlerischen Form verändern und bis ins 21. Jahrhundert hinein bestimmen sollte. Vom 25. bis zum 26. Januar 2019 will der Workshop „Béton Fédérateur“ in der ETH Zürich der Frage nachgehen, wie der graue Kunststein speziell das Gebiet der Schweiz geprägt hat. Der Blick der Veranstalter und Referenten reicht dabei von den ersten Errungenschaften der Ingenieurkunst bis hin zu den heutigen Straßen und Energieversorgungswegen.

Im Besonderen soll herausgearbeitet werden, wie verschiedenartig Strukturen – Dämme, Brücken, Bunker, Lagerhallen und Häuser – im 20. Jahrhundert unabhängig voneinander entstanden. Und wie Infrastruktur-Netzwerke nach und nach die Schweiz überzogen, wie künstliche (Energie, Transport) bis hin zu natürliche (Wasser) Lebensadern die gebaute Umgebung formten. Der Workshop will nationale und internationale Forscher auf den Feldern Geschichte, Architekturgeschichte, Technik- und Sozialgeschichte zusammenbringen. Am ersten Konferenztag sollen methodische Fragen diskutiert werden: beginnend mit internationalen Experten, gefolgt von einer Vorstellung gegenwärtiger Studien. Der zweite Tag will einen Überblick über die wichtigsten themenbezogenen Forschungsprojekte in der Schweiz bieten. Grundsätzlich ist der Züricher Workshop offen für Interessierte, die Zahl der Sitzplätze ist jedoch begrenzt, die Konferenzsprache ist Englisch. (kb, 21.1.19)

Recherswil, sog. Kilcherschale, 1965, Heinz Isler (Bild: Хрюша, CC BY SA 3.0, 2009)

Plakat "Wohnbedarf", Max Bill, 1932 (Bildquelle: gta.arch.ethz.ch)

Die Schweiz und das deutsche Bauhaus

Die Moderne verstand sich in der Schweiz der Zwischenkriegszeit als gemäßigt. Man wollte zwischen Tradition und Fortschritt vermitteln und damit einen eigenen Weg einschlagen. In dieses Bild schien die radikale Avantgarde des politisch zerrissenen Nachbarn Deutschland nicht zu passen. So kam es zwischen den Eidgenossen zu Richtungsstreitigkeiten, wie das Bauhaus zu werten und ggf. aufzugreifen sei. Doch rückblickend scheinen die Fronten doch nicht so scharf gezogen, spielten doch auch Schweizer Künstler im deutschen Bauhaus eine nicht unmaßgebliche Rolle.

Die Tagung „Schweizer Avantgarde und das Bauhaus“ will daher die „Rezeption, Wechselwirkungen und Transferprozesse“ dies- und jenseits der Grenze untersuchen. Die Konferenz findet vom 22. bis 24. November 2018 in Zürich (Museum für Gestaltung Zürich, Ausstellungsstraße 60, 8031 Zürich) statt. In den Blick kommen dabei „repräsentativen Disziplinen gestalterischen Schaffens“: Architektur, Malerei und Bildhauerei, Kunstgewerbe, Produktdesign, darstellende Kunst, Grafik und Typografie. Die Tagung steht allen Interessierten offen. Die Ergebnisse der Tagung werden 2019 in Buchform erscheinen. (kb, 18.11.18)

Plakat „Wohnbedarf“, Max Bill, 1932 (Bildquelle: gta.arch.ethz.ch)

Mittlere Telli, Aarau (Bild Roland Zumbuehl, CC by SA 4.0)

Sozialraum Hochhaus

In den 1960er Jahren galten Trabantenstädte und Hochhaussiedlungen als Verheißung im Wohnungs- und Städtebau. Die großdimensionierten Wohngebirge, die auf der grünen Wiese vor zahlreichen europäischen Großstädten in die Höhe wuchsen, schienen die passende Antwort auf den wirtschaftlichen Boom und das Bevölkerungswachstum. Mit den 1970er Jahren kam die erste Ernüchterung, das Wohnhochhaus geriet zunehmende in Verruf und viele Siedlungen entwickelten sich zu sozialen Brennpunkten. Eine jüngst erschienene Monografie fragt nun nach der Gegenwart im „Sozialraum Hochhaus“ und nimmt dabei konkrete Beispiele aus der Schweiz in den Blick.

Die Autorin Eveline Althaus richtet den Blick als Sozialanthropologin auf die spezifischen Nachbarschaftsgefüge der Siedlungen Unteraffoltern II bei Zürich und Mittlere Telli bei Aarau. Im Fokus stehen Kontakte, Konflikte und weitere sozialräumlichen Dynamiken sowie die soziale Zusammensetzung der Siedlungen. Die Untersuchung verspricht auch neue Perspektiven auf den zukünftigen Umgang mit entsprechenden Planungen – nicht nur in der Schweiz. (jr, 29.9.18)

Althaus, Eveline, Sozialraum Hochhaus. Nachbarschaft und Wohnalltag in Schweizer Großwohnbauten, transcript Verlag, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-8376-4296-4.

Mittlere Telli, Aarau (Bild: Roland Zumbuehl, CC BY SA 4.0)

Zürich,Triemli-Hochhaus (Bil: Port(uo)s, CC BY-SA 4.0)

Schön hässlich?

Wenn eine kostenlos erscheinende Pendlerzeitung zur Wahl des „hässlichsten Hauses der Schweiz“ aufruft, kann man sich fast sicher sein, dass Volkes Meinung vor allem gegen die noch immer ungeliebte Moderne wüten wird. So twitterte der Architekt Peter Egli vom Schweizer Heimatschutz angesichts der Ergebnisse: „Die Auswahl der Bauten und vor allem die Kommentare lassen mich ratlos zurück. Bessere Bildung im Bereich Baukultur für alle!“ Die Shit-List der Zeitung 20 Minuten ist in der Tat eher ein repräsentativer Rundgang durch die europäische Baugeschichte: Der Konvikt Chur findet sich hier ebenso wie das Telli-Quartier in Aarau. Titelgewinner ist ein Bau des Brutalismus: das Züricher Triemli-Hochhaus von 1966.

Errichtet wurde es nach Plänen des Architektenpaares Rudolf und Esther Guyer. Die ersten Entwürfe entstanden 1956, doch erst Jahre später wurde mit dem damals schon umstrittenen Bau begonnen. Heute gilt der 43 Meter hohe Turm – als Vertreter seiner Zeit – als schützenswert. Hinreißend ist die Reaktion des heute 89-jährigen Rudolf Guyer auf die populistische Aktion: „Dass Laien das Gebäude hässlich finden, ist mir egal. Hauptsache, den anderen Architekten gefällt es.“ Im Jahr 2012 hat man ein Wohnhaus im Kanton Schwyz zum hässlichsten Haus des Landes gewählt. Einige Jahre später wurde es tatsächlich abgerissen … (db, 20.8.18)

Zürich, Triemli-Hochhaus (Bild: Port(u*o)s, CC BY SA 4.0)

Zürich, Globus-Provisorium (BIld: Dietrich Michael Weidmann, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2013)

Zürich: Bleibt das Globusprovisorium?

Fast genau vor 50 Jahren war das sog. Globusprovisorium in Zürich schon einmal heiß umkämpft. Mit Sit-ins und allerlei anderen zeitgemäßen Aktionen wollten Aktivisten im Sommer 1968 den Bau besetzen und zum Jugendzentrum umwandeln. In der Schweiz heißt sowas „Krawall“, in diesem Fall „Globuskrawall“. Damals lag der langgestreckte Quader an/in der Immat nahe dem Hauptbahnhof im Besitz der Supermarktkette „Magazine zum Globus“. Doch das Globusprovisorium stand leer und die Stadt wollte ihn nicht – wie von den 1968ern erhofft – für ein autonomes Jugendzentrum freigeben.

Der Bau, 1960 gestaltet vom namhaften Schweizer Architekten Karl Egender, ist mindestens ebenso umstritten. Aktuell nutzt ihn die Supermarktkette „Coop“. Doch von verschiedener Seite werden Vorschläge vorgebracht, diesen Ort – mit 50 Jahren Verspätung – für sozial-kreative Zwecke einzusetzen. Anderen gilt das Provisorium als unverzichtbarer Stolperstein im städtebaulichen Bild. Jüngst wurde der Abriss avisiert, entstehen solle ein offener Platz mit Pavillon, Supermarkt und Tiefgarage kämen in Tiefgeschosse. Nun fordert die Stadt: Erst müssten bestehende Schäden behoben werden. Das könnte eine provisorische Sanierung des Provisoriums bedeuten. (kb, 29.7.18)

Zürich, Globus-Provisorium (Bild: Dietrich Michael Weidmann, GFDL/CC BY SA 3.0, 2013)

Architecture’s Turn to History

Titel der bulgarischen Zeitschrift "Architektura i obščestvo/Architecture and society" (Bild: ETH Zürich)
Titel der bulgarischen Zeitschrift „Architektura i obščestvo/Architecture and society“ (Bild: ETH Zürich)

Das Jahr 1990 markierte in Europa eine Zeitenwende – dieser These folgt die Züricher Tagung „Architecture’s Turn to History 1970-1990“ vom 11. bis zum 12. September 2015. In Ost- und Westeuropa, in Politik und Gesellschaft, in Architektur und Städtebau habe man die 1970er und 1980er Jahre als eine abgeschlossene, historische Epoche zu sehen begonnen. Diese Konferenz steht in einer Reihe von Züricher Tagungen unter dem Schlagwort „Re-framing Identities“. Ziel dieser dritten Tagung ist es nun, das wachsende Interesse an der Theorie, dem Erscheinungsbild und den Sinn von Architektur und Städtebau ebenso zu deuten wie das rückwärtsgewandte Denken des Antimodernimsus.

Die Tagung beleuchtet verschiedene Versuche, länder- und systemübergreifende Netzwerke und Institutionen zu etablieren, Zeitschriften zu veröffentlichen oder Projekte unter Beteiligung von Architekten aus staatssozialistischen und kapitalistischen Ländern umzusetzen. Zudem sollen Zeitzeugen eingeladen und auf diese Weise erstmalig die oft widersprüchlichen Dimensionen der Baukultur der jüngsten Vergangenheit Ost-, West- und Zentraleuropas ausgelotet werden. Die Teilnahme an der Tagung in der ETH (Stefano-Franscini-Platz 5, 8093 Zürich) ist kostenfrei, Anmeldungen werden bis zum 31. August 2015 erbeten unter: professur.moravanszky@gta.arch.ethz.ch. (kb, 26.11.15)

Architecture’s Turn to History

Dresden, Prager Strasse Fußgängerzone (Foto: Ulrich Häßler, Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 183-P0521-0010)
Dresden, Prager Strasse Fußgängerzone (Foto: Ulrich Häßler, Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 183-P0521-0010)

Das Jahr 1990 markierte in Europa eine Zeitenwende – dieser These folgt die Züricher Tagung „Architecture’s Turn to History 1970-1990“ vom 11. bis zum 12. September 2015. In Ost- und Westeuropa, in Politik und Gesellschaft, in Architektur und Städtebau habe man die 1970er und 1980er Jahre als eine abgeschlossene, historische Epoche zu sehen begonnen. Diese Konferenz steht in einer Reihe von Züricher Tagungen unter dem Schlagwort „Re-framing Identities“. Ziel dieser dritten Tagung ist es nun, das wachsende Interesse an der Theorie, dem Erscheinungsbild und den Sinn von Architektur und Städtebau ebenso zu deuten wie das rückwärtsgewandte Denken des Antimodernimsus.

Gesucht werden noch Themenvorschläge, die politische Konzepte durchspielen, wechselseitige Einflüsse untersuchen und die Identitätsbildung ausloten. Es sollen Netzwerke und Veröffentlichungsformen angeregt und ermöglicht werden. Abstracts von max. 300 Worten können bis zum 10. Dezember 2014 eingesandt werden an: professur.moravanszky@gta.arch.ethz.ch. Ausgewählte Teilnehmer werden bis zum 21. Januar 2015 benachrichtigt und können dann ihren Beitrag bis zum August 2015 einreichen. (kb, 2.11.14)

Wohnen mit Autobahnanschluss?

Limburg, Planungsvision zur Autobahnbrücke (Bild: A. Egenolf)
Könnte so in Zukunft die Lahntalbrücke bei Limburg aussehen? (Bild: A. Egenolf)

Fast sieht es ein bisschen aus wie Überreste aus der goldenen Zeit der Verkehrslandschaften um 1970, was aus Limburg und Zürich vorgeschlagen wird. Zwei Planungsvisionen setzen sich für eine Neuinterpretation von Autobahnen ein und stellen dabei Bezüge zum Wohnen her – beide Male mit großen Strukturen. Für die Autobahnbrücke der A3 bei Limburg– nach ihrer Kriegszerstörung 1964 wiederaufgebaut – schlug der Unternehmer Albert Egenolf vor, sie mit spangenartigen Körpern zu überbauen. Denn, wenn die Brücke schon saniert werden muss (und dem Staat das Geld dafür fehlt), kann man doch auch einen Schritt weitergehen. Einen beachtlichen Schauwert hat sein Vorschlag zweifellos.

Ob diese Idee aber realistisch ist und wie sie sich mit dem Landschaftsbild verträgt: Das muss diskutiert werden. Für die Stadtautobahn in Zürich träumt Architekt Claude Schelling davon, sie mit Wohngebieten zu überbauen – und auch hier mit großen als Gesamtheit verstandenen Strukturen. Der Ansatz ist im Detail freilich anders als in Limburg, sollen doch Autobahn und ihre Emissionen eingehaust werden. Der Vergleich zu Limburg liegt trotzdem nahe. Eines steht fest: Die ungeheuer ausgeweitete Verkehrsinfrastruktur fordert uns zum Handeln und Neudenken auf. (mb, 19.9.14)

New Landscapes of Design 1960-80

Siedlung Halen bei Bern (Bild: Ginkgo2g)
Schon in den frühen 1960er Jahre wollte das „Atelier 5“ mit der Siedlung Halen bei Bern modernes Wohnen und Natur verbinden (Bild: Ginkgo2g)

Zwischen 1960 und 1980 wurde in Ost- und Westeuropa so viel gebaut wie nie zuvor. Architektur sollte effizient und utopisch sein, bis die Jahre 1968 und 1973 – mit ihren aufbrechenden sozialen und wirtschaftlichen Krisen – das vorherrschende Konzept von Moderne umwarfen. In diesen prägenden Jahren weiteten viele Gestalter ihr Verständnis von Bauen: An die Stelle eines „Mehr an Masse“ sollte die Vernetzung von Bau und Umwelt, von Architektur und Landschaft treten. Nach der erfolgreichen internationalen Tagung “ Re-humanizing Architecture. New Forms of Community, 1950-1970″ lädt die ETH Zürich am 28. und 29. November 2014 zu einem zweiten Symposion mit dem Titel „Re-scaling the Environment. New Landscapes of Design 1960-1980“ ein.

In der Reihe „East West Central“ sollen nun die Architektur- und Raumplanung der 1960er und 1970er Jahre in Ost- und Westeuropa vergleichen werden. Fächerübergreifend öffnet sich die Tagung auch für Themen wie Kybernetik, Wirtschaftsplanung und Soziologie. Anhand von Fallbeispielen soll untersucht werden, wie die verschiedenen Ländern und in den beiden großen politischen Blöcken mit dem Verhältnis von Architektur und Landschaft umgingen. Besonders interessiert dabei, wie sich damals Baukünstler in Ost und West untereinander austauschten und vernetzten. (kb, 2.9.14)

Peter Zumthor in fünf Bänden

Peter Zumthor (Bild: Scheidegger & Spiess)
In fünf Bänden wird das bisherige Werk des Architekten Peter Zumthor in Wort und Bild vorgestellt (Bild: Scheidegger & Spiess)

71 Jahre, 43 Bauten, 5 Bände – im Züricher Scheidegger-und-Spiess-Verlag hat der Architekt Thomas Durisch das umfangreiche Werk von Peter Zumthor zusammengefasst. Schon 2009 hatte man Zumthor für sein Lebenswerk mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet. Zu seinem umfassenden Werkverzeichnis steuerte er nicht nur Skizzen, sondern auch neue Texte bei.

In Basel 1943 geboren, machte Zumthor zunächst eine Ausbildung zum Möbelschreiner, bevor er in Basel und New York Architektur und Design studierte. Nach einer 10-jährigen Tätigkeit als Denkmalpfleger im Kanton Graubünden gründete er 1979 in Haldenstein sein eigenes Architekturbüro. Seine denkmalpflegerische Erfahrung prägte auch seinen Umgang mit überkommener Bausubstanz – so integrierte er z. B. die historisch-moderne Bausubstanz von St. Kolumba in seine Planungen für das Kölner Diözesanmuseum.

Thomas Durisch (Hg.), Peter Zumthor. 1985-2013, 5 Bände im Schuber, Scheidegger & Spiess, 2014, 856 Seiten, 23 x 30 cm, 278 Farb- und 142 Schwarzweiß-Fotos, 341 Farb- und Schwarzweiß-Skizzen, ISBN 978-3858813046.

Centre Le Corbusier fällt an die Stadt

Das Züricher  Le-Corbusier-Haus (Bild: Roland zh)
Das Centre Le Corbusier am Züricher See, das letzte Werk des Stararchitekten der Moderne, wird ab Juli 2014 wieder regelmäßig für Besucher geöffnet (Bild: Roland zh)

Am Ostufer des Züricher Sees wurde 1967 der letzte Entwurf des Architekten Le Corbusier (1887-1965) umgesetzt. Das farbenfrohe Gesamtkunstwerk beherbergt das Heidi-Weber-Museum mit Werken des Stararchitekten. Nach Unstimmigkeiten zwischen der Besitzerin Heidi Weber und der Stadt Zürich wird das Centre Le Corbusier ab Juli 2014 wieder regelmäßig für Besucher geöffnet. In diesem Jahr fiel das Haus – der Baurechtsvertrag lief nach 50 Jahren aus – zurück an die Stadt.

Keinen Beton-Kubus, sondern ein Gesamtkunstwerk aus Stahl, Glas und Farbe gestaltete der Stararchitekt für Zürich. Unter dem plastisch aufgefalteten Dach sind die Museumsräume als eigenständiger Baukörper eingefügt. Der Bau wurde durch die Initiative der Innenarchitektin Heidi Weber ermöglicht, die in den Räumen Wechselausstellungen zu Le Corbusier plante. Nach Übergabe an die Stadt, soll das Centre Le Corbusier nun für die kommenden zwei Jahre vom Frühjahr bis zum Oktober, von Mittwoch bis Sonntag, von 12 bis 18 Uhr geöffnet werden. Aus konservatorischen Gründen wird die Besucherzahl täglich auf 100 begrenzt.